Gottesdienst am Pfingstsonntag, 24.05.2026 10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
Vorspiel Gitarre: Lautenpräludium von Bach
Lied: EG 135,1+2+4 (Schmückt das Fest mit Maien)
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)
Begrüßung:
Wir feiern Pfingsten – Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist!
Wir feiern den Beginn der christlichen Gemeinden, den Geburtstag der Kirche. Der Psalm nimmt uns mit hinein in dieses Fest mit Worten voller Dankbarkeit.
Psalm: 118, 24-29 (NL 958.2– im Wechsel)
Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!
Wir segnen euch vom Haus des HERRN.
Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Ehre sei dem Vater...
Bußgebet:
Gott, unsere Welt – eine Wohnung für deinen Heiligen Geist.
unsere Welt – friedlich und schön.
So könnte es sein.
Aber wir lassen deinem Geist oft so wenig Raum.
Gott, unsere Herzen – eine Wohnung für deinen Heiligen Geist.
Wir Menschen – begeistert. Feuer und Flamme.
So könnte es sein.
Stattdessen sind wir oft kleinmütig und niedergeschlagen.
Gott, dein Heiliger Geist – eingezogen bei uns.
In unseren Kirchen, in unserer Welt.
Und wir: so verschieden wir sind – verbunden und geeint.
So könnte es sein.
Stattdessen reden wir oft über das, was uns trennt und vergessen, was uns eint.
Sende uns deinen Geist, Gott, der Herzen erfüllt und bewegt.
Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich.
(...Herr erbarme Dich ... Christe erbarme Dich ...Herr erbarm dich über uns)
Zusage: Gott hat sich erbarmt in Jesus Christus – denn so spricht Gott: Freue dich und sei fröhlich!
Siehe, ich komme und will bei dir wohnen.
Ehre sei Gott in der Höhe (... und auf Erden Fried...)
Loblied: EG 294,1 (Nun saget Dank und lobt den Herren)
Tagesgebet:
Dich, Gott, bitten wir:
Erfülle unsere Welt. Erfülle uns mit deinem Geist,
der verbindet, was getrennt ist,
der ermutigt und tröstet und Frieden schafft
Komm, Gott, Heiliger Geist und nimm Wohnung bei uns.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. (Gemeinde: Amen)
Lesung: Johannes 14,15-19.25-27
15Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. 16Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: 17den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
18Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. 19Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.
25Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 26Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
27Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Spruch: Gott hat und nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Halleluja
Gemeinde: Halleluja, Halleluja
Glaubensbekenntnis: EG 882
Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.
Hauptlied: EG 133,1+7+8 (Zieh ein zu deinen Toren)
PREDIGT über Apostelgeschichte 2
Heute hören wir leise und laute Töne… von Gitarre, Klavier und Orgel
Wir singen alte Choräle und neue Lieder.
Entdecken Unbekanntes und hören Vertrautes
Wir dürfen nachdenklich werden, in uns hineinhorchen, hören, spüren und uns berühren lassen …
…wir dürfen mitgerissen werden, die Stimmen erheben, singen und uns freuen – das alles ist Pfingsten.
So und noch ganz anders wirkt Gottes Geist.
So zumindest wird es in der Pfingsterzählung in der Apostelgeschichte erzählt (Apg 2):
Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle zusammen,
die zu Jesus gehörten.
Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen
wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus,
in dem sie sich aufhielten.
Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich
und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt.
Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden –
ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt,
die sich hier niedergelassen hatten.
Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen.
Sie waren verstört,
denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
Erstaunt und verwundert sagten sie:
»Sind das nicht alles Leute aus Galiläa,
die hier reden?
Wie kommt es, dass jeder von uns
sie in seiner Muttersprache reden hört?
Wir kommen aus Persien, Medien und Elam.
Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa und Kappadozien,
aus Pontus und der Provinz Asia,
aus Phrygien und Pamphylien.
Aus Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen,
ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
Wir sind Juden von Geburt an, aber auch Fremde,
die zum jüdischen Glauben übergetreten sind.
Auch Kreter und Araber sind dabei.
Wir alle hören diese Leute
in unseren eigenen Sprachen erzählen,
was Gott Großes getan hat.«
Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen:
»Was hat das wohl zu bedeuten?«
Wieder andere spotteten:
»Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«
Da trat Petrus vor die Menge,
zusammen mit den anderen elf Aposteln.
Mit lauter Stimme wandte er sich an die Leute:
»Ihr Leute von Judäa, Bewohner von Jerusalem!
Lasst euch erklären, was hier vorgeht,
und hört mir gut zu!
Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr meint.
Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages.
Nein, was hier geschieht,
hat der Prophet Joel vorhergesagt:
›Gott spricht:
Das wird in den letzten Tagen geschehen:
Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen.
Eure Söhne und Töchter werden als Propheten reden.
Eure jungen Männer werden Visionen schauen,
und eure Alten von Gott gesandte Träume haben.
Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen,
werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen.
Und sie werden als Propheten reden.
Leise und laut…
Als die Jünger zusammen sind an diesem Festtag 50 Tage nach Jesu Auferstehung sind sie leise und in sich gekehrt.
Noch immer sind sie vorsichtig, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Sie trauern immer noch um ihren Freund. Auch wenn sie von seiner Auferstehung erfahren haben, vermissen sie seine Gegenwart.
Wie einfach war es doch gewesen, als er noch in ihrer Mitte war. Er wusste, was zu tun war, er tröstete sie, gab ihnen Orientierung. Er riss sie mit durch seine Worte und Überzeugungen.
Die Jünger sind unsicher. Haben Angst. Was sind sie ohne ihn? Können sie das, was er von ihnen erwartet? Sie fühlen sich überfordert. So hatten sie es sich nicht vorgestellt, damals, als sie alles liegen und stehen gelassen haben, um ihm zu folgen.
Ihnen ist nach ein-igeln. Für sich sein. Die Welt aussperren. Sie schaffen es doch gar nicht ohne ihn.
Und so sitzen sie in ihrem Raum, hinter verschlossenen Türen und dicken Mauern und hängen ihren Gedanken, Erinnerungen und Fragen nach.
Und dann geschieht es.
Leise erst. Ein Windzug geht durchs Haus, der von Veränderung erzählt. Eine Wärme breitet sich aus – um sie herum, in ihren Köpfen und Herzen. Was wenn sie doch? Wenn sie es doch wagen? Hinausgehen, sich den Leuten stellen, ihre Erinnerungen teilen, von ihren Erfahrungen erzählen. Was wäre, wenn andere sich angesprochen fühlen, sich berühren lassen von ihren Geschichten? Was wäre, wenn sie es sind, die zu anderen sagen: komm mit, trau dich. Zusammen sind wir stark. Zusammen können wir die Welt verändern.
Ihre vorsichtigen Gedanken und Visionen werden größer und lauter. Es summt in ihrem Kopf – sie beginnen zu träumen, zu sprechen. Aus dem Summen wird ein Brausen und es weht die Türen auf in ihren kleinen Herzen und engen Gedanken – und irgendwann auch die Türen und Fenster von dem Haus, in dem sie sitzen.
Und irgendwann stehen sie auf und treten hinaus – mitten auf den Platz, wo die vielen Festgäste durch die Straßen Jerusalems laufen.
Sie stehen mitten hinein in die Menschenmenge und beginnen zu erzählen.
Später wissen sie nicht mehr, woher der Mut kam, woher die Worte – aber es drängte sie einfach zu reden – und wie ein Wunder werden sie verstanden – von allen, die da sind – ganz egal aus welchem Land.
Sie verstehen – vielleicht nicht mit den Ohren, vielleicht auch nicht mit Worten – aber mit dem Herzen und mit der Seele. Sie verstehen: das, was da geschieht, was da erzählt wird: es hat mit ihnen zu tun. Es kann etwas verändern – auch in ihrem Leben.
Die Kraft, die die Jünger in sich spüren – sie greift um sich – jeder kann es spüren, diese Kraft aus der Höhe, diese Wärme, den Mut, die Begeisterung.
An diesem Tag kommt die Kirche zur Welt.
Die erste christliche Gemeinde entsteht. Menschen lassen sich taufen, weil sie dazu gehören möchten.
Pfingsten!
Wir feiern heute den Geburtstag der Kirche!
Seit damals hat unsere Kirche zahlreiche Geburtstage gefeiert und sie ist darüber alt geworden.
Nur noch an einzelnen Orten und in besonderen Situationen findet sich diese lebendige Begeisterung, wie sie von den Jüngern und dem ersten Pfingstfest erzählt wird.
Die Kirche ist erstarrt – oder wirkt zumindest so…
Mit ihren dicken Mauern, ihrer festgefügten Institution – mit langen Entscheidungswegen, die einer Behörde zu eigen ist…
Wir sitzen in unseren Kirchenmauern – mit den Ritualen und Traditionen, die fast so alt sind, wie die Kirche selbst.
Die Zeiten, wo Menschen in Scharen herbeiliefen und sich taufen ließen, scheinen vorbei… selbst die lebendigste Gemeinde erfährt Kirchenaustritte und dass sie Jahr um Jahr kleiner wird…
In den Leitungsgremien von Kirche plagt man sich mit Verwaltungsfragen, Finanzsorgen, Gebäudemanagement und sucht nach Innovationen, die Menschen wieder zur Kirche bringen…
War Kirche so gedacht?
Eine Institution mit einer dicken Verwaltung?
Unbeweglich, stumm und manchmal auch ein wenig weltfremd?
Was Jesus wohl sagen würde, wenn er heute hier in unserer Mitte sitzen würde…
…oder in unseren Synoden und Gremien mit all ihren Haushaltsdebatten?
Wo ist sie hin – diese anfängliche Begeisterung?
Wo ist sie hin – die Freude und der Wunsch dazuzugehören.
Wo ist der Mut hin, sich mitten auf einen Markplatz zu stellen und das Evangelium zu verkünden? – Das manchmal auch unbequem ist – aber immer die Menschen im Blick hat! Das Wohl der Menschen! Gerechtigkeit und Frieden in der Welt!
Die Kirche des Anfangs war keine ängstliche Kirche, die sich hinter Mauern versteckte und sich zum Schweigen verdammen ließ. Auch wenn es damals ebenso wie heute Menschen gab, die meinten, dass Kirche sich nicht um Politik kümmern soll sondern allein um Glaubensfragen.
Doch das eine geht nicht ohne das andere – wenn man in der Nachfolge Jesu lebt, dann muss man wie er auch die Missstände einer Gesellschaft anprangern und zu verändern suchen.
Die Kirche des Anfangs war im gewissen Sinne eine Untergrundorganisation, eine Gruppe von Menschen, die die Finger in die Wunde ihrer Gesellschaft legte.
Sperrig, unbeugsam, präsent…
…und zugleich ein Ort, in dem Menschen Heimat fanden. Und dafür brauchten sie keine Kirchengebäude oder Gemeindehäuser.
Sie trafen sich auf Plätzen, an Flüssen oder in Privathäusern.
Die Orte waren nicht wichtig – wichtig war die Gemeinschaft und das Wort Gottes und das gemeinsame Abendmahl.
Glücklich die Kirche des Anfangs – zumindest in dem Sinne, dass sie sich um solche Äußerlichkeiten, wie Finanzen und Gebäude und Mitgliederzahlen keine Sorgen machen musste.
Sie lebte das Evangelium.
Das Bild, das Lukas in der Apostelgeschichte zeichnet ist vor allem eins: da sind Menschen, die erfüllt sind von Gottes Geist. So erfüllt, dass sie nicht an sich halten können – so erfüllt, dass sie auf dem Marktplatz treten und laut predigen.
Und die Menschen damals hören ihnen zu – sie hören Vertrautes und Neues – sie hören ihre Sprache und andere – sie verstehen – verstehen, was ihnen gesagt wird – verstehen auch einander.
Konfessionen spielten noch keine Rolle – Ausprägungen des Glaubens auch nicht (das kam erst später) – man war einfach erfüllt und getragen vom einen Geist!
Pfingsten – mal laut, mal leise…
Mal vertraut und mal neu…
Mal nach außen tretend und mal in sich hineinhorchend.
Pfingsten betrifft die Gemeinschaft der Christen – aber es betrifft auch jeden einzelnen.
So wie es ja in jedem einzelnen damals begann – in Petrus, in Jakobus, in Maria, in Johannes, in Salome und wie sie alle hießen.
An Pfingsten gießt Gott seinen Geist aus.
Er gießt ihn in die Herzen, Seele und Köpfe der einzelnen.
Und dieser Geist Gottes, er ist so vielfältig.
Jedes Jahr gehen unsere Konfis auf eine Heilig-Geist-Tour. An verschiedenen Stationen entdecken sie, wie der Geist Gottes wirkt – was er bewirkt – auch für sie.
Sie gehen über den Friedhof und suchen Trostworte – denn der Geist Gottes tröstet. Erzählt von einem Leben, das nicht mit dem Tod zu Ende ist.
Sie schreiben Karten für andere – denn der Geist Gottes ist eine Kraft, die aufrichtet und Mut macht.
Sie bemalen den Hof mit Kraftworten des Geistes, die in unserer Welt wirksam werden sollen – Freude steht dann da und Friede – Besonnenheit und Zuversicht – Gemeinschaft, Respekt und Toleranz.
Sie kommen in die Kirche und formulieren Gebete für Menchen, die ihnen wichtig sind – denn der Geist Gottes, ist der, der uns beten hilft und der für uns betet, wenn uns die Worte fehlen.
All das und noch viel mehr bewirkt dieser Geist Gottes in uns Menschen – und zwar bis heute.
Er kommt nicht mit Brausen – zumindest habe ich es noch nicht so erlebt – er wirkt eher leise und sanft – und tief in uns drin.
Er bringt Saiten und Sehnsüchte in uns zum Klingen und Schwingen.
Und zunächst spüren wir vielleicht nur einen leisen Luftzug – einen Gedankenhauch: ein „so könnte es sein“ oder „so könnte ich sein“.
Da wächst auf einmal Mut – da wärmt uns ein Trost – da richtet uns eine innere Kraft auf…
Manchmal merken wir es gar nicht…
…aber es kann wachsen. In uns und aus uns heraus – und auf andere zu und mit anderen gemeinsam…
Und mit anderen gemeinsam kann man auf einmal so viel mehr – man kann sich verändern – die Beziehungen, in denen man lebt – die Kirche in ihrer Erstarrung und mit ihren kleingläubigen Sorgen – ja sogar die Welt, die soweit weg ist von der Kraft des Geistes von Liebe, Friede und Besonnenheit…
Wir sind von Gott dazu befähigt – er hat uns dazu seine Kraft geschenkt – seine Geist-Kraft.
Man kann sie nicht sehen und nicht begreifen und auch nicht festhalten.
Aber man kann sie spüren…
…leise… in uns drin…
Sie ist da – und wir können sie verstärken – durch unser Reden und Handeln – durch unsere Geist-Gemeinschaft.
Und aus dem leisen Luftzug der Visionen und Träume in unseren Gedanken und Herzen – kann ein Brausen werden, das von Veränderung erzählt.
Auch das ist Pfingsten!
Und es ist gut, wenn wir jedes Jahr aufs Neue daran erinnert werden: die Kraft Gottes ist in uns – und sie will in uns und durch uns wirken, wachsen und verändern. Amen.
Predigtlied: NL 88,1-5 (Wind kannst du nicht sehen)
Überleitung zum Abendmahl (Präfation):
Erhebet eure Herzen
Gemeinde: Wir erheben sie zu Herren.
Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserem Gott.
Gemeinde: Das ist würdig und recht.
Recht ist es und wahrhaft würdig und heilsam, dass wir dir, Herr, Heiliger allmächtiger Vater, ewiger Gott allezeit und überall Dank sagen, durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Denn du hast deinen Heiligen Geist ausgegossen und deine Kirche gegründet. Dafür loben dich alle Engel und Erzengel und das Heer der himmlischen Heerscharen mit denen auch wir unsere Stimme erheben und singen:
Gemeinde: Heilig, heilig, heilig… in der Höhe.
Einsetzungsworte
Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl, dankte, gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zu Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
Abendmahlsgebet:
Lieber Himmlischer Vater, was für ein unglaublicher Segen ist es, den du uns durch das Sterben und Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus geschenkt hast. Wir danken dir und bitten dich: Sende deinen Heiligen Geist in unsere Herzen, damit wir mehr und mehr erfassen, wie unermesslich hoch und tief deine Liebe zu uns ist. So loben wir dich und beten gemeinsam, wie Jesus Christus uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel…
Agnus Dei
Sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt.
Gemeinde: Christe, du Lamm Gottes (EG190,2)
Friedensgruß
Der Friede des Herrn sei mit euch
Gemeinde: und mit deinem Geist.
Gebt einander ein Zeichen des Friedens und begrüßt mit “der Friede sei mit dir” oder mit “Shalom”.
Austeilung
Kommt, denn es ist alles bereit. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Christi Leib, für dich gegeben.
Christi Blut, für dich vergossen.
Dankgebet:
Himmlischer Vater, wir danken dir für deinen Segen und für das Brot des Lebens und den Kelch des Heils, die du uns durch deinen Sohn Jesus Christus geschenkt hast. Stärke und leite uns nun durch deinen Heiligen Geist, damit wir in dir bleiben und dir als deine Gemeinde treu nachfolgen.
Gemeinde: Amen
Lied: NL 68,1+4 (Lobe den Herrn meine Seele)
Fürbittengebet:
Heiliger Geist,
komm zu uns – überwinde die Mauern,
öffne die Türen, auch die in unseren Herzen und Köpfen.
Komm zu uns und weck uns mit deinem Lebenshauch und weh uns ins Leben, wo wir gebraucht werden, um dein Wort zu verkünden und zu leben.
Schenk uns deine Geistesgaben, die uns für unsere Aufgaben in der Welt stärken:
Deine Geistesgaben erbitten wir:
Friedensliebe für die Mächtigen, damit die Kriege enden,
damit die tödliche Gier erlischt, damit die Armen aufatmen.
Deine Geistesgaben erbitten wir:
Versöhnung für die einander Feindlichen, damit Neuanfänge gelingen, damit alte Schuld vergeben wird, damit die Liebe wieder wächst.
Deine Geistesgaben erbitten wir:
Weisheit für die Klugen, damit sie die Wahrheit lieben,
damit sie sich den Kräften des Bösen verweigern,
damit sie Gutes tun.
Deine Geistesgaben erbitten wir:
Mut für die Resignierten, damit Hoffnung das Handeln bestimmt, damit sich die Ängstlichen zusammentun und dem Hass entgegentreten, damit die Verfolgten Schutz finden.
Deine Geistesgaben erbitten wir:
Trost für die Traurigen, damit die Liebe die Erinnerung schützt, damit die Kranken Heilung finden, damit die Verzweifelten aufstehen.
Deine Geistesgaben erbitten wir:
Glauben für deine Kirche, damit Wunden heilen,
damit wir einander verstehen, damit wir eins werden in dir.
Heiliger Geist, komm zu uns,
sprich zu uns und unseren Kindern, verwandele diese Welt.
Heiliger Geist,
berühre uns, befreie uns, mach uns Mut.
Heute und morgen und alle Tage.
Und dein Friede, Gott, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Abkündigungen
Schlusslied: EG 501,1+2+4 (Wie lieblich ist der Maien)
Segen:
Es segne und behüte uns, der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
(Amen, Amen, Amen)
Nachspiel Gitarre: Swing Low, Sweet Chariot


