Gottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias, 11.01.26

 
Gottesdienst am Ersten Sonntag nach Epiphanias,  11.01.2026  10:00 Uhr in Lichtenau mit Diakonin Nicole Faller
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
MUSIK ZUM EINGANG
 
VOTUM UND GRUSS
„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“
(Römer 8,14)
Liebe Gemeinde,
manchmal ist das Leben laut.
Manchmal auch verwirrend.
Und manchmal stehen wir einfach da und fragen uns:
Bin ich eigentlich richtig? Bin ich gemeint? Trägt mich etwas?
Der Wochenspruch für diesen Sonntag antwortet darauf nicht laut, nicht triumphierend – sondern leise und klar:
Du bist Gottes Kind.
Nicht, weil du alles richtig machst.
Nicht, weil du besonders glaubensstark bist.
Sondern weil Gott dich sieht, dich ruft und dich begleitet.
Heute hören wir von der Taufe Jesu.
Ein Moment ohne große Worte – und doch mit einer Stimme vom Himmel, die sagt: Du gehörst zu mir.
So wie wir heute gekommen sind,
so wie diese Woche war,
so sind wir jetzt hier.
 
Und so feiern wir diesen Gottesdienst:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gemeinde: Amen.
Der Herr sei mit euch      
Gemeinde: und mit deinem Geist.
 
LIED:
Christus, das Licht der Welt (EG 410)
Strophe 1, 2 + 4
 
1.    Christus, das Licht der Welt. Welch ein Grund zur Freude! In unser Dunkel kam er als ein Bruder.
Wer ihm begegnet, der sieht auch den Vater.
Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
2.    Christus, das Heil der Welt. Welch ein Grund zur Freude! Weil er uns lieb hat, lieben wir einander.
Er schenkt Gemeinschaft zwischen Gott und Menschen. Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
4.  Gebt Gott die Ehre. Hier ist Grund zur Freude!
     Freut euch am Vater. Freuet euch am Sohne.
     Freut euch am Geiste: denn wir sind gerettet.
     Ehre sei Gott, dem Herrn!
 
 
PSALM ZUM EINGANG:
Wir lesen im Wechsel den Psalm 89 (EG 745):
linke und rechte Seite im Wechsel
 
Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich
und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für;
denn ich sage: Auf ewig steht die Gnade fest;
           du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.
»Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten,
ich habe David, meinem Knechte, geschworen:
Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig und deinen Thron bauen für und für.«
Wohl dem Volk, das jauchzen kann!
Herr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;
           sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein
           und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.
Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke,
und durch deine Gnade wirst du unser Haupt erhöhen.
 
EHRE SEI DEM VATER
Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immer da
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
 
LIED:
In der Stille angekommen (NL 60)
Strophe 1 – 3
 
1.    In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet.
Große Worte sind nicht nötig,
denn Gott weiß ja, wie's mir geht.
 
Ref: Danken und loben, bitten und flehn.
      Zeit mit Gott verbringen.
      Die Welt mit offnen Augen sehn.
      Reden, hören, fragen, verstehn.
      Zeit mit Gott verbringen.
      Die Welt mit seinen Augen sehn.
 
2.    In der Stille angekommen, leg ich meine Masken ab.
Und ich sage Gott ganz ehrlich,
Was ich auf dem Herzen hab.
 
Ref: Danken und loben, bitten und flehn.
 
3.    In der Stille angekommen, schrei ich meine Angst heraus.
Was mich quält und mir den Mut nimmt,
All das schütt ich vor Gott aus.
 
Ref: Danken und loben, bitten und flehn.
 
GEBET:
lasst uns beten:
Gott,
wir sind heute hier,
weil wir einen Moment Ruhe brauchen.
Einen Moment, in dem nicht alles entschieden werden muss.
Einen Moment, in dem wir hören dürfen,
wer wir sind – vor dir. So vieles zieht an uns.
Stimmen, Erwartungen, Termine.
Manches macht uns unsicher,
manches lässt uns zweifeln, wohin wir eigentlich gehören.
Du hast Jesus zugesagt: Du bist mein geliebtes Kind.
Diese Zusage brauchen wir auch.
Nicht als große Idee,
sondern ganz schlicht – für unser Leben.
Sprich sie uns neu zu.
Gib uns Orientierung, wo wir sie verloren haben.
Und einen festen Grund unter den Füßen.
Herr, erbarme dich.
 
KYRIE:
  Gemeinde: Herr erbarme dich
  Gemeinde: Christi erbarme dich
  Gemeinde: Herr erbarm dich über uns
GNADENSPRUCH:
Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
Das lassen wir uns heute zusagen:
Ihr seid Gottes Töchter und Söhne durch die Kraft des Geistes.
 
GLORIA
Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: und auf Erden Fried, den
Menschen ein Wohlgefallen.
 
LIED:
Wasser des Lebens (NL 290)
Melodie: Morning has broken
Strophe 1, 2 + 4
 
1.    Wasser des Lebens, Worte des Himmels,
die sich verbinden, mächtig sie sind,
denn Gottes Segen fließt überströmend:
Du wirst getauft, du bist Gottes Kind!
 
2.    Klar wie das Wasser, rein wie sein Segen
tut sich der Himmel über dir auf,
du bist gehalten in Gottes Nähe,
nichts trennt dich wieder vom Lebenshauch.
4.  Schick deine Engel, Hüter des Lebens,
     sende uns deine Kraft, deinen Geist,
     damit durch Wasser und deine Worte
     du alles neu machst, segnest und heilst.
 
SCHRIFTLESUNG:
Die Frohe Botschaft für den heutigen ersten Sonntag nach Epiphanias steht geschrieben im Matthäus-Evangelium, Kapitel 3, die Verse 13-17:
 
13Damals kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu
   Johannes. Er wollte sich von ihm taufen lassen. 14Johannes versuchte, ihn davon abzuhalten. Er sagte: »Ich  
   müsste doch eigentlich von dir getauft werden! Und du
   kommst zu mir?«
15Jesus antwortete: »Das müssen wir jetzt tun. So erfüllen
   wir, was Gottes Gerechtigkeit fordert.« Da gab Johannes
   nach.
16Als Jesus getauft war, stieg er sofort aus dem Wasser. In
   diesem Moment öffnete sich der Himmel über ihm. Er sah
   den Geist Gottes, der wie eine Taube auf ihn herabkam. 17Da erklang eine Stimme aus dem Himmel: »Das ist mein
   geliebter Sohn, an ihm habe ich Freude.«
 
LOBSPRUCH
Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren – Halleluja
 
PREDIGT:
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, der da war, der da ist und der da kommt. Amen
Liebe Gemeinde,
 
Jesus kommt an den Jordan.
Nicht mit Abstand. Nicht mit Sonderrolle.
Er stellt sich an. In die Reihe.
Zu Menschen, die etwas loswerden wollen,
die sich nach einem Neuanfang sehnen.
Johannes sieht ihn kommen
Er kennt Jesus.
Er weiß, da steht keiner, der etwas abwaschen müsste.
Das passt nicht.
Ich müsste eigentlich von dir getauft werden, sagt er.
Denn er ahnt: Hier passiert etwas Größeres, als er begreifen kann.
Aber Jesus bleibt ruhig.
Er drängt nicht. Er erklärt sich nicht lange.
Er sagt nur: Lass es jetzt geschehen.
Und dann steht Jesus im Wasser.
Nicht über den Dingen. Sondern mittendrin.
Der Himmel öffnet sich.
Und der Geist Gottes kommt herab in Gestalt einer Taube.
Eine Taube kennen wir aus einer alten Geschichte.
Nach der großen Flut, als alles zerstört war,
lässt Noah eine Taube fliegen.
Sie kommt zurück mit einem frischen Zweig im Schnabel.
Ein Zeichen: Das Leben geht weiter.
Gott hat die Welt nicht aufgegeben.
Das ist kein Zufall.
Denn auch hier, am Jordan,
ist die Taube ein Zeichen der Hoffnung.
Kein Ende, sondern ein Anfang.
Kein Gericht, sondern Zusage.
Und dann diese Stimme:
Das ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Freude.
Mehr nicht. Kein Auftrag. Keine Forderung. Nur Zusage.
Vielleicht ist der Widerstand des Johannes genau deshalb wichtig. Weil er zeigt, wie ungewohnt diese Art von Gott ist.
Ein Gott, der sich nicht abgrenzt.
Der sich hineinbegibt.
Und vielleicht kennen wir diesen Widerstand auch.
Wenn wir denken:
So einfach kann das doch nicht sein.
Liebe, bevor etwas geleistet ist?
Aber genau das erzählt diese Geschichte.
Am Anfang steht nicht das Tun.
Am Anfang steht die Zusage.
Das soll uns heute an diesem Sonntag entlasten.
Denn unser Alltag funktioniert oft anders.
Im Beruf - In der Familie - In Beziehungen.
Man soll funktionieren, durchhalten, sich ständig verbessern.
Und manchmal schleicht sich dieser Gedanke sogar in den Glauben: Reicht das, was ich bin? Tue ich genug?
Die Taufe Jesu sagt etwas anderes.
Sie sagt: Du bist geliebt, bevor du etwas beweist.
Du gehörst dazu, bevor du alles im Griff hast.
Viele von uns kennen diese Momente,
an denen man sich eher klein fühlt als getragen.
Wo der Zweifel lauter sind als Vertrauen.
Tage, an denen man sich fragt, ob das eigene Leben wirklich zählt.
In solche Tage hinein spricht Gott.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger.
Sondern mit einer Stimme, die sagt: Du bist mein geliebtes Kind. An dir habe ich Freude
Diese Zusage gilt nicht nur Jesus. Sie gilt auch uns.
Unsere Taufe liegt vielleicht lange zurück.
Manche erinnern sich kaum daran.
Aber sie ist da – wie ein leiser Grundton unter unserem Leben.
Und manchmal reicht es schon, sich daran zu erinnern:
Ich bin nicht nur das, was ich leiste.
Ich bin nicht nur das, was mir misslingt.
Ich bin jemand, den Gott ansieht und sagt:
Du gehörst zu mir.
Vielleicht verändert das nicht sofort und jetzt alles.
Aber es verändert, wie wir durch den Tag gehen.
Es verändert, wie wir unser Leben führen.
Mit etwas mehr Ruhe.
Mit etwas mehr Vertrauen.
Und mit der Hoffnung, dass wir nicht alleine unterwegs sind.
Amen.
 
LIED:
Gott liebt diese Welt (EG 409)
Strophe 1, 2 + 7, 8
 
1. Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen.
     Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen:
     Gott liebt diese Welt!
2. Gott liebt diese Welt. Er rief sie ins Leben.
     Gott ist’s, der erhält, was er selbst gegeben.
     Gott gehört die Welt!
 
7.  Gott liebt diese Welt. Er wird wiederkommen,
     wann es ihm gefällt, nicht nur für die Frommen,
     nein, für alle Welt!
 
8.  Gott liebt diese Welt, und wir sind sein eigen.
     Wohin er uns stellt, sollen wir es zeigen:
     Gott liebt diese Welt!
 
FÜRBITTEN:
lasst uns Fürbitte leisten:
 
Guter Gott,
du hast Jesus zugesagt, dass er dein geliebtes Kind ist.
Mit dieser Zusage kommen wir jetzt zu dir
und bringen vor dich, was uns bewegt.
Wir bitten dich für alle, die gerade viel tragen müssen.
Für Menschen, die funktionieren, obwohl sie müde sind.
Für die, die Verantwortung tragen in Familie, Beruf oder Pflege und kaum noch Zeit haben, an sich selbst zu denken.
Gib ihnen Momente zum Aufatmen
und Menschen, die sie tragen.
Wir bitten dich für alle, die sich unsicher fühlen.
Die zweifeln, ob sie genügen.
Die sich fragen, ob ihr Leben zählt
oder ob sie übersehen werden.
Lass sie spüren,
dass sie bei dir einen festen Platz haben.
Wir bitten dich für unsere Welt,
in der so vieles laut, hart und unübersichtlich ist.
Für Orte, an denen Gewalt herrscht.
Für Menschen, die auf der Flucht sind.
Für alle, die sich nach Frieden sehnen
und nicht wissen, wie er beginnen soll.
Schenke Zeichen der Hoffnung,
auch kleine, unscheinbare.
Wir bitten dich für deine Kirche,
dass sie ein Ort bleibt, an dem Menschen Zusage hören
und nicht zuerst Forderungen.
Ein Ort, an dem man dazugehören darf,
auch mit Fragen und Brüchen.
Und wir bitten dich für uns selbst.
Für die kommende Woche.
Für das, was uns erwartet
und für das, was wir noch nicht absehen können.
Begleite uns mit deinem Geist
und erinnere uns daran,
dass wir deine Kinder sind.
Alles, was wir gesagt haben,
alles, was uns noch auf dem Herzen liegt
und wofür uns die Worte fehlen, legen wir in das Gebet,
das Jesus selbst uns geschenkt hat.
 
VATER UNSER:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen
 
KANZELSEGEN:
Der Friede Gottes welcher höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
 
ABKÜNDIGUNGEN:
Die Gemeinde hat noch Folgendes bekannt zu geben:
 
 
LIED:
Geh unter der Gnade (NL 139)
Strophe 1 – 3
Ref: Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen
        Geh in seinem Frieden, was auch immer du tust
Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte
      Bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst
 
1.    Alte Stunden, alte Tage, lässt du zögernd nur zurück
Wohlvertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück
 
Ref: Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen

2.    Neue Stunden, neue Tage zögernd nur steigst du hinein
Wird die neue Zeit dir passen, ist sie dir zu groß, zu klein?
 
Ref: Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen

3.    Gute Wünsche, gute Worte, wollen dir Begleiter sein
Doch die besten Wünsche münden alle in den einen ein
 
Ref: Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen

SEGEN:
Gott segne dich
und begleite dich auf deinem Weg.
Er halte dich,
wenn der Alltag schwer wird,
und erinnere dich daran,
dass du zu ihm gehörst.
 
So segne dich der gütige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
  Gemeinde: Amen.
 
MUSIK ZUM AUSGANG