Gottesdienst am drittletzten Sonntag im Kirchenjahr, 09.11.2025 10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
Orgelvorspiel
Lied: 409,1-5: Gott liebt diese Welt
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)
Begrüßung: alle! Tauffamilie…
…„Gerechtigkeit und Frieden“ – diese beiden Begriffe stehen über unserem Sonntag heute mit seinen Liedern und Texten.
Und Gerechtigkeit und Frieden sind es auch, die wir unseren Kindern wünschen…so wie heute A., die getauft wird.
Insofern spannt sich der Bogen heute im Gottesdienst im Grunde über unser ganzes Leben.
Der Psalm 85 nimmt uns mit hinein!
Psalm: Ps 85 im Wechsel (NL 937.2)
Könnte ich doch hören,
was Gott der HERR redet,
dass er Frieden zusagte seinem Volk
und seinen Heiligen,
auf dass sie nicht in Torheit geraten.
Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten,
dass in unserm Lande Ehre wohne;
dass Güte und Treue einander begegnen,
Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
dass Treue auf der Erde wachse
und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
dass uns auch der HERR Gutes tue
und unser Land seine Frucht gebe;
dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe
und seinen Schritten folge.
Ehre sei dem Vater...
Eingangsgebet:
Herr, unser Gott,
In diesem Gottesdienst kommen wir vor dich mit dem, was uns freut und glücklich macht. Aber wir kommen auch mit unseren Verletzungen. Mit Sorgen, Ängsten und Kummer, mit offenen Fragen und unserer Not.
In deiner Gegenwart können wir einen Raum der Heilung erfahren.
Wir sehnen uns nach Frieden – in unserer Welt aber auch in unserem Inneren. Gib uns einen wachen Blick für deine Gegenwart und den Mut, dir ganz zu vertrauen, damit deine Frieden einzieht in unsere Welt und unsere Herzen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
(Gemeinde: Amen)
Loblied: 147,3: Gloria sei dir gesungen
Begrüßung/Vorstellung d. Tauffamilie:
Heute feiern wir Taufe!
Wir taufen Kinder, weil wir durch Jesus Christus erfahren haben, dass auch Kinder zu Gott gehören. Daran erinnert uns die Geschichte, wie Jesus die Kinder zu sich ruft, die bei jeder Kindertaufe gelesen wird.
Einige Leute brachten Kinder zu Jesus. Er sollte sie segnen.
Aber die Jünger wiesen sie schroff zurück.
Als Jesus das merkte, wurde er zornig und sagte zu ihnen:
»Lasst doch die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran.
Denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes da.
Amen, das sage ich euch:
Wer sich das Reich Gottes nicht wie ein Kind schenken lässt, wird nie hineinkommen.«
Und er nahm die Kinder in die Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.
Taufgebet:
Guter Gott,
Zu dir dürfen alle kommen – Kinder und Erwachsene –
uns alle nimmst du als deine Kinder an, und bist für uns da.
Dafür danken wir dir.
Wir bitten dich für A, die heute auf deinen Namen getauft wird. Begleite sie auf ihrem Lebensweg,
lass sie erfahren, dass du für sie da bist.
Hilf ihr, dass sie einen Platz findet in deiner Gemeinde.
Wir bitten dich für ihre Familie und ihre Paten,
hilf ihnen, A auf ihrem Weg zur Seite zu stehen.
Schenk ihnen Verständnis und Geduld für sie, Freude an ihr.
Stärke sie dabei, immer mit offenen Ohren, mit Rat und Hilfe für A da zu sein, damit sie zu einem glücklichen und verantwortungsbewussten Menschen heranwächst.
Amen.
Taufansprache:
Liebe Tauffamilie,
9 Monate ist ihre kleine A jetzt – und sie ist gerade so richtig dabei, ihr Umfeld zu entdecken.
Neugierig schaut sie sich um, greift und ertastet und beginnt sich so langsam auch für die Dinge zu interessieren, die Sie in Ihrer Wohnung schon etwas außer Reichweite gestellt haben.
Sie hängt an ihrer großen Schwester und freut sich, wenn sie aus dem Kindergarten nach Hause kommt.
Und umgekehrt ist es für die Große natürlich spannend, so ein kleines Schwesterchen zu haben – auch wenn es vielleicht erstmal eine Umstellung war, die Aufmerksamkeit der Eltern zu teilen.
Sie sehen Ähnlichkeiten, aber auch viele Unterschiede zwischen ihren beiden Töchtern.
An A entdeckten Sie oft, dass sie erstmal beobachtet, ja fast analysiert und erst dann etwas ergreift, etwas tut oder sich nähert. Bedacht, besonnen.
Diese Seite Ihrer Tochter gab auch den Impuls den Taufspruch aus dem Buch Sprüche für sie auszuwählen.
Da heißt es: „Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten.“
Da stecken ganz viele Wünsche drin, die Sie für Ihre Tochter haben. Dass sie ihren Weg geht, glücklich, mutig und mit Selbstvertrauen – dass sie mit dem Wissen aufwächst, dass sie alles schaffen kann, was sie erreichen möchte.
Und Sie als Eltern und Paten möchten A dafür auch alles vermitteln, was sie an Selbstbewusstsein und Unterstützung braucht.
Die Taufe ist für Sie da ein wichtiger Schritt auf dem Weg: ihre Tochter soll den Glauben kennenlernen und zu einer Gemeinschaft von Menschen gehören, die für sie da sind und die sie akzeptieren, wie sie ist.
Für mich schwingt in diesem Vers aber noch etwas anderes mit: Weisheit soll in dein Herz eingehen, heißt es da… Das ist etwas, das geschenkt wird… ins Herz gegossen oder in die Seele des Menschen.
Ganz ähnliches geschieht auch bei der Taufe.
Gott schenkt A seine Liebe, gießt seine Kraft, seinen guten Geist in ihr Herz, der sie stärken soll für ihr Leben und ihr dabei helfen soll, alles zu meistern, was ihr begegnet.
In der Taufe heute verspricht Gott ihrer Tochter: Du gehörst zu mir. Ich bin für dich da. Ich bin um dich herum mit meinem Schutz und Segen – ich bin in dir mit meiner Kraft und meinem guten Geist. Ich begleite dich – ich führe dich – ich segne dich – weil du in meinen Augen so wertvoll und kostbar bist.
Damit ihre Tochter aber irgendwann auch versteht, was ihr heute versprochen wurde – und daraus auch Kraft für ihr Leben gewinnt, braucht sie Sie als Eltern und als Paten. Darum frage ich Sie, liebe Eltern, liebe Paten:
Anrede und Verpflichtung:
Taufbefehl:
Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
Taufe
Tauflied: EG 655,1-4: Wenn einer sagt ich mag dich du
PREDIGT über Lk 6,27-38
Christus spricht: 27 Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; 28 segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. 29 Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht. 30 Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück. 31 Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! 32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben, die ihnen Liebe erweisen. 33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Das tun die Sünder auch. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche zurückbekommen. 35 Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.
38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen.
Frieden und Gerechtigkeit – das ist das Leitthema dieses Sonntags heute.
Und unser Predigttext ist einer der zentralen Texte dazu.
Eine Art Handlungsanweisung, die Jesus seinen Jüngern gibt:
Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.
Puh, gar nicht so einfach.
Sofort fallen uns Menschen oder Situationen ein, wo wir gleich sagen: den lieben? Niemals!
Den segnen, der mir zusetzt? – So weit kommt‘s noch!
Für den anderen beten – nun ja, das kriege ich vielleicht noch hin… Aber einfach ist das auch nicht!
Was mutet Jesus seinen Leuten da eigentlich zu?
Zu wem sagt er das eigentlich?
„Ich sage euch, die ihr zuhört“, so beginnt unser Text…
Jesu Worte sind zunächst gar kein Maßstab für alle, sondern sie sind erstmal nur für die bestimmt, die ihm zuhören. Für seine Jünger also, die sich ja aufgemacht hatten, um Jesus im wahrsten Sinne des Wortes nachzufolgen – und die auch bereit waren, ihr Leben zu verändern – ja so eine Veränderung regelrecht suchten… Seine anderen Zuhörer sind die Menschen, die ihm aus den Städten und Dörfern hinterhergelaufen waren, weil sie etwas suchten, was ihnen Orientierung gab – sie tröstete, ihnen Mut machte, ihnen Perspektiven schenkte.
An sie wendet sich Jesus mit seinen Worten!
Menschen, die in ihrem Alltag damit konfrontiert waren, dass eine feindliche Regierung ihre Macht ausübte.
Menschen, die sich bisher an das geltende Recht aus dem Alten Testament hielten: Auge um Auge, Zahn um Zahn…
Nein, sagt Jesus: Ihr – ihr sollt anders handeln…
Nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn – sondern: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht. Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück“.
Ich stell mir vor, dass die Zuhörer Jesu bei diesen Worten erst mal sprachlos sind und sich überfordert fühlen.
Die römischen Besatzer lieben, die sich in unserem Land breit machen und ihre Macht über uns ausüben? Ehrlich?
Denjenigen, die sie berauben – noch mehr freiwillig geben? Wirklich?
Fast kann ich es hören, wie Jesu Zuhörer murren oder vielleicht auch erschreckt stöhnen – meint er das ernst?
Oh ja – Jesus meint das ernst – zumindest handelt er selbst nach genau diesem Maßstab… Denken Sie an die Passionsgeschichte – aber auch an so manche andere Geschichte, die von Jesus und seinem Umgang mit anderen Menschen erzähl wird. Da können wir es wiederfinden: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht. Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück“
Aber erwartet Jesus wirklich von seinen Nachfolgern – und damit auch von uns - , dass sie genau so leben wie er?
So ertragen und erdulden, wie er es tat?
Sicher gab und gibt es immer wieder Menschen, die das geschafft haben – aber wenn ich ehrlich bin, ich würde es kaum schaffen. Da stoße ich einfach an meine allzu menschlichen Grenzen.
Andererseits sehe ich auch, was geschieht, wenn wir wieder in das alte Muster zurückfallen von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“… Drohen, Aufrüsten, Gewalt mit Gewalt beantworten.
Dass uns das nicht weiterbringt oder gar zum Frieden verhilft, wird uns in diesen Wochen und Monaten beinahe täglich präsentiert.
Insofern finde ich das Anliegen Jesu, das hinter seinen Worten steht, umso wichtiger!
Feindesliebe, Vergebung – damit will Jesus das Ende der Gewaltspirale erreichen.
Er weiß, wenn ich geschlagen werde und zurückschlage – dann schaukelt sich das nur hoch – wenn mich einer beleidigt und ich reagiere darauf genauso verletzend, dann ist ein versöhnender Friedenschluss nur noch schwer möglich…
Nein, sagt Jesus – ihr müsst anders handeln, als es uns spontan in den Sinn kommt und allzu menschlich ist: Ihr schlagt nicht zurück…
Ihr gebt freiwillig… und ihr gebt sogar mehr, als von euch erzwungen wird…
Und indem ihr so handelt, macht ihr euch nicht klein und unterwerft ihr euch nicht dem anderen, sondern eigentlich signalisiert ihr durch eure Gelassenheit: ich steh da drüber… mein Innerstes kannst du nicht verletzen…
Aus der Schule kennen wir das – einer ärgert ein anderes Kind, nimmt ihm was weg…Wie enttäuschend ist es doch, wenn das Kind dann nicht heult und schreit – sondern mit einem Lächeln sagt: nimm es, ich geb es dir gerne!
Funktioniert es bei uns Erwachsenen nicht ähnlich?
Jesus meint mit seinen Worten nicht, dass wir einfach alles hinnehmen und schlucken, sondern dass wir andere Wege finden und gehen als die breite Masse…
Liebt eure Feinde – das heißt für Jesus so viel wie: fühlt euch in den anderen ein – warum ist er so, warum handelt er so? Was braucht er vielleicht, was kann ich ihm geben? Versucht ihn, mit anderen Augen zu sehen… Mit freundlichen, verständnisvollen, liebevollen…
Dieses „Anders-sehen“, das findet sich heute in vielen Konzepten der Erziehungshilfe und auch im Umgang mit Straftätern – besonders im Bereich von jugendlichen Straftätern. Und wieviel sich verändern lässt, wenn man erst einmal einen Zugang zu diesen Kindern und Jugendlichen gefunden hat, das wissen Sie alle!
Und dass das auch für Erwachsene gilt, davon können z.B. Gefängnisseelsorger immer wieder erzählen.
Aber auch für uns selbst ändert sich etwas, wenn ich versuche, mich an Jesu Worte zu halten: Was habe ich davon, wenn ich den Menschen hasse, der mir Leid zugefügt hat? Ja, sicher, diese Wut oder auch der Hass ist oft eine erste, allzu verständliche Gefühlsregung – auf Dauer vergiftet dieser Hass aber mein Leben und nicht das des anderen!
Spannend finde ich, dass sich seit diesen Worten Jesu vor knapp 2000 Jahren ganz viel davon in unseren Lehrplänen und in unseren diplomatischen Umgang mit anderen niedergeschlagen hat.
Es hat auch dazu beigetragen, dass wir über Jahrzehnte in Frieden leben konnten – und all das an Waffen und Militär nicht mehr brauchten, was heute wieder diskutiert wird und neu eingerichtet werden soll.
Aber glücklicherweise haben wir immer auch noch die Friedensberater und Friedensstifter – wir haben Mediatoren, die durch ihre Arbeit Gerichtsverfahren und Streitereien schlichten wollen – es gibt Lehrgänge für gewaltfreie Kommunikation und vieles mehr in unserem alltäglichen Leben und auch länderübergreifend…
Lauter Angebote und Möglichkeiten, um genau das zu erreichen, was auch Jesu Absicht war: die Gewaltspirale zu durchbrechen, Frieden zu schlichten, zu vergeben, sich zu versöhnen…
…und es ist an uns, da weiter dran zu arbeiten, dieses Friedenswerk weiter auszubauen.
Und ich glaube, ich muss das auch immer wieder in meinem eigenen kleinen Lebensumfeld neu üben und umsetzen:
Ein Satz in unserem Text scheint mir so zu sein, dass ich ihn einüben kann:
Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!
Das ist eine Richtlinie für mein Handeln, an der ich mich orientieren kann, ohne dass ich mich gleich überfordert fühle…
…und was mein Be- oder Verurteilen anderer angeht, so möchte ich mich da gerne an einem anderen Satz aus unserem Text festhalten:
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Ja, ich denke, in diesen beiden Sätzen steckt alles drin, was Lukas uns in seinem Text von Jesus überliefert.
Mit ihnen kann ich üben, umlernen, neu sehen… und damit zum Frieden beitragen, zuerst in meinem eigenen Leben aber dann auch im Leben anderer.
Amen.
Predigtlied: NL 93,1-3: Wo Menschen sich vergessen
Fürbittengebet:
Gott,
wir kommen zu dir mit unserer Sehnsucht nach einer Welt, in der dein Frieden immer mehr Gestalt annimmt.
Wir bitten dich für die Kinder und Jugendlichen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben – dass sie in Frieden und Sicherheit aufwachsen können. Und hilf uns dabei, dass unsere dazu beizutragen, dass sie die Welt so erfahren dürfen!
Wir bitten dich für Menschen, die unter Krieg und Verfolgung leiden.
Heile du die Wunden, die sie an Leib und Seele tragen.
Stärke du alle Menschen, die sich um Frieden und Versöhnung bemühen.
Wir bringen vor dich die Menschen, die uns verletzt oder enttäuscht haben und die Menschen, die es uns schwer machen, sie zu lieben. Sei ihnen nahe.
Hilf uns dabei auch sie als deine geliebten Kinder zu sehen.
Wir bringen vor dich die Beziehungen in unserem Leben, in denen Unfriede herrscht.
Bewahre uns ein offenes Herz und hilf uns dabei, Wege der Versöhnung zu entdecken und zu gehen.
Wir bringen vor dich, die Narben auf unserer Seele, die deine heilende Berührung brauchen.
Wir bringen die Menschen vor dich, die Schmerz erfahren oder die eine Zeit des Abschieds und der Trauer durchleben.
Komm ihnen nahe mit deinem Trost und deiner Hilfe.
Und in der Stille bringen wir nun all das vor dich, was uns ganz persönlich auf dem Herzen liegt
- STILLE-
Gemeinsam beten wir zu dir...
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Schlusslied: NL 173,1-3: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn
Abkündigung
Segen
Der Herr segne euch und behüte euch,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig
der Herr erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.
(Amen, Amen, Amen)
Orgelnachspiel


