Gottesdienst am zehnten Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag), 09. August 2026 10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
Orgelvorspiel
Lied: EG 617,1-3: Kommt herbei, singt dem Herrn
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)
Der 10. Sonntag nach Trinitatis wird als Israelsonntag begangen. Er erinnert daran, dass der christliche Glaube untrennbar mit Israel verbunden ist. Jesus war Jude, die Schriften Israels sind Grundlage des christlichen Glaubens, und Gottes Treue zu seinem Volk bleibt bestehen.
Zugleich ist dieser Sonntag ein Tag der Selbstprüfung der Kirche. Er ruft zur Umkehr von antijüdischen Denkmustern auf und erinnert an die Schuldgeschichte christlicher Theologie. Gerade in der gegenwärtigen politischen Spannung lädt der Israelsonntag dazu ein, sorgfältig zu sprechen, klar zu unterscheiden und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten.
Der Psalm 74, so alt er auch ist, spricht eine überraschend aktuelle Sprache. Wir beten ihn im Wechsel.
Psalm 74 (NL 934)
Gott, warum verstößest du uns für immer
und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?
Gedenke an deine Gemeinde,
die du vorzeiten erworben
und dir zum Erbteil erlöst hast,
an den Berg Zion, auf dem du wohnest.
Richte doch deine Schritte zu dem, /
was so lange wüste liegt.
Der Feind hat alles verheert im Heiligtum.
Sie sprechen in ihrem Herzen: /
Lasst uns sie allesamt unterdrücken!
Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande.
Unsere Zeichen sehen wir nicht, /
kein Prophet ist mehr da,
und keiner ist bei uns, der wüsste, wie lange.
Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen immerfort lästern?
Warum ziehst du deine Hand zurück?
Nimm deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende!
Schau auf den Bund; denn die dunklen Winkel des Landes sind Stätten voller Gewalt.
Lass den Geringen nicht beschämt davongehen,
lass die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.
(Ehre sei dem Vater…)
Bußgebet:
Gott, ewig in deiner Treue zu Israel,
Was sollen wir dir sagen?
Was sollen wir beten, wenn wir nach Jerusalem blicken?
Diese Stadt – die so viel Leiden sieht.
Ein Land, das so viel Gewalt erfährt – von dem aber auch viel Gewalt ausgeht.
Was sollen wir beten, wenn wir auf uns blicken?
Christinnen und Christen überall und zu allen Zeiten –
die so viel Leiden verursacht haben.
Wir, die wir mit einer Geschichte leben, die wir nicht verschuldet haben und die dennoch Spuren in unserem Handeln und Reden hinterlassen hat.
Was sollen wir beten, wenn wir auf Deutschland blicken?
Dieses Land – in dem es immer noch und wieder neu Feindschaft gegen Menschen jüdischen Glaubens gibt.
In denen Verfolgung stattfindet mit Worten aber auch mit Taten – so vielen gegenüber die anders glauben, anders sind.
Ein Land, in dem sich Geschichte zu wiederholen scheint.
Was sollen wir beten, was dir bekennen?
Wir kommen jetzt zu dir.
Und bitten dich: Sprich du mit uns.
.Kyrie eleison...Herr erbarme Dich...
Zusage: So sagt es der Apostel Paulus:
Der Heilige Geist hilft unsrer Schwachheit auf.
Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.
Ehre sei Gott in der Höhe (... und auf Erden Fried...)
Loblied: EG 181.6: Laudate omnes gentes
Tagesgebet:
Gott, du bleibst treu, auch wenn wir dich nicht verstehen.
Du bist größer als unsere menschlichen Urteile,
stärker als unser Versagen und näher als unser Schweigen und unsere Sprachlosigkeit.
Hilf uns, achtsam zu sprechen,
gerecht zu handeln
und in unseren Beziehungen nicht aufzugeben.
Segne Israel und alle Völker, die unter Konflikten und Gewalt leiden.
Lehre uns, durch deine Gnade miteinander in Frieden zu leben und dabei zu staunen über die Tiefe deiner Weisheit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. (Amen)
Evangelium: Markus 12,28-34
Und es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? 29Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
32Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm; 33und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. 34Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.
Schlussspruch:
„Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!“ Halleluja
(Halleluja, Halleluja)
Hauptlied: NL 116,1-4: Da wohnt ein Sehnen
PREDIGT über Joh 21,15-19
Heute ist Israelsonntag. Ein Sonntag mit mehreren Gesichtern:
zum einen feiern wir den jüdisch-christlichen Dialog. Nehmen wahr, dass das Judentum unsere Mutterreligion ist. Die Juden unsere Glaubensgeschwister.
Zum anderen wird an diesem Sonntag aber auch an Zerstörung und Verfolgung gedacht. Es kommt Schuld zur Sprache – auch die in unserer deutschen Geschichte. Auch die der Kirchen.
Ich merke, es fällt mir nicht leicht, diesen Sonntag zu begehen. Was predigt man in unserer aktuellen Zeit – und wie kann man beten.
Ich lege die Worte auf die Goldwaage und prüfe, wie hört jemand diese Worte?
Es ist ein schwieriges Thema in einer angespannten Zeit – wie kann man da verantwortlich mit umgehen.
Ansprechen, ohne zu verurteilen, Stellung beziehen, ohne auszuschließen, Schuld benennen, ohne überheblich zu sein?
Unsere Sprache ist auch nicht neutral – und Worte werden auch nicht neutral gehört.
Jeder hört sie auf der Grundlage seiner eigenen Einstellung
– und bei diesem Thema, ob wir es wollen oder nicht, schwingt immer auch unsere deutsche Geschichte mit.
Wäre Schweigen besser – das Thema ausklammern – diesem 10. Sonntag nach Trinitatis lieber einen schönen Sommerklang geben?
Ja, vielleicht…
– andererseits ist es doch auch ein wichtiges Thema – auch wenn es uns nicht leicht fällt.
Es ist eine Gradwanderung…ein Ringen um die richtigen Worte, die richtige Auslegung…
So ein Ringen spiegelt sich auch in unserem heutigen Predigttext wider.
Ich lese aus Römer 11,25-34:
Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«
Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. Denn wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.
O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«?
Paulus ringt um die richtigen Worte, um die richtige Auslegung.
Denn dieser Text ist kein Text, der einfach nur eine theologische Reflexion wiedergibt. Nein, es ist ein Text, der am Ende eines langen inneren Ringens steht.
Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom. An Menschen, die für sich den christlichen Glauben entdeckt haben – an Menschen, die nicht aus dem Judentum stammen, sondern andere religiöse Wurzeln haben. Sind sie jetzt das neue Volk Gottes? Und was ist mit dem alten Volk Gottes?
Paulus hat zuvor versucht zu verstehen, was mit Israel geschieht, seit das Evangelium von Christus verkündet wird und viele aus seinem eigenen Volk diesem Christus nicht folgen.
Für Paulus ist das keine theoretische Frage. Sie betrifft seine Herkunft, seine Familie, seine Geschichte.
Paulus schreibt hier nicht über Israel, sondern aus Israel heraus. Er ist selbst Jude. Er liebt dieses Volk. Und gerade deshalb spricht er so vorsichtig, so gespannt, so widersprüchlich.
Er weiß, dass einfache Antworten der Wirklichkeit nicht gerecht würden. Darum sagt er zwei Dinge, die wir am liebsten voneinander trennen würden. Er sagt: Hinsichtlich des Evangeliums sind die Juden Feinde. Und im gleichen Atemzug sagt er: Hinsichtlich der Erwählung aber Geliebte.
Paulus erklärt diesen Widerspruch nicht. Er hält ihn aus. Vielleicht, weil er weiß: Wer ihn zu schnell auflöst, wird niemandem gerecht.
Wir kennen solche Spannungen aus unserem eigenen Leben. Man kann etwas entschieden kritisieren und trotzdem wissen: Diese Beziehung ist mir nicht gleichgültig. Man kann Nein sagen, ohne den anderen innerlich aufzugeben. Man kann verletzt sein und dennoch verbunden bleiben.
Paulus spricht genau in diesem Ton von Israel. Nicht abwertend, nicht beschönigend, sondern verantwortungsvoll.
Und dann setzt er einen Satz, der wie ein Fundament unter allem liegt: „Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen“ (Röm 11,29).
Es ist ein Satz wie ein Ausrufezeichen!
Es heißt: Gott zieht seine Zusage nicht zurück. Nicht dann, wenn Menschen scheitern oder wenn sich die Geschichte verdunkelt. Und auch dann nicht, wenn wir selbst den Überblick verlieren oder an die Grenzen unserer Urteilskraft stoßen. Dieser Satz ist keine politische Rechtfertigung – sondern eine theologische Aussage. Und sie markiert zugleich eine Grenze dessen, was wir erklären, beurteilen oder rechtfertigen könnten.
An dieser Grenze wird unsere Sprache heute besonders herausgefordert.
Wir sehen das Leid. Wir sehen Bilder aus dem Gazastreifen, Zerstörung, Angst, Gewalt. Menschen, die keinen Schutz haben.
Und wir dürfen das auch nicht verschweigen. Christlicher Glaube kennt keine Gleichgültigkeit gegenüber zivilem Leid.
Jedes zerstörte Leben ist eines zu viel.
Gleichzeitig gehört zur Wahrheit dieser Situation auch der erlebte Terror der Hamas. Angriffe, die gezielt jüdisches Leben vernichten.
Auch darüber dürfen wir nicht schweigen.
Nicht, um Gewalt zu rechtfertigen, sondern um wahrhaftig zu bleiben.
Und zur Wahrheit gehört auch die Reaktion darauf – noch mehr Gewalt – eine wahre Gewaltspirale, die sich immer weiter aufzuschrauben scheint – auch durch die Beteiligung anderer Nationen.
Um zu schützen, um Macht zu demonstrieren oder ganz eigene Ziele zu verfolgen?
Vielleicht ist das genau die Schwierigkeit dieser Zeit:
Man kann nicht nur einen Satz sagen.
Man muss mehrere Wahrheiten aushalten, ohne sie gegeneinander auszuspielen.
Paulus tut das.
Er weigert sich, einfache Schuldverteilungen vorzunehmen.
Er spricht von Ungehorsam – und zwar von allen. „Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme“ (Röm 11,32).
Das heißt nicht: Alles ist gleich gültig. Sondern es heißt: Niemand steht moralisch über der Geschichte. Auch wir nicht, auch die Kirche nicht.
Und vielleicht ist das der Punkt, an dem wir heute besonders aufmerksam werden müssen. Christliche Worte haben Geschichte. Und sie haben Schuld auf sich geladen. Gerade im Blick auf Israel und jüdisches Leben.
Darum müssen wir heute klar unterscheiden.
Wir dürfen politisches Handeln eines Staates kritisieren, wo es Leben gefährdet. Aber wir dürfen Jüdinnen und Juden weltweit nicht in Haftung nehmen.
Sie sind nicht identisch mit einer Regierung. Paulus hilft uns dabei, diese Grenze nicht zu überschreiten. Er zieht uns aus der Rolle der Richter heraus. Und erinnert uns daran, dass wir selbst unter Gottes Erbarmen stehen.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Und was heißt das für mich? Für mein Leben, meine Sorgen, meine Beziehungen? Denn Römer 11 spricht ja nicht nur über Völker.
Der Text spricht auch über Menschen, über Schuld, über Scheitern und über Hoffnung, die nicht aufgegeben wird.
Vielleicht sitzen heute Menschen hier, die mit sich selbst hart ins Gericht gehen. Die wissen, was bei ihnen schiefgelaufen ist. Die sich fragen, ob sie bei Gott noch einmal neu anfangen können.
Auch für sie heißt es: „Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“
Gott zieht seine Hand nicht zurück, wenn dein Leben unübersichtlich wird. Er widerruft seine Zuwendung nicht, auch wenn du an dir selbst verzweifelst. Deine Geschichte ist für ihn nicht abgeschlossen, nur weil du sie gerade nicht verstehst.
Für die Seelsorge heißt das: Wir müssen Menschen nicht erklären, was richtig gewesen wäre. Wir dürfen ihnen zusprechen, dass sie gehalten sind, auch in Schuld und Zweifel, auch im Bruch. Das entschuldigt nichts, aber es fängt die auf, die sonst keinen Halt mehr haben.
Vielleicht sitzen hier auch Menschen, die mit anderen hadern. Mit Verletzungen, die nicht einfach vergessen werden können. Mit Beziehungen, die sich verheddert haben.
Paulus zeigt: Man kann Spannung aushalten, ohne sie aufzulösen.
Man kann Kritik üben, ohne den anderen fallen zu lassen.
Man kann Nein sagen, ohne das grundsätzliche Ja zum anderen ganz aufzugeben.
Das ist eine seelsorgliche Haltung! Keine billige Versöhnung!
Es ist die Weigerung, den anderen auf seine Schuld zu reduzieren.
Es ist die Möglichkeit, den Menschen von seiner Schuld zu trennen.
Ich verurteile, was er getan hat – aber nicht, wer es ist.
Und es ist vielleicht ein Weg zumindest im Innern irgendwann Frieden zu schließen und neu zu beginnen – für sich.
Und was heißt das für unser Handeln?
Vielleicht zuerst: Dass wir nicht vorschnell urteilen. Dass wir alle Seiten betrachten. Im Gespräch. In der Familie. In der Gemeinde.
Dass wir uns fragen: Trägt das, was ich sage, zum Leben bei?
Vielleicht auch: Dass wir aufmerksam werden für Leid in unserer Nähe.
Für Menschen, die Angst haben.
Für jüdische Menschen, die heute wieder Unsicherheit erleben.
Für Menschen, die sich aus Gesprächen zurückziehen, weil sie sich missverstanden fühlen.
Handeln heißt hier nicht zuerst: Stellung beziehen. Sondern: Schutzräume schaffen. Zuhören. Dableiben. Widersprechen, wo Menschen abgewertet werden.
Es heißt auch: Beten, wo wir nicht weiterwissen. Nicht als hilfloser Rückzug, sondern als Widerstand gegen den Versuch, alles beherrschen zu wollen.
Am Ende seines Ringens und Abwägens steht bei Paulus in seinem Text dann aber das Lob Gottes und das Staunen:
„O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!“ (Röm 11,33).
Er sagt das aus der Überzeugung heraus, dass Gott größer ist als unsere menschlichen Urteile und Lösungen.
Und diese Überzeugung entlastet: Wir müssen nicht alles klären!
Aber: wir sollen verantwortlich leben. Mit vorsichtiger Sprache. Mit offenen Augen. Mit einem Herzen, das hofft und für die Menschen schlägt – egal welcher Glaubensrichtung.
Denn wenn Gottes Erbarmen das letzte Wort hat, dann dürfen wir Menschen nicht auf ihre dunkelsten Kapitel festlegen. Weder andere noch uns selbst.
Wir dürfen um die Wahrheit um das Gute ringen – ja wir sollen es sogar.
Aber wir sind nicht die, die als Richter fungieren.
Gottes Treue ist größer als unsere Urteile. Und sein Erbarmen reicht weiter als unsere Sprache, weiter als unser Denken.
Oder in den Worten des Paulus: „Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“ (Röm 11,36)
Predigtlied: EG 302,1-4: Du meine Seele singe
Fürbittengebet:
Gott, wir bitten dich für alle, die politische Verantwortung tragen. Gib ihnen Weisheit und den Blick für das Leben der Menschen. Bewahre sie vor einfachen Antworten.
Wir bitten dich für deine Kirche. Lehre uns, mit Bedacht zu sprechen und so von dir zu reden, dass Menschen sich gesehen fühlen und jüdisches Leben aber auch jedes andere Leben ohne Angst möglich ist.
Wir bitten dich für uns selbst. Hilf uns, Worte zu finden, die nicht verletzen, Geduld zu haben und aufmerksam zu sein für Menschen in Not.
Wir bitten dich besonders für Menschen, die unter Krieg, Gewalt und Vertreibung leiden. Sei ihnen nahe, schenke Schutz und neue Hoffnung. Stärke alle, die sich für Frieden einsetzen.
Wir bitten dich für Kinder und Jugendliche überall auf der Welt, begleite sie auf ihrem Weg und lehre sie, wie man Frieden lebt!
Wir bitten dich für Kranke, Einsame und Trauernde – sei ihnen nah mit deinem Erbarmen, mit deiner Liebe.
Wir bringen dir auch die Menschen, mit denen wir uns schwertun. Öffne unsere Herzen für Versöhnung.
Wir denken an Hunger, Ungerechtigkeit und die Not der Schöpfung. Gib uns Mut zur Verantwortung.
Lass unsere Gemeinde ein Ort der Hoffnung sein. Erinnere uns daran, dass dein Licht stärker ist als alle Dunkelheit.
(Wir denken auch an Menschen, die uns persönlich nahestehen, in der Stille nennen wir dir Namen, zeigen dir Gesichter.)
-STILLE-
Wir beten miteinander und füreinander
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Abkündigungen
Schlusslied: EG 434: Schalom chaverim
Segen
Der Herr segne euch und behüte euch,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig
der Herr erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.
(Amen, Amen, Amen)
Orgelnachspiel


