Christmette am 24.12.25

 
Christmette an Heilig Abend,  24.12.2025  22:00 Uhr in Scherzheim mit Diakonin Nicole Faller
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
MUSIK ZUM EINGANG
 
VOTUM UND GRUSS
„Fürchtet euch nicht!
Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“
(kurze Stille)
Liebe Gemeinde,
dieser Zuspruch gilt den Hirten in der Nacht –
und er gilt uns heute Abend.
„Fürchtet euch nicht.“
Das ist kein frommer Satz, sondern ein Wort für Menschen,
die mit Vielem leben müssen.
Schön, dass Sie heute hier sind.
Mit dem, was dieses Jahr mit Ihnen gemacht hat.
Mit Freude, mit Dankbarkeit, vielleicht auch mit Müdigkeit oder Unruhe.
Diese Nacht lädt uns ein, still zu werden und neu zu hören,
dass Gott uns nahegekommen ist.
 
So feiern wir diese Christmette im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gemeinde: Amen.
Der Herr sei mit euch       Gemeinde: und mit deinem Geist.
 
GEBET:
lasst uns beten:
Gott,
diese Nacht ist anders als andere.
Wir bringen mit, was dieses Jahr mit uns gemacht hat:
Freude und Erschöpfung, Hoffnung und Zweifel.
Komm du uns entgegen
in Worten und Liedern,
in der Stille und im Licht.
Öffne unsere Herzen für das Wunder dieser Nacht.
Amen.
 
LIED:
Tochter Zion
Strophe 1-3
 
1.    Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!
2. Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
  Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh!
  Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk!
 
3. Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
  Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind.
  Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild!
 
SCHRIFTLESUNG:
In dieser Nacht hören wir die alte Geschichte.
Nicht, weil sie neu wäre, sondern weil sie uns gilt – heute.
In jener Zeit geschah es,
dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging,
der ganze Erdkreis sollte sich schätzen lassen.
Und so machte sich auch Josef auf den Weg,
aus der Stadt Nazareth in Galiläa
nach Judäa, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt –
zusammen mit Maria, seiner Verlobten,
die ein Kind erwartete.
Und während sie dort waren,
kam für Maria die Zeit, dass sie gebären sollte.
Sie brachte ihren ersten Sohn zur Welt,
wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe.
Nicht, weil das so geplant war.
Sondern weil kein Platz für sie war.
In derselben Gegend aber waren Hirten auf dem Feld.
Sie hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
Und plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen,
und der Glanz des Herrn umleuchtete sie.
Sie fürchteten sich sehr.
Aber der Engel sprach zu ihnen:
„Fürchtet euch nicht.
Siehe, ich verkündige euch große Freude,
die allem Volk widerfahren wird:
Euch ist heute der Retter geboren, in der Stadt Davids.
Christus, der Herr.
Und das soll euch ein Zeichen sein:
Ihr werdet ein Kind finden,
in Windeln gewickelt
und in einer Krippe liegend.“
Und mit einem Mal war da bei dem Engel
die Menge der himmlischen Heerscharen.
Sie lobten Gott und sprachen:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden
bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
— kurze Stille —
LIED:
Am Weihnachtsbaum, die Lichter brennen
Strophe 1-3
 
1.    Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen,
wie glänzt er festlich, lieb und mild,
als spräch' er: "Wollt in mir erkennen
getreuer Hoffnung stilles Bild!"
 
2.    Die Kinder stehn mit hellen Blicken,
das Auge lacht, es lacht das Herz,
o fröhlich seliges Entzücken!
Die Alten schauen himmelwärts.
 
3.    Zwei Engel sind hereingetreten,
kein Auge hat sie kommen seh'n,
sie gehn zum Weihnachtstisch und beten,
und wenden wieder sich und geh'n.
 
PREDIGT:
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, der da war, der da ist und der da kommt. Amen
 
Liebe Gemeinde,
es ist spät geworden.
Der Tag war lang. Vielleicht auch das Jahr.
Und trotzdem sind wir hier.
[PAUSE]
Nicht, weil noch etwas gefehlt hätte.
Sondern weil diese Nacht etwas hat,
was wir uns nicht selbst machen können.
In der Weihnachtsgeschichte hören wir von Engeln.
Aber Weihnachten beginnt nicht bei den Engeln.
[PAUSE]
Es beginnt bei einem Kind. Bei Gott, der Mensch wird.
Verletzlich. Angewiesen. Auf einen Platz.
Auf schützende Hände.
Der erste Satz der Engel lautet nicht:
Alles wird gut.
Sondern:
„Fürchtet euch nicht.“
[PAUSE]
Denn Gott kommt nicht von oben herab, um die Welt zu ordnen.
Er kommt hinein. Teilt unser Leben. Unsere Nächte.
Unsere Unsicherheit.
 
In dem Lied, das wir vorhin gesungen haben,
treten zwei Engel in einen Raum.
Niemand sieht sie kommen.
Niemand hört sie gehen.
[PAUSE]
Sie bleiben nicht.
Aber sie lassen etwas zurück.
Am Ende heißt es:
„Doch Gottes Segen blieb zurück.“
Dieser Segen ist kein Zauber.
Er ist auch kein Schutzschild.
[PAUSE]
Er hat ein Gesicht. Er hat Hände und Füße.
Er hat einen Namen. Gott wird Mensch.
Nicht um uns zu beeindrucken.
Sondern um uns nahe zu sein.
Darum liegt das Kind nicht im Palast.
Darum braucht es Windeln.
Darum kennt Gott von Anfang an das Unbequeme.
Das Verletzliche. Das Endliche.
Die Engel gehen wieder.
Aber Gott bleibt.
[PAUSE]
Er bleibt nicht über uns. Er bleibt bei uns.
Mitten in unserem Leben.
Und vielleicht ist das das Größte,
was diese Nacht uns schenkt:
Dass wir nicht nur gesegnet werden, sondern begleitet.
Liebe Gemeinde,
wenn Sie heute Nacht nach Hause gehen,
nehmen Sie diesen Gedanken mit:
Gott ist nicht fern geblieben. Er ist Mensch geworden.
Fürchtet euch nicht.
Amen.
 
Von diesem Segen, der geblieben ist, singen wir jetzt weiter.
 
LIED:
Am Weihnachtsbaum, die Lichter brennen
Strophe 4 – 6
 
4.    "Gesegnet seid, ihr alten Leute,
gesegnet sei, du kleine Schar!
Wir bringen Gottes Segen heute
dem braunen wie dem weißen Haar.
5.    Zu guten Menschen, die sich lieben,
schickt uns der Herr als Boten aus,
und seid ihr treu und fromm geblieben,
wir treten wieder in dies Haus."
 
6.    Kein Ohr hat ihren Spruch vernommen,
unsichtbar jedes Menschen Blick
sind sie gegangen wie gekommen,
doch Gottes Segen blieb zurück.
 
FÜRBITTEN:
lasst uns Fürbitte leisten: (Zeichen zum Aufstehen)
In dieser Nacht ist Licht in die Welt gekommen.
Vier Wochen haben wir darauf gewartet.
Dieses Licht tragen wir jetzt vor Gott – mit dem, was uns bewegt.“
?️ 1. Kerze – Hoffnung
(erste Kerze wird entzündet)
„Gott, wir bitten dich für alle,
die müde geworden sind vom Warten,
für Menschen, die keine Hoffnung mehr sehen.
Lass dein Licht neu aufleuchten.“
– Stille –
?️ 2. Kerze – Frieden
(zweite Kerze)
„Gott, wir bitten dich für die Welt,
in der Gewalt und Angst so laut geworden sind,
für Orte, an denen Weihnachten kein Fest, sondern ein Risiko ist.
Lass dein Licht stärker sein als der Hass.“
– Stille –
?️ 3. Kerze – Nähe
(dritte Kerze)
„Gott, wir bitten dich für alle,
die heute Abend allein sind,
für die Traurigen, die Kranken, die Vermissten.
Lass sie spüren: Du bist da.“
– Stille –
?️ 4. Kerze – Verantwortung
(vierte Kerze)
„Gott, wir bitten dich für uns selbst.
Dass wir das Licht dieser Nacht nicht für uns behalten,
sondern es weitertragen –
in unseren Worten, in unserem Handeln, in unserem Alltag.“
– Stille –
Abschluss
„Alles, was wir unausgesprochen vor dich bringen,
nimm auf in das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat.“
VATER UNSER:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen
 
KANZELSEGEN:
Der Friede Gottes welcher höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
  Gemeinde: Amen.
 
 
Der Lichtschein, der aus der Krippe in diese Welt hinausstrahlt, den wollen wir mitnehmen und in unsere Welt hinaustragen.
Auch in diesem Jahr ist das Friedenslicht aus Bethlehem von den Pfadfindern in die Welt getragen worden und ist bei uns angekommen und gehütet worden. Und so wollen wir es weitergeben und singen dazu:
 
LIED:
Stille Nacht, heilige Nacht
Strophe 1 -3
 
1.    Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht
   nur das traute, hochheilige Paar.
   Holder Knabe im lockigen Haar,
   schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh.
 
2.    Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht,
   durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah:
   Christ, der Retter, ist da, Christ, der Retter, ist da!
 
3.    Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht
   Lieb aus deinem göttlichen Mund,
   da uns schlägt die rettende Stund,
   Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner Geburt.
 
GLOCKENRITUAL:
Wir haben es hell werden lassen hier in unserer Kirche – ganz leise mit dem Lied „Stille Nacht“. Doch nun wollen wir die Botschaft des Friedens noch einmal laut der Welt verkünden, durch den Ruf unserer Kirchenglocken
 
Ich rufe dich auf, große Glocke, verkündige mit deiner Botschaft „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ – der Heiland der Welt ist geboren.
Große Glocke beginnt zu läuten
Ich rufe dich auf, mittlere Glocke, verkünde mit deinem Klang die Botschaft „So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, sondern allein durch den Glauben“ – der Heiland der Welt ist geboren.
Mittlere Glocke wird dazugeschaltet
Ich rufe dich auf, kleine Glocke, verkünde mit deinem Klang die Botschaft „Alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubt, werdet ihr es empfangen“ – der Heiland der Welt ist geboren.
Kleine Glocke wird dazu geschaltet
Alle Glocken läuten
LIED:
Oh du fröhliche
Strophe 1 – 3
 
1.    O du fröhliche, o du selige,
Gnadenbringende Weihnachtszeit!
   Welt ging verloren, Christ ward geboren.
     Freue, freue dich, o Christenheit.
 
2.    O du fröhliche, o du selige,
     Gnadenbringende Weihnachtszeit!
     Himmlische Heere, jauchzen dir Ehre.
     Freue, freue dich, o Christenheit.
 
3.    O du fröhliche, o du selige,
     Gnadenbringende Weihnachtszeit!
     Christ ist erschienen, uns zu versühnen.
     Freue, freue dich, o Christenheit.
 
 
SEGEN
Der Gott des Friedens,
der in dieser Nacht Mensch geworden ist,
segne euch und behüte euch.
Er lasse sein Licht über euch leuchten
und begleite euch auf euren Wegen.
Er schenke euch Vertrauen,
wo Angst Raum gewinnen will,
und Hoffnung,
die bleibt über diese Nacht hinaus.
So segne euch
der menschennahe und allmächtige Gott,
der Vater und der Sohn
und der Heilige Geist.
Amen.
                                       Gemeinde: Amen.
 
MUSIK ZUM AUSGANG