Gottesdienst am 15. Sonntag nach Trinitatis, 13.09.26

 
Gottesdienst am fünfzehnten Sonntag nach Trinitatis, 13. September 2026  10:00 Uhr in Scherzheim  mit Prädikantin Dr. Eunkoo Lee
  
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
MUSIK ZUM EINGANG
LIED EG369, 1-3 Wer nur den lieben Gott lässt walten
 
VOTUM UND GRUSS
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (Amen)
Der Herr sei mit euch (und mit deinem Geist).
 
PSALM 127 (NL963)
Wenn der HERR nicht das Haus baut,
so arbeiten umsonst, die daran bauen
Wenn der HERR nicht die Stadt behütet,
so wacht der Wächter umsonst.
Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht
und hernach lange sitzet
und esset euer Brot mit Sorgen;
denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
 
Gemeinde: Ehre sei dem Vater… Ewigkeit. Amen
BUSSGEBET
Treuer Gott,
Wie wunderbar ist es, dass du für uns sorgst und wir die Last des Lebens nicht allein tragen müssen.
Doch oft leben wir, als hinge alles von uns ab. Wir mühen uns ab, wollen alles selbst schaffen und alles unter Kontrolle haben. Dabei merken wir immer wieder, dass wir es nicht schaffen und dass unsere Kraft nicht ausreicht. Sorgen drücken uns nieder, wir werden müde und erschöpft und wissen oft nicht mehr weiter.
Vergib uns, dass wir dir so wenig zutrauen und unser Vertrauen auf unsere eigene Kraft setzen.
Hilf uns, den Blick neu auf dich zu richten. Schenke uns Vertrauen, dass du für uns sorgst. Begegne uns in unserem Alltag und lass uns erfahren, dass du uns von der Last unserer Sorgen befreist und uns neue Kraft schenkst.
In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich bewegt, und legen dir auch die Menschen ans Herz, die uns lieb und wichtig sind.
(Stille)
Komm zu uns und erneuere unser Vertrauen. Befreie uns von allem, was uns belastet und bindet. Lehre uns, auf deine Fürsorge zu vertrauen. Darum rufen wir zu dir:
 
Kyrie eleison,
Herr, erbarme dich
Christe eleison,
Christe, erbarme dich
Kyrie eleison,
Herr, erbarm dich über uns
 
Gott hat sich über uns erbarmt. In Jesus Christus schenkt er uns Vergebung. Jesus Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Mt 11,28).
Ehre sei Gott in der Höhe.
Und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.
 
LIED EG272 Ich lobe meinen Gott (2x)
 
TAGESGEBET
Lieber himmlischer Vater,
wir danken dir, dass wir unser Leben in deine Hände legen dürfen. Du kennst unsere Freude und unsere Sorgen, unsere Arbeit und unsere Grenzen.
Öffne unsere Herzen für dein Wort. Schenke uns deinen Heiligen Geist, damit wir erkennen, dass du für uns sorgst und wir dir vertrauen dürfen.
Stärke unseren Glauben. Schenke uns Gelassenheit in allem, was vor uns liegt, Kraft für unsere Aufgaben und die Gewissheit, dass du uns auf unseren Wegen begleitest.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gemeinde: Amen.
SCHRIFTLESUNG:
Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. (Matthäus 6, 25 – 34)
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Halleluja. (Halleluja, Halleluja, Halleluja)
GLAUBENSBEKENNTNIS
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
LIED EG653, 1-2,4 Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer
 
PREDIGT: Bevor der Mensch arbeitet, sorgt Gott (1. Mose 2, 4b-9, 15)
Liebe Gemeinde,
die Sommerferien sind nun vorbei. Viele von uns hatten Urlaub. Nun beginnen wieder die Arbeit, die Schule, das Studium und der ganz normale Alltag. Manche freuen sich darauf, dass der Alltag wieder einkehrt. Andere sind vielleicht eher traurig, dass die schöne Urlaubszeit schon vorbei ist. Viele von uns verbinden Arbeit eher mit einem notwendigen Übel.
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. Morgen klingelt wieder der Wecker. Der Email-Eingang ist voll. Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Aufgaben. Die Kinder müssen wieder für die Schule vorbereitet werden. Andere kümmern sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen. Manche sind bereits im Ruhestand und sagen: „Eigentlich habe ich jetzt mehr Termine als früher.“ Arbeit hat viele Gesichter. Aber kaum jemand kommt ganz ohne sie aus. Sie muss eben gemacht werden, gehört aber nicht unbedingt zu den Dingen, auf die wir uns am meisten freuen.
Dabei nimmt Arbeit einen erstaunlich großen Teil unseres Lebens ein. Nach verschiedenen Berechnungen verbringt ein Mensch im Laufe seines Lebens etwa 150.000 Stunden mit Arbeit. Und dabei meine ich bewusst nicht nur den Beruf, sondern auch Hausarbeit, Familienarbeit, Pflege oder ehrenamtliches Engagement. Zieht man die Schlafenszeit ab, entspricht das ungefähr 40 Prozent unserer wachen Lebenszeit. Es lohnt sich also, einmal darüber nachzudenken: Wie sieht Gott eigentlich unsere Arbeit?
Dazu hören wir den Predigttext aus 1. Mose 2,4b–9 und 15.
Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so war der Mensch ein lebendiges Wesen. Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte ... (Vers 15) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.
Ist Ihnen etwas aufgefallen? Der eigentliche Handelnde dieser Geschichte ist gar nicht Adam, sondern Gott.
Wir sehen Gott bei der Arbeit. Eigentlich ist Gott der erste Handelnde der Bibel. Gott formt den Menschen aus Staub und bläst den Odem in seine Nase. Er pflanzt den Garten Eden. Er lässt Bäume wachsen. Er schenkt Wasser. Er sorgt für Nahrung. Er schafft einen Lebensraum voller Schönheit und Fülle. Erst dann setzt er den Menschen in den Garten und gibt ihm den Auftrag, ihn zu bebauen und zu bewahren. Dabei ist die Reihenfolge entscheidend.
Bevor der Mensch arbeitet, sorgt Gott.
Die Bibel beginnt nicht mit einem Menschen, der für Gott arbeitet. Sie beginnt mit einem Gott, der für den Menschen sorgt. Das verändert unseren Blick auf die Arbeit völlig. Gottes erste Handlung gegenüber dem Menschen besteht nicht darin, ihm Arbeit aufzutragen. Seine erste Handlung ist Fürsorge. Erst danach folgt der Auftrag.
Der amerikanische Pastor und New-York-Times-Bestsellerautor Timothy Keller beschreibt das in seinem Buch Berufung – Eine neue Sicht für unsere Arbeit in drei Gedanken:
Erstens: Arbeit ist Gottes gute Idee. Sie ist keine Folge des Sündenfalls und keine Strafe. Gott gibt dem Menschen die Aufgabe, den Garten zu bebauen und zu bewahren, noch bevor die Sünde in die Welt kommt. Arbeit gehört also ursprünglich zum Paradies.
Zweitens: Arbeit ist Mitarbeit an Gottes Werk. Gott lädt uns ein, an seiner guten Schöpfung mitzuwirken. Ob wir bauen oder reparieren, pflegen oder heilen, lehren oder erziehen, forschen oder ehrenamtlich dienen – überall dürfen wir etwas von Gottes guter Schöpfung weiterführen. Denken wir an einen Bäcker. Er backt morgens nicht nur Brötchen. Durch seine Arbeit sorgt Gott mit dafür, dass Menschen etwas zu essen haben. Oder eine Ärztin oder einen Krankenpfleger. Sie heilen Menschen nicht allein. Aber Gott gebraucht ihre Hände. Oder Eltern. Sie erziehen ihre Kinder nicht nur. Gott wirkt durch ihre Liebe.
Vielleicht arbeiten Sie im Büro. Vielleicht fahren Sie Bus. Vielleicht putzen Sie Häuser oder engagieren sich im Ehrenamt. Überall dort kann Gott durch unsere Arbeit Menschen dienen.
Wenn wir nun noch einmal auf den Garten Eden schauen, erkennen wir etwas Wichtiges. Wer übrigens gehofft hatte, Gartenarbeit sei erst nach dem Sündenfall entstanden, den muss ich leider enttäuschen.
Adam soll den Garten bebauen. Aber erschaffen muss er ihn nicht. Adam soll die Bäume pflegen. Aber wachsen lassen kann sie nur Gott. Die Landwirte unter uns wissen das wahrscheinlich besser als alle anderen. Man kann säen, pflanzen und pflegen. Aber wachsen lassen kann letztlich nur Gott.
Stellen Sie sich Adam einmal vor. Jeden Morgen geht er durch den Garten. Er beschneidet Pflanzen. Er kümmert sich um die Tiere. Er arbeitet.
Aber jeden Morgen erlebt er auch etwas, das er selbst nicht machen kann: Über Nacht sind neue Blätter gewachsen. Neue Früchte sind entstanden. Die Sonne ist aufgegangen. Wasser fließt durch den Garten.
Der Mensch arbeitet. Aber Gott hat schon längst gearbeitet. Und Leben schenken kann nur Gott. Der Mensch arbeitet. Gott sorgt.
Manche von uns wollen ihre Arbeit perfekt machen. Wir denken an sie Tag und Nacht. Wir sind so sehr in unserer Arbeit verfangen, dass wir irgendwann merken: Ich schaffe es nicht, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Manche von uns identifizieren sich so sehr mit ihrer Arbeit und ihrem Erfolg, dass wir enttäuscht oder sogar verzweifelt sind, wenn wir unsere Ziele nicht erreichen. Da kommt der dritte Gedanke von Timothy Keller ins Spiel: Arbeit besitzt Würde, aber sie darf niemals den Platz Gottes einnehmen.
Unser Wert hängt nicht von Leistung, Erfolg oder Karriere ab. Unser Wert besteht darin, dass wir von Gott geliebt sind. Und genau hier kommen wir zu dem Gedanken dieses Sonntags: „Sorgt euch nicht!“
Manche von uns tragen heute vielleicht ganz konkrete Sorgen mit sich: Wie soll es finanziell weitergehen? Reicht meine Kraft noch? Was wird aus meiner Gesundheit? Wie geht es meinem Kind oder meinen Enkeln? Bekomme ich überhaupt noch einen Arbeitsplatz? Werde ich den Anforderungen im Beruf noch gerecht? Oder vielleicht fragen Sie sich einfach: Schaffe ich das alles überhaupt noch? Genau in diese Situation hinein spricht Jesus in Matthäus 6: „Sorgt euch nicht!“
Aber wie passt das mit unserer Arbeit zusammen? Wie Timothy Keller uns gezeigt hat, ist Arbeit gut. Sie hat Würde. Aber sie darf niemals die Stelle Gottes einnehmen. Jesus sagt nicht: Hört auf zu arbeiten. Und er sagt auch nicht: Eure Sorgen sind unbegründet. Er lädt uns vielmehr ein, unsere Sorgen Gott anzuvertrauen.
In Matthäus 11 sagt Jesus: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,29–30)
Jesus verspricht uns also nicht, dass wir keine Aufgaben und keine Verantwortung mehr haben. Aber er verspricht uns, dass wir sie nicht allein tragen müssen. Jesus sagt: Sorgt euch nicht. Das bedeutet nicht, dass Arbeit unwichtig wäre. Es bedeutet auch nicht, dass Christen faul sein sollten. Sondern: Wir dürfen arbeiten, ohne die Last tragen zu müssen, als hinge alles von uns allein ab.
Vielleicht fragt sich jetzt jemand: „Warum habe ich dann trotzdem Sorgen?“ Die Antwort lautet: Nicht weil Arbeit schlecht wäre. Sondern weil durch die Sünde – durch die Trennung von Gott – das Vertrauen zerbrochen ist. Seitdem gehören Dornen, Schweiß, Angst und Unsicherheit zu unserem Leben. Seitdem tragen wir Sorgen mit uns herum. Aber so war es am Anfang nicht gedacht.
Und trotzdem begegnet uns in der Bibel immer wieder derselbe fürsorgende Gott. Er versorgt die Israeliten in der Wüste mit Manna und Wasser. Während der Hungersnot sorgt er durch die Witwe von Sarepta für den Propheten Elia. Das Mehl im Topf und das Öl im Krug gehen nicht aus.
Wie wir in der Schriftlesung gehört haben, sagt Jesus in Matthäus 6: „Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Ich sage euch aber: Selbst Salomo war in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht viel mehr für euch tun?“
Vielleicht denkt jetzt jemand: „Meine Sorgen sind aber trotzdem nicht verschwunden.“ Das stimmt. Jesus verspricht uns nicht ein sorgenfreies Leben. Aber er lädt uns ein, unsere Sorgen ihm anzuvertrauen. Vielleicht bringt das auch das alte benediktinische Motto schön auf den Punkt: „Ora et labora“ – bete und arbeite. Erst die Beziehung zu Gott. Dann die Aufgabe.
Denn Jesus selbst hat unsere größte Last am Kreuz getragen. Er kennt unsere Ängste, unsere Unsicherheit und unsere Müdigkeit. Und er geht mit uns durch unseren Alltag. Am Kreuz sehen wir Gottes Fürsorge am deutlichsten. Dort trägt Jesus nicht nur unsere Schuld. Er trägt auch unsere tiefste Not: die Trennung von Gott. Noch bevor wir irgendetwas leisten konnten, hat Christus bereits alles für uns getan. Deshalb müssen wir unser Leben nicht mehr selbst absichern. Wir dürfen arbeiten – nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen.
Noch leben wir in einer Welt, in der Dornen wachsen und Sorgen zu unserem Leben gehören. Doch die Bibel endet nicht mit Dornen. Sie endet mit einem Garten und einer neuen Schöpfung. In Offenbarung 21 lesen wir: „Er wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“ Nicht wir werden eines Tages alle Probleme lösen. Sondern Gott wird alles neu machen.
Der Gott, der Adam versorgte, bevor er ihm Arbeit gab, ist derselbe Gott, der auch heute für uns sorgt. Und er ist derselbe Gott, der uns eines Tages nach Hause bringen wird. Darum dürfen wir arbeiten. Mit Freude und mit Verantwortung. Aber ohne die Last, die Welt tragen zu müssen. Denn das tut Gott.
Vielleicht beginnt morgen für viele von uns wieder der ganz normale Alltag. Der Wecker klingelt. Die Schule beginnt. Das Büro wartet. Die Küche wartet. Der Garten wartet. Der Terminkalender ist wieder voll. Wir können nicht ändern, dass der Wecker klingelt. Aber vielleicht hören wir ihn morgen anders. Nicht mit dem Gedanken: „Jetzt hängt wieder alles von mir ab.“ Sondern mit dem Vertrauen: „Gott war schon vor mir wach.“
Am besten nehmen Sie, nehmt ihr diesen einen Satz mit: Bevor ich morgen arbeite, hat Gott längst für mich gesorgt. Genau so begann die Geschichte der Menschheit. Und genau so dürfen auch wir in unseren Alltag gehen.
 
Der Friede Gottes, der höher ist alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
STILLE MUSIK
LIED NL175 Lege deine Sorgen nieder
 
FÜRBITTENGEBET
Lieber himmlischer Vater,
wir danken dir, dass du für uns sorgst. Noch bevor wir arbeiten, hast du bereits für uns vorgesorgt. Danke für die Zeit der Erholung in den Sommerferien und danke für die Aufgaben, die nun wieder vor uns liegen – in unserem Beruf, in der Schule, im Studium, in der Familie oder im Ehrenamt. Wir bitten dich: Schenke uns einen guten Start in den Alltag. Lass uns bei allem, was wir tun, darauf vertrauen, dass du uns begleitest und für uns sorgst.
Herr, in deiner Barmherzigkeit erhöre uns.
Wir bringen vor dich alle Menschen, die nicht arbeiten können – weil sie krank sind, weil sie ihre Arbeit verloren haben oder keine Arbeitsstelle finden. Stärke sie, schenke ihnen neue Hoffnung und lass sie erfahren, dass ihr Wert nicht von ihrer Leistung abhängt, sondern davon, dass sie deine geliebten Kinder sind. Trage sie in ihren Sorgen und öffne ihnen neue Wege.
Herr, in deiner Barmherzigkeit erhöre uns.
Wir bitten dich für alle Menschen, die leiden und trauern. Für diejenigen, die durch Krieg, Erdbeben oder Waldbrände ihre Angehörigen, ihre Heimat oder ihren Besitz verloren haben. Wir denken auch an alle, die Hunger leiden oder Gewalt erfahren. Begegne ihnen mit deinem Trost, schenke ihnen neue Hoffnung und bewege die Herzen der Menschen, die ihnen helfen können.
Herr, in deiner Barmherzigkeit erhöre uns.
Wir bringen auch unser eigenes Leben vor dich: unsere Familien, unsere Arbeit, unsere Freude und unsere Sorgen. Danke, dass du mit uns gehst und uns Tag für Tag die Kraft schenkst, die wir brauchen. Alles, was wir jetzt noch auf dem Herzen haben, legen wir in das Gebet, das Jesus Christus uns gelehrt hat:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
ABKÜNDIGUNGEN UND WOCHENSPRUCH
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petrus 5,7)
LIED NL180 Meine Hoffnung und meine Freude (2x)
 
SEGEN
Der Herr segne dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
(Amen Amen Amen.)
 
MUSIK ZUM AUSGANG