Gottesdienst an Heilig Abend, 24.12.2025 18:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
Orgelvorspiel
Lied: Alle Jahre wieder
Votum
Wir feiern unseren Weihnachts-Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Eingangsgebet
Großer Gott, du bist Mensch geworden
in dem kleinen Kind in der Krippe.
Du lebst im Kleinsten wie im Größten.
Du erhellst die Dunkelheit unserer Nächte mit deinem Licht.
Wir bitten dich: Zieh in unsere Herzen ein
mit deiner Freundlichkeit, mit deinem Frieden,
mit deiner göttlichen Menschlichkeit!
Lass uns in dieser Nacht spüren: Wir sind nicht allein.
Du kommst in unser Leben.
Aus der Krippe von Bethlehem leuchtet für uns Licht,
Leben, Liebe,
in dieser Nacht und in allen Nächten unseres Lebens.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
in dem kleinen Kind in der Krippe.
Du lebst im Kleinsten wie im Größten.
Du erhellst die Dunkelheit unserer Nächte mit deinem Licht.
Wir bitten dich: Zieh in unsere Herzen ein
mit deiner Freundlichkeit, mit deinem Frieden,
mit deiner göttlichen Menschlichkeit!
Lass uns in dieser Nacht spüren: Wir sind nicht allein.
Du kommst in unser Leben.
Aus der Krippe von Bethlehem leuchtet für uns Licht,
Leben, Liebe,
in dieser Nacht und in allen Nächten unseres Lebens.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Lesung aus Lukas 2,1-7
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem
Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Orgel/Instrumental
Lesung aus Lukas 2,8-20
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie;
und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.
Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Lied: Vom Himmel hoch (EG 24,1-3+5)
Ansprache zu Sach 2,14+17
Orgel spielt an: Fröhlich soll mein Herze springen
Nun ist er da – der Heilig Abend. Die Arbeit darf ruhen und für das Fest ist alles vorbereitet. Vielleicht ist Besuch da: Kinder oder Enkel, Geschwister oder Eltern, oder andere Menschen, die Ihnen nahestehen.
Vielleicht haben auch Sie sich auf den Weg gemacht, um heute Abend mit der Familie zusammen sein zu können.
Eine feierliche Stimmung breitet sich aus: Weihnachten.
Wir haben unsere inneren Bilder, wie es sein soll…
Fröhlich soll mein Herze springen – so klang es gerade an…
An Weihnachten wird auch unsere Kinderseele – unsere kindliche Sehnsucht angerührt.
Erinnern Sie sich noch?
Kinder fiebern dem Weihnachtsfest entgegen – Tag für Tag rückt das Fest näher, so können sie es an dem Adventskalender ablesen. Nur noch 1 mal schlafen, heißt es dann…
…und wenn dann der Weihnachtstag da ist, dann kann es nicht schnell genug gehen.
Ist bald Bescherung? Kommen bald Oma und Opa?
Die Kinder freuen sich, sind ganz zappelig, sie können es kaum erwarten, dass der Moment kommt, wo sie ins Zimmer gerufen werden (so war es zumindest bei uns zu Hause immer) – das Zimmer, wo der Baum leuchtet und die Bescherung stattfindet.
Ja, sie freuen sich – sind ganz auf dem Häuschen, lachen, hüpfen – und irgendwie stecken sie die Großen mit ihrer Freude an…
… Fröhlich soll mein Herze springen…und wir erinnern uns daran, wie es uns damals ging – als wir Kinder waren – und das Weihnachtsfest kaum erwarten konnten.
Und heute als Erwachsene?
Wir können uns immer noch freuen – auch über Weihnachten.
Aber wir sind vielleicht nicht mehr ganz so zappelig.
Wir freuen uns über freie Tage, über Begegnungen, gemeinsame Zeit.
…heute soll alles passen.
Das Essen, die Stimmung, das Miteinander…
…und wir nehmen auch manche Mühe in Kauf, damit es so wird, wie es eben sein soll: ein frohes (und vielleicht auch besinnliches) Weihnachtsfest.
Wir hören die frohe Botschaft von Weihnachten: Gott kommt zu uns, kommt in diesem Kind im Stall zur Welt. Wir hören von den Engeln, die den verheißenen Retter begrüßen und Frieden für die Welt verkünden.
Hoffnungsworte, Freudenklänge…
Gott kommt zu uns!
Orgel spielt: Tochter Zion – zunächst in Dur und dann kippt es in moll
Aber manches Mal mischen sich auch andere Töne unter die Freudenklänge.
Nicht jeder hat heute die Menschen um sich, die er oder sie gerne bei sich hätte.
Manche sind heute Abend allein – weil der Partner nicht da sein kann oder nicht mehr da ist, weil die Kinder weit weg wohnen, der Dienstplan oder andere Verpflichtungen einen daran hindern zur Familie zu fahren.
Manche verbringen dieses Weihnachten im Krankenhaus oder am Pflegebett.
Aber auch für die, die an diesen Tagen mit der Familie zusammen feiern können, ist nicht immer alles ungetrübte Freude.
Auch an Weihnachten gibt es Streit und Konflikte – es gibt Erwartungen, die enttäuscht werden oder die auf der anderen Seite überfordern. Gerade weil wir uns so anstrengen, dass alles perfekt ist.
Es gibt Gespräche, die irgendwie an der Oberfläche bleiben – damit man nicht zu viel von sich selbst preisgeben muss oder wunde Punkte beim anderen trifft…
…und auch an einem vollen Tisch mit regem Austausch kann sich plötzlich das innere Gefühl von Einsamkeit einstellen, dass man irgendwie nicht dazu gehört, nicht dazu passt – und sei das auch nur die ganz eigene Wahrnehmung.
Und weil man nun halt doch irgendwie dazu gehören will, und auch die Stimmung nicht trüben möchte, sperrt man die Gefühle einfach ein – lässt sich möglichst nichts anmerken, wie es tatsächlich in uns aussieht.
Wir hören Gottes Freudenbotschaft – und haben dabei die Bilder vor Augen, wie es in unserer Welt aussieht.
Wir hören von einem Neubeginn – und haben Angst um unsere ganz persönliche Zukunft – um Gesundheit, Arbeitsplatz, Sicherheit. Was wird das neue Jahr bringen?
Da melden sich die Zweifel – ob man noch vertrauen kann – diesem Gott vertrauen kann, dessen Kommen in die Welt wir heute feiern.
Und um nicht auch da enttäuscht zu werden – schließt man auch hier das Herz lieber zu, verschränkt die Arme und lässt die vertrauten Worte und Lieder an sich vorbeiziehen, als gelten sie uns nicht.
Nein, nicht jeder erfährt heute ungetrübte Freude. Nicht jedem hüpft das Herz heute vor Leichtigkeit und Sorglosigkeit. – Ich glaube sogar, kaum einer kann sich so ungetrübt freuen, wie die zappeligen Kinder, die ich zu Beginn beschrieben habe.
Aber gerade weil wir auch all diese anderen Gefühl kennen – die Angst und die Wut, die Zweifel und die Sorge, die Einsamkeit und die Trauer, tragen wir auch eine große Sehnsucht in uns.
Die Sehnsucht danach, wie es anders sein könnte.
Die Sehnsucht danach, wie wir es uns anders wünschen würden, wie es anders sein soll!
Und mitten in diese Mischung aus Verschlossenheit und Sehnsucht, aus Erwartung und Enttäuschung, aus Abgeklärtheit und Hoffnung dringen die Töne der Weihnachtsgeschichte und der Weihnachtslieder.
Merkwürdig, auch sie sind nicht ungetrübt und leichtfüßig. Zumindest nicht alle.
Da gibt es Dur und Moll-Klänge – Licht und Dunkel – und das ganze Gefühlsspektrum von Angst bis Freude.
Und genau in diese Gefühlsmischung spricht die Weihnachtsbotschaft. Genau in dieses menschliche Sehnen kommt Gott.
Lied: Es kommt ein Schiff geladen (EG 8,1+3+4)
Die Lieder erzählen von dem, der kommt.
Von einem Anfang!
Die Geschichten erzählen von einem Kind!
Einem Neugeborenen. Ganz klein.
Das Drumherum ist dunkel.
An Weihnachten wird uns von keinem Idyll erzählt.
Sondern von Herbergssuche und Stall – von Hirten als ersten Gratulanten – einem König, der dem kleinen Erdenbürger schon kurz nach seiner Geburt nach dem Leben trachtet.
Von einem neugeborenen Retter, dem schon jahrhundertalte Erwartungen entgegengehalten werden.
Die Engel stimmen ein Loblied an – aber alle anderen in der Geschichte müssen erstmal begreifen, was hier passiert – oder davon ergriffen werden.
Der Friede, der besungen wird – er erfüllt sich nicht im Handumdrehen in dieser besonderen Nacht.
Nein, in dieser Nacht war alle Gefühle da, die wir auch kennen:
Die Freude über das Neugeborene – aber auch die Erschöpfung über der Geburt.
Die Wut, weil man hier in der Fremde sein musste – und die Sorge, was die Zukunft bringen mag.
Die Angst – von Josef z.B. auf dem nun so viel Verantwortung liegt – und der Zweifel, ob alles gut ausgehen wird.
Die Einsamkeit der Hirten – die in der Nacht nur ihresgleichen und die Schafe als Gesellschaft haben – und die erst mal zurückhaltend sind, was sie von der Botschaft der Engel zu halten haben.
Der Unfriede, der so groß war, dass sich das Volk nach einem Retter und Helfer sehnte.
Die Lieder und Geschichten von Weihnachten erzählen von dem, der kommt – aber auch von dem, der bleibt.
„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen“, spricht der Herr. – so verkündet es der Prophet Sacharja.
„Ich komme und ich will bei euch wohnen.“
Diese Zusage reicht weit über die Weihnachtstage hinaus.
Der, der da kommt, er macht nicht nur eine kurze Stippvisite für einen Abend oder drei Tage.
Der, der da kommt, bleibt.
Er will sich bei uns einrichten. In unseren Wohnungen und Häusern, in unseren Herzen.
Er kommt ganz klein – so dass er Herzen berühren kann.
Aber er wird größer und stärker.
So wie auch das Kind in der Krippe heranwächst und zu einem Menschen wird, der neue Maßstäbe setzt und Gott ganz neu erfahrbar macht.
Für mich ist das jedes Jahr aufs Neue das Berührende an der Weihnachtsbotschaft.
Gott kommt zu uns – in diesem kleinen Kind. Im Menschen Jesus von Nazareth.
Er kommt in unsere Freude aber auch in unsere Zweifel – in unsere Sorgen und Ängste – in alles, was schön und heil ist in unserem Leben – aber auch in all unsere Dunkelheiten.
Er setzt sich diesem menschlichen Leben aus mit all seinen Höhen und Tiefen, die nun einmal dazu gehören.
Und er bleibt – er bleibt an unserer Seite. Geht mit uns in das neue Jahr. Lebt an unsere Seite, lebt auch in uns.
Bringt Trost und Segen mit sich.
Freude und Licht.
Friede – der sich auf unser Herz und unsere Seele legt – aber dann weiterwirken will… hinein in diese friedlose Welt.
Gott will bei uns wohnen… in uns stark werden, durch uns wirken.
Er kommt in unsere Gefühle, auch in die unperfekten. Und alles darf da sein.
…er kommt zu uns und bleibt.
Amen.
Lied: Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37,1+2+4)
Fürbittengebet
Herr, unser Gott,
dein Licht scheint in unsere Dunkelheit.
Deine Liebe wärmt unsere Herzen.
Deine Gnade heilt unser Leben.
Danke, dass du in unsere Welt gekommen bist
und versprochen hast, bei uns zu wohnen.
Danke, dass Christus geboren ist, und dass wir heute an seiner Krippe stehen dürfen.
Wir kommen zu dir mit dem,
was uns heute berührt und bewegt.
Mit allem Glück und aller Liebe,
die uns heute leuchten.
Wir danken dir für die Menschen, die bei uns sind –
und für die, mit denen wir verbunden sind auch über die Entfernung hinweg.
Wir kommen zu dir mit aller Sehnsucht und aller Traurigkeit,
die uns heute besonders schmerzen.
Zerbrochenen Beziehungen und Lebensentwürfe, Trauer um verlorene Menschen, Sehnsucht nach denen, die uns fehlen.
Wir kommen zu dir mit all dem, was uns Sorgen bereitet.
Dass immer noch so viel Krieg ist,
und so viel Hunger, und so viel Leid.
Dass wir Menschen so viel Zerstörung anrichten.
Wir bitten dich: Schaffe Frieden,
Frieden zwischen Feinden und Frieden in uns selbst.
Wir kommen zu dir, Gott, denn du kommst zu uns.
Sei uns nahe auf den Wegen durch diese Nacht,
und sei denen nahe, die heute Nacht für andere da sind.
Heile die Kranken, und tröste alle, die jetzt Heimweh haben.
Lass deine Freude leuchten.
Schenke uns die Gewissheit, dass du stärker bist
als alles, was uns bedrängt.
Dir vertrauen wir, auf dich hoffen wir,
zu dir beten wir:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in deinem Sohn Jesus Christus. Amen.
Lied: EG 44,1-3: O du fröhliche (dabei wird das Licht weitergegeben)
Abkündigungen
Segen
Gott erfülle euch
mit dem Segen und der Freude von Weihnachten.
Sein Frieden und sein Licht möge euch begleiten
in diesen Tagen bis hinein ins neue Jahr.
So segne und behüte euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heiligen Geist.
(Amen, Amen, Amen)
Schlusslied: EG 46,1-3: Stille Nacht (alle Lichter löschen und LÄUTEN!!)

Quelle: Ev Kirche Lichtenau

