Gottesdienst am Neujahrstag, 01.01.26

 
Gottesdienst am Neujahrstag,  01.01.2026  18:00 Uhr in Lichtenau mit Diakonin Nicole Faller
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
MUSIK ZUM EINGANG
 
VOTUM UND GRUSS
„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“
Mit diesem Zuspruch heiße ich Sie herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst am Beginn dieses neuen Jahres. Ein neues Jahr liegt vor uns – mit vielem, was wir mitbringen, und vielem, das noch offen ist. Und zugleich hören wir heute das Wort, unter dem dieser Gottesdienst steht: die Jahreslosung für das Jahr 2026:
„Siehe, ich mache alles neu.“
Beides gehört zusammen: der Zuspruch, dass Christus bleibt, und die Verheißung, dass Gott Neues schafft – mitten in unserem Leben und mitten in dieser Welt. Dieser Spur wollen wir heute im Gottesdienst und in der Predigt nachgehen.
Ich feiere diesen Gottesdienst heute in Vertretung für unsere Pfarrerin Ute Braun, die leider erkrankt ist und Sie herzlich grüßen lässt. Wir wünschen ihr von hier aus gute Besserung.
Im Anschluss an den Gottesdienst lade ich Sie herzlich ein zum Neujahrsempfang mit einem Glas Sekt und Gelegenheit zur Begegnung und zum Gespräch. Bleiben Sie gern noch ein wenig und starten Sie gemeinsam mit uns in dieses neue Jahr.
Nun lassen Sie uns diesen Gottesdienst feiern – im Vertrauen auf den, der bleibt und der zugleich alles neu macht.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.                  Gemeinde: Amen.
Der Herr sei mit euch
                              Gemeinde: und mit deinem Geist.
 
LIED:
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen (EG 272)
2 x wiederholen
 
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Erzählen will ich von all seinen Wundern
und singen seinem Namen.
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!
 
PSALM ZUM EINGANG:
Wir lesen im Wechsel den Psalm:
Ratlos warte ich auf heilende Antworten
Doch nichts, was mir helfen könnte
Dringt an mein Ohr
Verlassen bin ich allein mit mir selbst,
wirre Stimmen toben in meiner Seele
Was soll ich nur tun, wer zeigt mir die Richtung?
Auch von dir, Ewiger, fühle ich mich verlassen
Ich spüre dich nicht, mein Rufen verhallt
Hörst du es doch,
dann gib mir ein Zeichen einen winzigen Hinweis,
der mich aufrichtet und stärkt
Dankbar erinnere ich mich an vergangene Hilfe
Dich an der Seite zu spüren, war ein starkes Gefühl
Lass mich nicht hängen, Ewiger und lass mich nicht betteln
Mach mich nicht kleiner, als ich sowieso schon bin
Sei du die kraftvollste der Stimmen in meiner Seele
dann verstummen die anderen,
sie halten nicht mit
Dann schwanke ich nicht mehr, denn du gibst mir Halt
zeigst mir Richtung und Ziel,
und ich finde neu zu mir selbst.
 
EHRE SEI DEM VATER
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immer da
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
 
 
GEBET:
lasst uns beten: (Zeichen zum Aufstehen)
Gott,
wir stehen vor dir ohne Schutz.
Mit dem, was wir sind, und mit dem,
was wir nicht geworden sind.
Ein neues Jahr liegt vor uns,
aber wir tragen das Alte in uns weiter:
Schuld, die nicht geklärt ist.
Wunden, die wir verdecken.
Angst vor dem, was sich ändern müsste.
Du sagst: Siehe, ich mache alles neu.
Wir hören dieses Wort und spüren unseren Widerstand.
Unsere Müdigkeit. Unser Misstrauen.
Sieh uns an, Gott.
Nicht mit dem Blick des Urteils,
sondern mit dem Blick, der trägt.
Halte aus, was in uns brüchig ist.
Und beginne du, wo wir nicht weiterkommen.
Herr, erbarme dich.
 
 
KYRIE:
  Gemeinde: Herr erbarme dich
  Gemeinde: Christi erbarme dich
  Gemeinde: Herr erbarm dich über uns
 
GNADENSPRUCH:
So spricht Gott: Sei getrost und unverzagt.
Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

GLORIA
Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde: und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.
 
LIED:
Es mag sein, dass alles fällt (EG 378)
Strophe 1, 2 + 5 
 
1.    Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt
     um dich her in Trümmer brechen.
   Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt:
   er hält sein Versprechen.
 
2.    Es mag sein, dass Trug und List eine Weile Meister ist;
   wie Gott will, sind Gottes Gaben.
   Rechte nicht um Mein und Dein;
   manches Glück ist auf den Schein, lass es Weile haben.
 
5. Es mag sein, so soll es sein.
  Fass ein Herz und gib dich drein;
  Angst und Sorge wird´s nicht wenden.
  Streite, du gewinnst den Streit!
  Deine Zeit und alle Zeit steh´n in Gottes Händen.
 
SCHRIFTLESUNG:
Die Lesung für den heutigen Abend steht geschrieben im Lukas-Evangelium Kapitel 4, die Verse 16 – 21:
16Jesus kam auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war.
   Am Sabbat ging er wie gewohnt in die Synagoge.
   Er stand auf, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen.
17Man reichte ihm die Schriftrolle mit dem Propheten Jesaja.
   Jesus rollte sie auf und fand die Stelle, wo geschrieben steht:
18»Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich  
     gesalbt. Er hat mich gesandt, den Armen gute Nachricht
     zu verkünden.
     Den Gefangenen soll ich zurufen, dass sie frei sind,
     und den Blinden, dass sie sehen werden.
     Den Unterdrückten soll ich die Freiheit bringen.
19Ich soll verkünden: Jetzt beginnt das Jahr, in dem der Herr
   Gnade schenkt.«
20Jesus rollte die Schriftrolle wieder zusammen, gab sie dem 
   Synagogendiener zurück und setzte sich.
   Alle Augen in der Synagoge waren gespannt auf ihn gerichtet.
21Da sagte er zu den Anwesenden:
   »Heute ist diese Stelle in der Heiligen Schrift in eurer   
     Gegenwart in Erfüllung gegangen.«
 
LOBSPRUCH
„Das Wort Gottes weist uns den Weg ins neue Jahr.“ – Halleluja.
 
LIED:
Wir haben Gottes Spuren festgestellt (EG 665)
Strophe 1 – 3
 
1.    Wir haben Gottes Spuren festgestellt
auf unsern Menschenstraßen,
Liebe und Wärme in der kalten Welt,
Hoffnung, die wir fast vergaßen.
 
Ref: Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
   in längst vergangnen Tagen,
   Gott wird auch unsre Wege gehn,
   uns durch das Leben tragen.
 
2.    Blühende Bäume haben wir gesehn,
wo niemand sie vermutet,
Sklaven, die durch das Wasser gehn,
das die Herren überflutet.
Ref: Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
 
3.    Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz,
hörten, wie Stumme sprachen,
durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz,
Strahlen, die die Nacht durchbrachen.
 
Ref: Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
 
PREDIGT:
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, der da war, der da ist und der da kommt. Amen
 
„Siehe, ich mache alles neu.“
So lautet die Jahreslosung für dieses Jahr.
Für manche klingt das nach Aufbruch.
Für andere eher nach Unruhe.
Denn „neu“ ist nicht nur verheißungsvoll – es ist auch unsicher. Neu heißt: Wir wissen nicht, wie es wird. Wir wissen nicht, ob wir dem gewachsen sind.
Ein neues Jahr beginnt, und viele von uns spüren genau das:
Nicht Vorfreude, sondern Vorsicht.
Nicht Neugier, sondern Fragen.
Was wird auf mich zukommen? Was bleibt mir erhalten?
Was gerät ins Wanken?
Vielleicht ist es gut, das auszusprechen. Denn Glaube beginnt nicht dort, wo wir mutig sind, sondern dort, wo wir ehrlich werden.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Das ist kein harmloser Satz. Er rührt an das, was wir festhalten möchten. An Gewohnheiten, an Sicherheiten, an Bilder von uns selbst. Neues bedeutet Veränderung – und Veränderung bedeutet immer auch Verlust. Selbst dann, wenn sie notwendig ist.
Viele von uns kennen diese Spannung:
Wir sehnen uns nach einem Neuanfang – und haben zugleich Angst davor. Angst, etwas zu verlieren. Angst zu scheitern. Angst, nicht mehr zu genügen. Angst, die Kontrolle aus der Hand zu geben.
Die Bibel weiß um diese Angst. Auch dort ist Neues nie einfach. Wenn Gott Neues beginnt, reagieren Menschen selten begeistert. Meist reagieren sie zögernd, skeptisch, manchmal widerständig. Nicht aus Böswilligkeit – sondern weil sie Menschen sind.
Und genau in diese menschliche Wirklichkeit hinein spricht Gott seine Verheißung.
Nicht als Befehl. Nicht als Forderung. Sondern als Zusage.
„Ich mache alles neu.“
Nicht: Du musst. Nicht: Du sollst. Sondern: Ich.
Das ist entscheidend. Denn es nimmt uns nicht die Unsicherheit – aber es nimmt uns die Last, alles selbst tragen zu müssen.
Vielleicht bedeutet Hoffnung in diesem Jahr nicht, dass wir keine Angst haben.
Vielleicht bedeutet Hoffnung, dass unsere Angst nicht das letzte Wort behält.
Gottes Neues beginnt oft dort, wo wir selbst keinen Plan mehr haben. Wo wir merken, dass wir nicht alles absichern können. Dass wir uns nicht vor jedem Risiko schützen können. Dass Leben nicht vollständig kontrollierbar ist.
Das Neue, von dem Gott spricht, ist kein perfekter Zustand. Es ist ein Weg. Einer, der langsam geht. Einer, auf dem Zweifel erlaubt sind. Einer, auf dem wir nicht ständig wissen müssen, wie es weitergeht.
Und vielleicht ist genau das die Einladung dieses Jahres:
Nicht mutig zu sein um jeden Preis.
Nicht stark zu wirken.
Sondern uns tragen zu lassen – auch mit unserer Unsicherheit.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Das heißt nicht: Alles wird leicht.
Aber es heißt: Du gehst nicht allein.
Du musst das Neue nicht aus eigener Kraft hervorbringen.
Du darfst Schritt für Schritt gehen – mit Angst, mit Fragen, mit Hoffnung.
Und vielleicht genügt das für den Anfang dieses Jahres:
Nicht Gewissheit - Aber Vertrauen.
Nicht Sicherheit - Aber Zuspruch.
Amen.
 
 
LIED:
Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt (EG 609)
Strophe 1 – 3
 
1.    Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt,
fährt durch das Meer der Zeit.
Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.
Das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht durch Angst, Not
und Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg,
 so fährt es Jahr um Jahr.
Und immer wieder fragt man sich:
Wird denn das Schiff bestehn?
Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehn?
 
Ref: Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr,
    denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer.
        O bleibe bei uns, Herr!
 
2.    Das Schiff, das sich Gemeinde nennt, liegt oft im Hafen fest,
weil sich’s in Sicherheit und Ruh bequemer leben lässt.
Man sonnt sich gern im alten Glanz vergangner Herrlichkeit,
und ist doch heute für den Ruf zur Ausfahrt nicht bereit.
Doch wer Gefahr und Leiden scheut, erlebt von Gott nicht viel.
Nur wer das Wagnis auf sich nimmt, erreicht das große Ziel!
 
Ref: Bleibe bei uns, Herr!
 
3.    Im Schiff, das sich Gemeinde nennt,
muss eine Mannschaft sein,
sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein.
Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht,
wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.
Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammenschweißt in Glaube, Hoffnung, Zuversicht,
ist Gottes guter Geist
 
Ref: Bleibe bei uns, Herr!
 
FÜRBITTEN:
lasst uns Fürbitte leisten: 
Gott,
am Beginn dieses neuen Jahres kommen wir zu dir
mit dem, was uns bewegt und beschäftigt.
Wir bitten dich für alle,
die dem Neuen mit Angst begegnen:
für Menschen, die vor Entscheidungen stehen,
für die, die nicht wissen, wie es weitergehen soll,
für alle, die sich nach Halt sehnen.
Schenke Vertrauen, wo Sicherheit fehlt.
Wir bitten dich für Menschen,
die Abschied nehmen mussten:
von vertrauten Lebensphasen,
von Gesundheit,
von Beziehungen oder von Zukunftsplänen.
Lass sie spüren, dass sie nicht verloren sind
und dass dein Neubeginn auch durch Brüche hindurchgeht.

Wir bitten dich für uns selbst:
für das, was wir uns vorgenommen haben,
und für das, woran wir zweifeln.
Bewahre uns davor, uns zu überfordern,
und gib uns den Mut, Schritte zu gehen,
auch wenn wir noch nicht alles überblicken.
Wir bitten dich für alle,
die uns im neuen Jahr begleiten und unterstützen:
für Familie, Freunde, Nachbarn
und für die Gemeinschaft unserer Gemeinde.
Lass uns füreinander aufmerksam bleiben
und einander stärken.
Wir bitten dich für unsere Pfarrerin Ute Braun
die heute nicht bei uns sein kann.
Schenke ihr Kraft und Genesung
und begleite sie auf ihrem Weg zurück.
Gott,
du hast verheißen, alles neu zu machen.
Lehre uns, dieser Verheißung zu trauen –
nicht mit großer Gewissheit,
sondern mit offenem Herzen.
Dir vertrauen wir an,
was unausgesprochen geblieben ist
und was wir selbst kaum in Worte fassen können.
Für all das lasst uns beten mit den Worten, die uns Jesus gelehrt hat:
 
VATER UNSER:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen
 
KANZELSEGEN:
Der Friede Gottes welcher höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
 
 
ABKÜNDIGUNGEN:
Die Gemeinde hat noch Folgendes bekannt zu geben:
 
LIED:
Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (EG 171)
Strophe 1 – 3
 
1.    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott
Sei mit uns auf unsern Wegen
(2x) Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen
 
2.    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott
Sei mit uns in allem Leiden
(2x) Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten
 
3.    Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott
Sei mit uns durch deinen Segen
(2x) Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen
 
SEGEN
Gehet hin im Frieden des Herrn:
Gott segne dich am Anfang dieses neuen Jahres.
Mit allem, was offen ist.
Mit allem, was dich zögern lässt.
Mit allem, was du noch nicht verstehst.
 
Gott segne deine Schritte, auch die kleinen
und die unsicheren.
Er begleite dich, wenn du tastend vorangehst
und wenn dir der Mut fehlt.
Gott halte dich, wenn Altes noch nachwirkt
und Neues dich verunsichert.
Er schenke dir Vertrauen, nicht als Gewissheit,
sondern als leise Zuversicht.
So segne dich der treue Gott,
der bleibt und der zugleich alles neu macht,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
                                       Gemeinde: Amen.
 
MUSIK ZUM AUSGANG