Gottesdienst an Buß- und Bettag, 19.11.25

 
Gottesdienst an Buß- und Bettag,  19.11.2025  19:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
Orgelvorspiel
 
Lied: NL 51: Herr, ich komme zu dir
 
Hinführung mit Votum:
Du bist da. - Gott ist da. Das genügt.
Komm, wie du bist.
Mit dem, was dich bedrückt oder trägt.
Du bist willkommen. In diesem Raum. Bei Gott.
Mit deiner Sehnsucht, deiner Müdigkeit, deiner Hoffnung,
mit deinem Schweigen oder vielen Worten auf den Lippen,
mit allem, was dich gerade hierhergebracht hat.
Jetzt darfst du einfach sein.
Du bist da. - Gott ist da. Das genügt.
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes,
der dir seine Tür öffnet.
Im Namen Jesu Christi, der dich mit offenen Armen begrüßt.
Und im Namen der Heiligen Geistkraft, die nah ist und berührt.
(Amen.)
 
Der Herr sei mit euch…(…und mit deinem Geist)
 
Psalm 130 in einer Übertragung
Siehst Du, hier bin ich, lieber Gott, hier ganz unten, hörst Du mich?
Verstehst Du, was ich rufe?
Wenn Du, lieber Gott, aufgeschrieben haben solltest,
was ich alles falsch gemacht habe im Leben,
dann habe ich keine Chance mehr.
Dann hat niemand eine Chance.
Aber Du vergibst uns ja. Deswegen kommen wir zu Dir.
Ich warte darauf, lieber Gott,
mein Herz wartet darauf, dass Du die entscheidenden Worte sagst.
Es will nicht weiterschlagen, bist Du es nicht gesprochen hast;
es wartet so, wie man morgens auf das erste Licht wartet,
alle warten darauf, auf das erlösende Wort: „Ich vergebe dir!“
Du wirst es sagen, dessen bin ich gewiss.
(Ehre sei dem Vater…)
 
Eingangsgebet
Guter Gott, manchmal zweifeln wir:
Ist da jemand? Hörst du uns? Siehst du uns? Bist du für uns da?
Wir bitten dich:
Stärke unseren Glauben und unser Vertrauen.
Wenn wir bei dir anklopfen/klingeln: Höre uns. Öffne uns die Tür.
Begegne uns mit deinem guten Geist, der tröstet, ermutigt und rät.
Sprich dein erlösendes Wort.
Auch jetzt, in diesem Gottesdienst.
Amen.
 
Lied: NL 123: Du bist mein Zufluchtsort
 
Geschichte vom bittenden Freund – pantomimisch von den Konfis dargestellt.
In einer Seitenstraße einer Stadt, in einem kleinen Haus (2 bilden das Haus, 1 steht als Tür daneben) wohnen ein Mann und eine Frau (2 andere gehen ins Haus).
Das Haus ist so klein, dass es sich etwas bücken müssen. Sie sind ziemlich schlecht dran, haben gerade das letzte Bisschen aufgegessen. Draußen ist es längst dunkel. Der Mann schließt die Haustür ab („Tür“ stellt sich vors Haus), sie wollen schlafen.
Da kommt ein Mann (1 läuft auf das Haus zu) durch die Gasse, schaut sich um, geht an die Tür und klopft leise. Die Leute hören nichts. Er klopft lauter. „Wer kann das sein, so spät? “ fragt der Mann und geht zur Tür. „Sei vorsichtig“, sagt die Frau. Er macht die Tür auf (schiebt sie etwas zur Seite) schaut den Mann draußen an, macht die Tür ganz auf („Tür“ schwenkt zur Seite): „Ach, du bist es! Wo kommst du her so spät? Von zu Hause? – Die ganze Strecke heute? Dann musst du ja müde und hungrig sein. Komm doch rein, bitte!“
Er lässt den Mann rein, schließt die Tür und ruft zur Frau: „Unser Freund! Setz Wasser auf!“ – Und zum Freund: „Du bleibst doch bei uns, klar!“ Der Mann flüstert seiner Frau zu: „Ich geh was zu essen besorgen.“ – Sie: „Wo denn, ist doch alles zu?“ – Er: „Wird mir schon was einfallen.“ – Sie: „Mach aber schnell!“ – Zum Freund murmelt er was wie: „Bin gleich wieder da...“ und geht zur Tür, geht raus auf die Straße, steht unschlüssig. „Was wird der sagen, wenn ich jetzt in der Nacht störe? Der wird ganz schön sauer sein! Aber der Freund nach der langen Reise?“
Der Mann geht bis zu einem anderen Haus, etwas größer als seines. (6 stellen sich als Haus auf, zwei als Tür daneben.) Da wohnt ein Bekannter mit seiner Frau. (2 ins Haus). Sie haben 2 Kinder (2 weitere ins Haus). Die schlafen alle schon (die 4 kauern sich hin, die „Tür“ schließt sich).
Der Mann zögert. „Da ist die Tür!“. Leise klopft er an: „Dass bloß die Kinder nicht aufwachen!“ – er horcht an der Tür. Nichts. Er klopft lauter. Dem Mann ist das peinlich. Soll er weitergehen? Aber der Freund! Er kann ihn doch nicht ohne Essen lassen. Wieder horcht er an der Tür. Klopft wieder leise. Oben im Haus regt sich was. Der Bekannte macht das Fenster auf („Tür“ senkt den Kopf), schaut raus (über die „Tür“ weg) und knurrt: „Mitten in der Nacht? Spinnst du denn? Meine Kinder aufwecken! Hau ab, Mann!“ – Das Fenster geht zu („Tür“ hebt den Kopf.)
Der Mann steht verzweifelt, sackt in sich zusammen. Soll er weggehen? Aber der Freund wartet doch. Er geht zur Tür und klopft wieder. Nichts. Und wieder. Das Fenster oben geht wieder auf: „Bist du immer noch da? Was ist denn los?“ – Der Mann auf der Straße erklärt: „Entschuldige bitte, ein Freund ist plötzlich gekommen – weite Reise. Wir haben nichts mehr zum Essen im Haus. Wollte morgen früh ... ist mir sehr peinlich, ehrlich. Könntest du mir vielleicht, ich meine ... was leihen? Bekommst es bestimmt gleich morgen ... “ Oben geht das Fenster wieder zu. Nichts mehr zu hören. Der Mann horcht an der Tür, schaut durch die Türritze. Nichts. Er will wieder klopfen – da: Ein Lichtschein geistert im Haus, ganz schwach. Dann geht die Tür leise auf, ein Beutel wird heraus gereicht.
„Danke“, stottert der Mann. Der Bekannte brummt: „Bist ganz schön hartnäckig, mein Lieber.“ – „Es tut mir wirklich leid. Herzlichen Dank!“– „Gute Nacht.“ – Die Tür schließt sich leise.
Und der Mann geht zurück in sein Haus.
 
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
 
Gedanken der Konfis zum Lied – als Einleitung
Das Lied „Ist da jemand“, das wir jetzt hören werden, ist von dem deutschen Sänger Adel Salah Mahmoud Eid El-Tawil. Er wurde am 15. August 1978 in Berlin geboren. In dem Lied geht es um Angst und Hoffnung, dem Gefühl, dass die Welt aus den Fugen geht und von der Suche nach Antworten in einer Welt voller Probleme.
Die Idee zum Song wurde stark durch Tawils eigene, lebensbedrohlichen Verletzungen am Halswirbel im Jahr 2016
beeinflusst.
 
Der Liedtext bezieht sich darauf, dass er jemanden sucht, der ihn versteht, mit ihm bis ans Ende geht und ihm den Schatten von der Seele nimmt.
 
Song: Ist da jemand
 
Predigt
(Bild vom Buß- und Bettags-Plakat - Motto vom Buß- und Bettag…)
Seit vielen Jahr schon gibt es eine Buß- und Bettagskampagne. Ein bestimmter Blickwinkel auf den Tag und seine Themen.
In diesem Jahr wurde mit diesem Plakat für den Buß- und Bettag geworben.
Eine Klingel mit der Aufschrift „Ich bin da, wenn du mich brauchst“.
Wer spricht denn da – und zu wem?
Im Konfiunterricht haben wir uns dem Thema langsam angenähert.
Wie ist das denn mit den Türklingeln? – Welche fallen uns ein? – Mit welchen Gefühlen klingen wir da? – In der ganzen Bandbreite von Familie, Freunden, Arztpraxis, Notglocke an der Apotheke und vieles mehr.
 
Bild von der Türklingel ohne Aufschrift
Gedanken der Konfis zum Klingelschild ohne Aufschrift
Wenn man an verschiedenen Klingen klingelt, verspürt man verschiedene Gefühle: man kann nervös sein aber auch glücklich oder vorfreudig. Je nachdem, bei wem man klingelt, beeinflusst das die Gefühle.
Wenn einem nicht geöffnet wird, fühlt man sich traurig, einsam oder genervt. Vielleicht auch verraten.
Man macht gerne auf, wenn es Menschen sind, denen man vertraut und die man mag. Man macht nicht auf, wenn es Fremde sind oder Menschen, denen man nicht vertraut oder die man nicht mag.
Die meisten Konfis erwarten etwas Positives, wenn es klingelt, wie zum Beispiel ein Paket, Essen, Freunde oder Familie.
 
(Bild von der Türklingel mit Aufschrift)
Gedanken der Konfis zum Klingelschild mit Aufschrift
Zu diesem Klingelschild haben wir Konfis uns Gedanken gemacht. Wem könnte diese Klingel gehören? Bei dieser Frage gab es häufig die Antwort: Familie, Freunde oder Verwandte und Vertrauenspersonen.
Aber wir haben uns auch überlegt, in welchen Situationen wir zu diesen Menschen gehen. Häufig gehen wir in schwierigen Situationen, in denen wir nicht mehr weiter wissen, wie zum Beispiel bei Schulstress Freundesstress oder seelischen Problemen.
Oft ist es aber auch umgekehrt und wir werden von besagten Personen gebraucht. Dabei fühlen wir uns gut und braucht, aber auch manchmal überfordert.
Dann versuchen wir für sie da zu sein oder ihnen zuzuhören. Vielleicht kennen Sie diese Situationen ja auch. Wie fühlen Sie sich dabei? Gut, gebraucht oder überfordert?
 
Ich bin da, wenn du mich brauchst. So erleben wir es bei sehr guten Freunden, auch in der Familie oder bei engen Vertrauenspersonen.
In der Bibel wird es von Gott erzählt, dass er für uns da ist, wenn wir ihn brauchen. Ja, noch mehr!
Es gibt eine Geschichte, wo Gott sich sogar so vorstellt. Sie steht im Alten Testament, im 2. Buch Mose!
 
Geschichte vom brennenden Dornbusch
Mose hütet die Schafe seines Schwiegervaters Jitro in der Wüste. Dabei kommt er zu dem Berg Horeb, dem „Berg Gottes“. Dort sieht er ein merkwürdiges Zeichen: ein Dornbusch brennt, aber verbrennt nicht. Neugierig will Mose sich den Busch näher ansehen. Da ruft Gott aus dem Dornbusch seinen Namen: „Mose! Mose!“ Mose antwortet: „Hier bin ich!“
Gott stellt sich Mose vor. Er ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Mose versteckt sein Gesicht da er Angst und Gott nicht ansehen möchte. Dann beauftragt Gott Mose, er solle zum Pharao gehen und das Volk aus Ägypten herausführen. Mose zweifelt und fragt: „Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und Israel herausführen soll?“
Gott antwortet: „Ich werde mit dir sein.“ Er gibt Mose ein Zeichen: Wenn das Volk befreit ist, werden sie an diesem Berg Gott dienen.
Mose fragt weiter, was er den Israeliten sagen soll, wenn sie nach dem Namen Gottes fragen.
Gott antwortet „Ich bin der, der ich bin, oder ich werde sein, der ich sein werde.“ Mose soll den Israeliten sagen, der „Ich bin da“ hat mich zu euch gesandt. Gott meint dazu. „Ich bin der Gott eurer Väter – der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Das ist mein Name für immer.
Gott stellt sich nicht wie eine bestimmte Person vor. Man kann ihn nicht festhalten oder irgendwie festlegen. Er bleibt dadurch mysteriös – (unergründlich, geheimnisvoll.)
 
Ich bin der „Ich bin da!“ – so stellt sich Gott dem Mose vor. Es ist kein Name, wie wir ihn kennen. Mysteriös sagen die Konfis – irgendwie geheimnisvoll – Gott will sich nicht festlegen lassen auf einen bestimmten Namen.
Aber das, was er sagt, ist in gewisser Weise sein „Programm“ – sein Versprechen!
In der Geschichte verspricht er es Mose. Das soll ihn stärken, damit er seinen Auftrag erfüllen kann – damit er mutig nach Ägypten gehen kann, mit dem Pharao verhandeln und sein Volk aus der Sklaverei führen…
Und Mose braucht dieses Versprechen – denn die Verhandlungen mit dem Pharao sind zäh – und auch das Volk Israel ist nicht ganz einfach.
Selbst als sie endlich aus Ägypten ausgezogen sind, kehrt keine Ruhe ein. Die Israeliten murren und schimpfen nahezu den ganzen Weg.
Aber sie erleben auf ihrer langen Wüstenwanderung, dass Gott tatsächlich so ist, wie er sich ihnen vorgestellt hat: er ist für sie da.
Er führt sie in einer Wolken- und Feuersäule, er rettet sie vor den Verfolgern, er gibt ihnen Manna und Wachteln zu essen, als die Vorräte aufgebraucht sind, er führt sie zu Wasserquellen, und er gibt ihnen Lebensregeln, die ihnen dabei helfen sollen, als Gemeinschaft zu funktionieren.
Mose wendet sich auf der Wanderung immer wieder an Gott – besonders dann, wenn es schwierig wird.
Er betet zu Gott – streitet auch mal mit ihm. Wirft ihm seine Wut und seinen Frust vor die Füße, und auch seine Angst, seine Erschöpfung und seine Trauer.
Er fordert von Gott ein, was er versprochen hat! „Du hast gesagt, du bist für uns da! Dann hilf uns jetzt auch!“
Die Hilfe Gottes kommt nicht immer so, wie Mose es gerne hätte – auch nicht immer unmittelbar. Die Wüstenwanderung bleibt eine anstrengende Sache und viele aus dem Volk kommen auch nie am erhofften Ziel an. Aber zugleich erzählt die Geschichte über 4 Bücher Mose hinweg, dass Gott an der Seite seines Volkes bleibt – und auch an Moses Seite.
 
(Klingel mit der Aufschrift „Gott“)
Ich bin da, wenn du mich brauchst. Das ist ein Versprechen, das Gott auch uns macht. Aber wie oft kommen wir auf dieses Angebot zurück?
Mich hat dieses Bild hier sehr angesprochen.
Eine Klingel mit der Aufschrift „Gott“. Gottes Klingel!
Ich kann zu ihm kommen – und er öffnet mir.
Er ist immer zu Hause und hat Zeit für mich.
Wie oft nutzen wir diese Möglichkeit, dass wir uns jederzeit und mit allem, bei Gott melden dürfen?
Im Gebet vielleicht – aber manchmal auch nur mit einem Seufzen, mit sprachloser Sorge, Unruhe im Herzen, die wir irgendwo ablegen wollen.
Ich stell mir bei dem Bild vor, dass ich an dieser Klingel jederzeit klingeln darf – und mit allen Gefühlen, die gerade da sind – mit Angst und Sorge, mit Wut und Freude, mit Unsicherheit oder auch mit Dankbarkeit.
Vielleicht klingle ich mit einem bangen Gefühl, weil ich weiß, dass ich irgendwas verbockt habe… Vielleicht auch mit einem schlechten Gewissen, weil ich schon lang nicht mehr hier war. Oder auch mit einer gewissen Skepsis, weil ich es eigentlich noch nie wirklich ausprobiert habe, an dieser Klingel zu klingeln, mich mit meinen Fragen, Gefühlen, Gedanken… an Gott zu wenden.
 
…und dann erlebe ich, wie Gott mir die Tür aufmacht und sagt: Komm rein! Setz dich hin! Erzähl, was dich beschäftigt. Erzähl so unsortiert, wie es dir in den Sinn kommt. Du darfst hier alles aussprechen, alles loslassen…
Ich bin da für dich… ich hab Zeit für dich!
Und ich merke, wie das Erzählen allein mir schon guttut – das Aussprechen können – das Angehört-werden – das Gesehen-werden.
Das Herz wird leichter.
Und nachher, wenn ich wieder nach Hause gehe, habe ich das Gefühl, da geht jemand mit mir mit – gibt mir Kraft und Mut für den nächsten Wegabschnitt…
 
Eine Klingel mit der Aufschrift „Gott“ – im übertragenen Sinne hängt diese Klingel überall. Hier in der Kirche – an Buß- und Bettag – aber auch an jedem anderen Tag. Es muss noch nicht mal ein Sonntag sein.
Diese Klingel mit der Aufschrift „Gott“ hängt aber auch bei jedem von uns zu Hause – sie hängt im Wartezimmer des Arztes, wo ich auf eine Diagnose warte – am Bett des Kranken, um den ich mich sorge – in der Wohnung des Freundes, mit dem ich gerade Streit habe – bei der Freundin, um die ich so dankbar bin, weil ich jederzeit dort anrufen oder vorbeikommen kann…
Diese Klingel mit der Aufschrift Gott – sie ist eigentlich immer da, wo ich bin. Immer erreichbar. Und immer, wenn ich sie nutze, zu Gott komme mit dem, was mich umtreibt, ist er da für mich – öffnet mir die Tür und sagt: Komm rein, setz dich hin, erzähl. Ich bin da für dich – heute und immer!
Amen.
 
Lied: NL 161,1-3: Ich verlass dich nicht
 
Vorbereitung Abendmahl
Gott, du bist für mich da, wenn ich dich brauche.
Du bist auch da, wenn es niemand sonst ist. Oder niemand sonst sein kann.
Du gibst mir ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Du verstehst mich und urteilst nicht über mich oder die Gefühle meines Herzens. Du gibst mir Kraft und Liebe und richtest mich auf, wenn ich falle und gibst mir Trost. Dein Wort ist mein Kompass, der mir die Richtung zeigt, und du bist mein Licht auch in der dunkelsten Stunde.
Im Abendmahl kann ich all das erfahren – ich darf zu dir kommen – so wie ich bin und mit allem, was ich fühle.
Ich spüre deine Liebe und Fürsorge, wenn ich mit anderen an deinem Altar stehe, Brot und Wein gereicht bekomme.
Ich werde gestärkt durch deinen Zuspruch, der mich weiterträgt wie ein guter Segen in meinen Alltag, in mein Leben.
Darum danke ich dir Gott in deinem Sohn Jesus Christus.
In ihm hast du es nochmal ganz besonders zum Ausdruck gebracht, dass du für uns da sein willst – denn in ihm hast du unser Leben geteilt mit allen Höhen und Tiefen.
Dank sei dir Gott – und Lob für deine Treue. Gemeinsam mit allen Geschöpfen im Himmel und auf der Erde singen wir dir unseren Lobgesang:
Heilig, Heilig…
 
Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus
in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s
und gab’s den Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset,
das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.
Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl,
dankte, gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus.
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
 
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel…
 
Sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt verkündigt ihr den Tod und die Auferstehung unseres Herrn, bis dass er kommt…
            Christe, du Lamm Gottes
 
Christus spricht uns zu: Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Du bist willkommen. Gott kennt dich – mit allem, was du mitbringst.
Mit dem, was dich beschäftigt, mit dem, was du hinter dir lassen möchtest.
 
Jeder ist willkommen – bei Gott – an seinem Tisch.
Kommt, denn es ist alles bereit – schmecket und seht, wie freundlich der Herr ist.
 
AUSTEILUNG (Christi Leib – Christ Blut
 
Schlussspruch
„Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.“, spricht der Herr.
Das stärke und bewahre euch im Glauben zum ewigen Leben. Amen.
 
Lied: EG 228,1-3: Er ist das Brot
 

Dankgebet und Fürbitten
Guter Gott,
du bist für uns da. Beim Abendmahl durften wir das erfahren. Wir danken dir für die Gemeinschaft an deinem Tisch – für die Menschen an unserer Seite – für die Stärkung durch deinen Zuspruch aber auch durch Brot und Wein.
 
Lieber Gott,
wir haben gehört: du bist für uns da, ganz persönlich. Und du willst das Heil dieser großen, unheilen Welt. In diesem Vertrauen bringen wir unsere Bitten vor dich.
 
Wir bitten dich für alle Menschen,
die sich einsam fühlen und jemanden brauchen, der sie auf den richtigen Weg bringt.
Sie wünschen sich Halt und jemanden, der für sie da ist, jemanden, der sie versteht.
Gib ihnen Geborgenheit, Sicherheit und jemanden, bei dem sich wohl fühlen.
 
Wir bitten dich für alle Menschen,
die krank oder verletzt sind.
Sie wünschen sich Genesung, Fürsorge und Beistand
Schenke ihnen mehr Momente, in denen sie glücklich sein können.
 
Wir bitten dich für alle Menschen, die aus Kriegszonen kommen und in Not sind.
Wir beten für alle, die arm sind und keine Arbeit haben.
Sie wünschen sich Sicherheit, deine Unterstützung und deinen Schutz. Sorge dafür, dass sie ihre Hoffnung nie verlieren.
 
Wir bitten dich für alle Menschen,
die um eine geliebte Person trauern.
Sie wünschen sich Halt und dass es wieder leichter wird.
Lass sie erfahren, dass du an ihrer Seite bist, und ihnen Trost spendest.
 
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
 
Abkündigungen
 
Lied: EG 482,1-5: Der Mond ist aufgegangen
 
Segen
Gott sei den ganzen Tag bei dir.
Er bleibe stets an deiner Seite.
Gott sei auch da in der Nacht,
erhalte dich durch sein Licht.
Er sei in deinem Herzen.
So segne und begleite dich Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
(Amen, Amen, Amen)
 
Orgelnachspiel