Gottesdienst am 14. Sonntag nach Trinitatis, 21.09.25

 
Gottesdienst am vierzehnten Sonntag nach Trinitatis,  21.09.2025  10:00 Uhr in Lichtenau mit Prädikant Michael Bannwarth
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
 
A         Eröffnung und Anrufung
 
Musik zum Eingang
 
Begrüssung
Liebe Gemeinde,
14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 
15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 
16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 
17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, da wir ja mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden. 
(Römer 8, 14-17)
Seien Sie mit den Worten aus dem Römerbrief begrüßt.
Mein Name ist Michael Bannwarth und ich bin Prädikant.
 
LIED zum Eingang
„Herr, ich komme zu Dir“. Wir singen aus dem blauen Anhang zum Evangelischen Gesangbuch die Nummer 51.
Gemeinde mit Orgel: Eingangslied: „Herr, ich komme zu Dir…“
 
[Strophe]
Herr, ich komme zu Dir
Und ich steh' vor Dir, so wie ich bin
Alles was mich bewegt lege ich vor Dich hin
Herr, ich komme zu Dir
Und ich schütte mein Herz bei Dir aus
Was mich hindert ganz bei Dir zu sein räume aus!
 
[Pre-Refrain]
Meine Sorgen sind Dir nicht verborgen
Du wirst sorgen für mich
Voll Vertrauen will ich auf Dich schauen
Herr, ich baue auf Dich!
 
[Refrain]
Gib mir ein neues ungeteiltes Herz
Lege ein neues Lied in meinen Mund
Fülle mich neu mit Deinem Geist
Denn Du bewirkst ein Lob in mir
 
[Strophe]
Herr, ich komme zu Dir
Und ich schütte mein Herz bei Dir aus
Was mich hindert ganz bei Dir zu sein räume aus!
 
[Pre-Refrain]
Meine Sorgen sind Dir nicht verborgen
Du wirst sorgen für mich
Voll Vertrauen will ich auf Dich schauen
Herr, ich baue auf Dich!
 
[Refrain]
Gib mir ein neues ungeteiltes Herz
Lege ein neues Lied in meinen Mund
Fülle mich neu mit Deinem Geist
Denn Du bewirkst ein Lob in mir
Gib mir ein neues ungeteiltes Herz
Lege ein neues Lied in meinen Mund
Fülle mich neu mit Deinem Geist
Denn Du bewirkst ein Lob in mir.
 
Votum
Wir feiern Gottesdienst
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Gemeinde mit Orgel: Amen
 
Gruss
Der Herr sei mit Euch
Gemeinde mit Orgel: Und mit deinem Geist
 
Psalm
Der Herr hält Treue ewiglich.
Lasst uns beten mit Worten des Psalms 146.
Das ist die Nummer 774 im evangelischen Gesangbuch:
Wir sprechen den Psalm im Wechsel.
Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele!
Ich will den HERRN loben, solange ich lebe,
und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
     Verlasset euch nicht auf Fürsten;
     sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Denn des Menschen Geist muss davon,
und er muss wieder zu Erde werden;
dann sind verloren alle seine Pläne.
     Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,
     der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, seinen Gott
der Himmel und Erde gemacht hat,
das Meer und alles, was darinnen ist;
     der Treue hält ewiglich,
     der Recht schafft denen, die Gewalt leiden;
     der die Hungrigen speiset.
Der HERR macht die Gefangenen frei.
Der HERR macht die Blinden sehend.
     Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
     Der HERR liebt die Gerechten.
Der HERR behütet die Fremdlinge
und erhält Waisen und Witwen;
aber die Gottlosen führt er in die Irre.
     Der HERR ist König ewiglich;
     dein Gott, Zion, für und für. Halleluja.
Psalm 146
Gemeinde mit Orgel: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen (EG 177.1)
 
Bussgebet
Lasst uns beten:
Wir wollen dich loben, Herr, für deine Treue.
Sie macht uns Mut, dir zu vertrauen, trotz allem, was an Unrecht und Gewalt geschieht.
Du wirst die Niedergeschlagenen und Wehrlosen nicht im Stich lassen.
(ein Moment Stille / Pause)
Wir wollen dich loben,
du Beschützer der Schutzlosen.
Oft genug aber müssen wir verstummen,
weil deine befreiende Gerechtigkeit sich gegen uns selbst richtet,
weil sie auch uns verklagt.
            Sind wir denn nicht daran beteiligt, dass die Zahl der           Hungernden auf Erden groß ist?
            Dass andere durch unser Verhalten bedroht sind, ohne      dass wir es gewahr werden?
(ein Moment Stille / Pause)
Wir wollen dich loben.
Du aber fragst nach denen, die auf deine Treue hoffen.
Vor dir liegt aufgedeckt,
wie leicht wir uns täuschen,
wie kurzsichtig unsere Berechnungen sind,
wie brüchig unser Leben ist.
(ein Moment Stille / Pause)
Wir rufen dich an, du unerschütterlich treuer Gott.
Wir wollen dich loben mit unserem Leben.
 (ein Moment Stille / Pause)
Herr erbarme dich.
Gemeinde mit Orgel: Kyriegesang
Herr erbarme dich, Christe erbarme dich, Herr erbarm dich über uns
 
Gnadenspruch
Höret den Zuspruch der göttlichen Gnade, höret den Ernst und die Güte Gottes: In den Psalmen steht geschrieben:
Ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen. Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe, und kein Retter ist da. Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.                                                                               (Psalm 50, 21-23)
 
Gloria
Ehre sei Gott in der Höhe…
Gemeinde mit Orgel:
…und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefallen.
 
Loblied
Lobsingt dem Herrn und preist seine Gnade „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe.“. Wir singen aus dem Evangelischen Gesangbuch die Nummer 628, alle drei Strophen.
Gemeinde mit Orgel: Loblied: „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. …
 
Ich lobe meinen Gott,
der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe.
Ich lobe meinen Gott,
der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin.
 
Ref.: Ehre sei Gott auf der Erde
in allen Straßen und Häusern,
die Menschen werden singen,
bis das Lied zum Himmel steigt.
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Frieden auf Erden.
 
Ich lobe meinen Gott,
der mir den neuen Weg weist, damit ich handle.
Ich lobe meinen Gott,
der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.
 
Ref.: Ehre sei Gott auf der Erde…
 
Ich lobe meinen Gott,
der meine Tränen trocknet, dass ich lache.
Ich lobe meinen Gott,
der meine Angst vertreibt, damit ich atme.
 
Ref.: Ehre sei Gott auf der Erde…
 
Kollekte / Tagesgebet
Lasst uns beten:
Gott, deine Güte erhält unser Leben.
Dich loben, die deine Treue erfahren haben.
Öffne uns die Sinne, dass wir aufmerken, wie du uns leitest, und nicht vergessen, wo du uns bewahrt hast.
So wird unser Leben dich loben und unsere Dankbarkeit wird Zeichen aufrichten, wie gnädig du bist, jetzt und zu allen Zeiten.
Hilf uns, ein dankbares Leben zu leben.
Das bitten wir dich durch unsern Herrn Jesus Christus,
deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gemeinde mit Orgel: Amen
 
B         Verkündigung und Bekenntnis
 
Schriftlesung
Die Lesung für den Sonntag steht geschrieben im 17. Kapitel des Lukasevangeliums. Sie steht dort in den Versen 11 bis 19. Sie ist überschrieben mit:
Die zehn Aussätzigen
Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa zog. Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.
 
Lobspruch mit Halleluja
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:
.                                                              (Psalm 103,2)
Halleluja!
Gemeinde mit Orgel: Halleluja, Halleluja.
 
Glaubensbekenntnis
 
Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:
Ich glaube an Gott / den Vater / den Allmächtigen /
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus /
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn /
empfangen durch den Heiligen Geist /
geboren von der Jungfrau Maria /
gelitten unter Pontius Pilatus /
gekreuzigt, gestorben und begraben /
hinabgestiegen in das Reich des Todes /
am dritten Tage auferstanden von den Toten /
aufgefahren in den Himmel /
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters /
von dort wird er kommen /
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist /
die heilige christliche Kirche /
Gemeinschaft der Heiligen / Vergebung der Sünden / Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.
 
 
Lied Vor der Predigt / Hauptlied
„Danket dem Herrn, wir danken dem Herrn“. Wir singen vom Lied Nummer 333 aus dem Evangelischen Gesangbuch die Strophen 1 bis 3.
Während des Liedes wird das Opfer für die eigene Gemeinde eingesammelt. Vielen Dank für alle Ihre Gaben.
Gemeinde: Predigtlied: Danket dem Herrn, wir danken dem Herrn …
 
1. Danket dem Herrn!
Wir danken dem Herrn,
denn Er ist freundlich,
und Seine Güte währet ewiglich,
|: sie währet ewiglich! :|
 
2. Lobet den Herrn!
Ja, lobe den Herrn
auch meine Seele;
vergiss es nie, was Er dir Gut's getan,
|: was Er dir Gut's getan! :|
 
3. Sein ist die Macht!
Allmächtig ist Gott;
Sein Tun ist weise,
und Seine Huld ist jeden Morgen neu,
|: ist jeden Morgen neu! :|
 
Predigt
Kanzelgruß:
Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da ist und der da war und der da kommt, unser Heiland, Jesus Christus, in Ewigkeit. Amen
 
Liebe Gemeinde,
heute ist der vierzehnte Sonntag nach Trinitatis. Der Predigttext für heute nach der Ordnung unserer Kirche steht im 1. Buch Mose, Genesis. Er steht dort im Kapitel 28 in den Versen 10 bis 22, und ist überschrieben:
Jakob schaut die Himmelsleiter
Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus. Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.
 
Predigtbitte
HERR wir danken Dir für Dein Wort und bitten dich: Lass du nun uns auch dein Heil sehen und dankbar sein. Segne du nun alles Reden und Hören. Heilige uns in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.
Amen
 
Liebe Gemeinde!
[1. Jakob ist auf der Flucht]
Was für eine Geschichte. Jakob träumt von Engeln und von Gott, dem HERRN. Er bekommt eine große Verheißung und dankt Gott, dem HERRN, dafür.
Anfangs sah es nicht gut für Jakob aus. Er war auf der Flucht, war in die steinige Steppe hinein gerannt. Jakob hatte Furcht vor seinem älteren Bruder. Der hatte eine Mordswut auf ihn. Und der Grund dafür? Er hatte ihm für eine Linsensuppe sein Recht des Erstgeborenen abgeschwatzt.
Und er trieb es noch ärger: Dem älteren Bruder wäre immerhin noch eines geblieben: der väterliche Segen von Isaak. Den galt es zu ergattern und tatsächlich, es gelang. Der fast erblindete Vater wurde getäuscht, und die heiligen Worte waren ausgesprochen, einmalig, wirkkräftig.
Durch Lug und Trug den eigenen Bruder ausgebootet. Eine von vielen bitteren und schuldhaften Familiengeschichten unter Menschen. Und jetzt war er auf der Flucht, fürchtete begründet die Rache des Bruders. Wie weit würde der Arm des Bruders reichen? Wann würde er in Sicherheit sein? Was nützte ihm das gesegnete Erstgeburtsrecht, wenn er es nie würde ausüben können? Die ganze Trickserei hatte ihm gar nichts gebracht, seine Schandtat war auf ihn zurück gefallen. Und seine Zukunft? Eben noch der gefälschte Kronprinz, musste er jetzt um sein Leben fürchten. Er war auf der Flucht in einer Landschaft, in der man kaum Überlebenschancen hatte. Jakobs Vorräte waren begrenzt, eine Rückkehr war ausgeschlossen.
Schließlich heißt es:
„Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen.“
Es war Abend geworden, Jakob konnte nun nicht mehr weiter laufen. Er war weit gelaufen. Er musste ein wenig schlafen.
In der Bibel steht:
Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
Jakob suchte sich also einen Stein, den legte er nahe zu sich. Unter Umständen war der Stein für seine Verteidigung, also als Waffe.
 
[2. Jakobs Traum]
Jakob schlief ein und es wird berichtet:
Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
Von was Jakob da träumte, war ein Wunder: die Himmelsleiter, die Engel, die Gottesstimme.
Die Himmelsleiter. Ein Zeichen für die Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Die Engel. Boten und Diener des lebendigen Gottes, des HERRN.
Meine Großeltern hatten ein Bild, das einen Engel zeigte. Er wachte darüber, dass zwei Kinder einen schmalen Steg über einen Bach gehen konnten. Ein Schutzengel also. Viele Menschen glauben an Engel und an Schutzengel. Ich habe früher in Niefern bei Pforzheim gewohnt. Nicht weit davon liegt Bretten, da gibt es ein Schutzengelmuseum, das einzige.
(Freie Rede zu Engeln)
Engel kommen in der ganzen Bibel vor. Jakobs Halbonkel Ismael und dessen Mutter Hagar werden durch einen Engel in der Wüste gerettet. Die Engel Gottes steigen an der Himmelsleiter auf und nieder, verbinden Gott mit den Menschen.
Gott selbst steht ganz oben auf der Himmelsleiter und ergreift selbst das Wort. Gott sprach im Traum zu Jakob:
„Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“
 
[3. Jakobs Versprechen]
Das ist eine große Heilszusage. Es gibt solche Momente im Leben, nach denen es sich nicht so weiter lebt wie vorher. Wo eine Begegnung mit dem Heiligen alles Erwartete umwirft. Ein Lebenswendepunkt. Das kann wie bei Jakob mitten in der Einöde geschehen. Der Ort und die Gelegenheit, wo es geschehen ist, bleiben uns in Erinnerung.
(Freie Rede zu Gotteserfahrungen / Zu Israel)
Jakob sieht den Ort als heilig an. Es steht geschrieben:
„Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.“
Der Stein wird von Jakob zum Gedenkstein umfunktioniert. Er wird zu einem bleibenden Ort der Verehrung Gottes, des HERRN. Da Jakob nicht nett zu seinem Bruder war, überrascht der Segen.
Gott ist unberechenbar, nicht berechenbar in seiner Liebe und Gnade. Ja, auch der Versager, Gescheiterte, Schuldige kann durch Gottes Liebe zum Segensträger werden. Gottes Liebe und Gnade macht nicht Halt vor unseren Schwächen und unserer Kleinheit. Gott erscheint, wann und wo und wem er will, mag´s der Mensch begreifen oder nicht. Und Gott schenkt Vergebung und Gnade, wie er will. So fand Jakob den Weg aus der Wüste.
Und Jakob war ergriffen und dankbar, für diese Heilszusage. Er macht Gott ein Versprechen, das heißt in der Lutherbibel ein Gelübde.
„Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der HERR mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.“
(Freie Rede zum Gotteshaus)
Vielleicht ist Jakobs Glaube noch schwach, wie auch unser Glaube manchmal schwach ist. Zumindest ist sein Versprechen an Bedingungen geknüpft. Jakob wünscht sich Schutz durch Gott, Essen, Kleider und Frieden. Er möchte seinen Vater wiedersehen. Wenn Gott das erfüllt, dann will er den HERRN als seinen Gott anerkennen. Er will glauben, dass das Gute von Gott kommt. Er will Gott dienen, der Stein soll zum Gotteshaus werden. So zeigt Jakob seine Dankbarkeit.
Herr lass uns auch des Heils durch Dich gewiss sein und lass uns von Herzen dankbar sein.
 
Friedensgruss
Der Friede Gottes / welcher höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen
 
Lied nach der Predigt
Wir haben im Gesangbuch ein Lied, dass die Geschichte aus dem Predigttext aufgreift:
Bricht mir wie Jakob dort
Nacht auch herein,
find‘ ich zum Ruheort
nur einen Stein.
Wir singen das Lied Nummer 691 aus dem Evangelischen Gesangbuch „Näher, mein Gott, zu dir“ die Strophen 1 bis 4.
Gemeinde mit Orgel: Predigtlied: „Näher, mein Gott, zu dir...“
 
1) Näher, mein Gott, zu Dir, näher zu Dir!
Drückt mich auch Kummer hier, drohet man mir,
Soll doch trotz Kreuz und Pein, dies meine Losung sein:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!
 
2) Bricht mir, wie Jakob dort, Nacht auch herein,
Find ich zum Ruheort nur einen Stein,
Ist selbst im Traume hier mein Sehnen für und für:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!
 
3) Geht auch die schmale Bahn aufwärts gar steil,
Führt sie doch himmelan zu meinem Heil.
Engel so licht und schön winken aus sel'gen Höhn:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!
 
4) Ist dann die Nacht vorbei, leuchtet die Sonn,
Weih ich mich Dir aufs Neu' vor Deinem Thron,
Baue mein Bethel Dir, und jauchz mit Freuden hier:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!
 
 
D         Sendung und Segen
 
Fürbittengebet
 
Lasst uns beten:
Du hast uns alle hinein genommen in deine weltweite Segensgeschichte, Gott,
deshalb bitten wir dich heute für alle Menschen,
die zu wenig davon in ihrem Leben spüren.
Wir bitten dich für jene,
die so viel Leid und Schmerz in ihrem Leben erfahren haben,
dass sie nichts mehr vom Leben erwarten.
Führe sie an die Orte, an denen sie deiner Gegenwart und Liebe begegnen.
Stelle ihnen Menschen zur Seite, die sie auffangen und aushalten können, die ihnen vielleicht so irgendwann deinen Segen weitergeben können.
Stelle ihnen Engel zur Seite, die ihnen auf deine unbegreifliche Weise helfen.
Wir bitten dich für die Menschen, die so angegriffen sind, dass sie ihr Leben beenden wollen.
Wirke du Aufbrüche aus der Depression, reiß den Himmel in ihrem Leben auf und komme ihnen mit deinem Segen entgegen.
Wir bitten dich für jene, die schwere Schuld auf sich geladen haben.
Wirke du mit deinem Segen die Bereitschaft, sich den Folgen zu stellen, damit Vergebung möglich wird.
Wir bitten dich auch für uns um den Mut, uns unserer eigenen Verantwortung zu stellen.
Wir bitten Dich für jene, die alles Gute für selbstverständlich nehmen.
Die nicht nach dir fragen, dem lebendigen Gott, dem Gott Jakobs, Isaaks und Abrahams.
Gib Ihnen die Erkenntnis, dass alles Gute von Dir kommt.
Gib Ihnen die Erkenntnis, dass allein bei Dir Heil und Segen ist.
HERR, wir danken dir für dein Wort. Wir danken Dir, dass wir hören durften, wie Jakob ein Gotteshaus bauen will.
Gib, dass es auch heute Menschen gibt, die am Gotteshaus bauen wollen.
Gib, dass Studentinnen und Studenten Theologie studieren wollen und sich in besonderer Weise mit Deinem Wort befassen wollen.
Gib, dass sich Kandidaten für die Kirchengemeinderatswahl finden, die dann auch am Gotteshaus weiter bauen wollen.
Wir bitten dich heute für Israel, für dein Volk, in dem wir alle gesegnet sind. Stärke die besonnenen, verantwortungsbewussten Menschen dort, sich unermüdlich für friedliche Lösungen einzusetzen.
Schenke Du auch heute den Menschen deinen Beistand, Schutz auf den Wegen, Frieden und Versöhnung.
Schenke Du auch heute den Menschen Heil, Kraft zum Glauben und Dir nachzufolgen.
Was uns sonst noch bewegt sagen wir Dir in der Stille.
 
(Gebetsstille)
 
Alle Gebete vereinen wir im Gebet unseres HERRN und Heilands, dem Vater unser:
 
Gebet des Herrn – Vater unser
Vater unser im Himmel / geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich / und die Kraft / und die Herrlichkeit / in Ewigkeit. Amen.
 
 
Abkündigungen
 
Wir hören die Abkündigungen.
 
 
Der Wochenspruch steht im Psalm 102, in Vers 2 und lautet:
„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat:“
 
GESANG ZUM AUSGANG / Schlusslied
„Danket dem Herrn, wir danken dem Herrn“. Wir singen vom Lied Nummer 333 aus dem Gesangbuch die weiteren Strophen, also Strophen 4 bis 6.
Gemeinde: Schlusslied: Danket dem Herrn, wir danken dem Herrn …
 
4 ) Groß ist der Herr!
Ja, groß ist der Herr, Sein Nam´ ist heilig,
und alle Welt ist Seiner Ehre voll,
ist Seiner Ehre voll, ist Seiner Ehre voll.
 
5) Betet Ihn an! Anbetung dem Herrn!
Mit hoher Ehrfurcht werd auch von uns
Sein Name stets genannt,
Sein Name stets genannt, Sein Name stets genannt.
 
6) Singet dem Herrn!
Lobsinget dem Herrn in frohen Chören;
denn Er vernimmt auch unsern Lobgesang,
auch unsern Lobgesang, auch unsern Lobgesang.
 
Segen
Gemeinde erhebt sich
Gehet hin im Frieden des Herrn:
Der Herr segne euch und behüte euch. /
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.
Gemeinde mit Orgel: Amen, Amen, Amen.
 
 
Musik zum Ausgang (Orgel)