Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis, 14.09.25

 
Gottesdienst am dreizehnten Sonntag nach Trinitatis,  14.09.2025  10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
Orgelvorspiel
 
Lied: EG 166,1+2+4: Tut mir auf die schöne Pforte
 
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)
 
Psalm: Psalm 112 (EG 760)
Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht
und das Seine tut, wie es recht ist!
Denn er wird ewiglich bleiben;
der Gerechte wird nimmermehr vergessen.
Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht;
sein Herz hofft unverzagt auf den Herrn.
Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht,
bis er auf seine Feinde herabsieht.
Er streut aus und gibt den Armen;
seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Seine Kraft wird hoch in Ehren stehen.
Ehre sei dem Vater...
 
Bußgebet:
Barmherziger Gott,
wir danken dir für deine Liebe, die du großzügig schenkst.
Wir machen uns manchmal gar nicht klar, wie reich du jede und jeden von uns gemacht hast …
- an Fähigkeiten, die wir für andere einsetzen können,
- an Zeit, die wir anderen schenken können,
- an Hab und Gut, mit dem wir fremde Not lindern können.
Die Angst, zu kurz zu kommen, bestimmt sooft unser Denken und Handeln, und hindert uns großzügig mit dem umzugehen, was uns selbst geschenkt wurde.
Barmherziger Gott befreie uns mit deiner Großzügigkeit aus der ständigen Sorge um uns selbst,
fülle unsere ängstliche Seele reichlich mit Vertrauen zu dir,
öffne uns Hand und Herz für die, die uns brauchen.
Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich
(Herr erbarme Dich...)
 
Zusage: Hört die Gnadenzusage Gottes:
Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Ehre sei Gott in der Höhe (... und auf Erden Fried...)
 
Loblied: EG 324,1+2: Ich singe dir mit Herz und Mund
 
Tagesgebet:
Wir danken dir Gott, dass wir nach dir fragen können, dass wir dich suchen dürfen und du dich finden lässt.
Lass uns etwas erfahren von deiner Gegenwart und Wahrheit, damit sie uns trösten und verwandeln durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder. (Amen)
 
Evangelium: 1.Johannes 4,7-12
7 Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott.
8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.
9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.
11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.
 
Schlussspruch: Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Halleluja            (Halleluja, Halleluja)
 
Hauptlied: NL 198,1-3: Unser Gott hat uns geschaffen
 
PREDIGT über Markus 3,31-35
31 Inzwischen waren die Mutter und die Brüder von Jesus gekommen. Sie blieben draußen stehen und schickten jemand, der ihn rufen sollte.
32 Aber die Volksmenge saß um Jesus. Und sie sagten zu ihm: »Sieh doch: Deine Mutter, deine Brüder und deine Schwestern stehen draußen.«
33 Aber Jesus antwortete ihnen: »Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?«
34 Und er blickte die Leute an, die rings um ihn saßen, und sagte: »Das sind meine Mutter und meine Brüder!
35 Wer tut, was Gott will, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.«
 
„Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“
Sooft ich diesen Text lese oder darüber predigen soll: ich stolpere jedes Mal über diese Worte. Was sagt diese Geschichte über Jesus und seine Familie aus? So mag ich ihn mir nicht vorstellen – und auch seine Familie nicht…
 
Ich versuche mich ein bisschen in die Familie Jesu hineinzudenken. In die Gefühle seiner Mutter, seiner Brüder und Schwestern:
Sie kommen angereist, um ihren Sohn bzw. Bruder heimzuholen. Sie haben hingenommen, dass er vor einiger Zeit Haus, Hof und elterliches Geschäft zurückgelassen hat. Sie haben mit Verwunderung gehört, dass er eine große Fangemeinde um sich schart und Menschen hilft – an Leib und Seele.
Aber die neuesten Nachrichten, die sie gehört haben, machen ihnen Sorgen: Jesus verstößt gegen die jüdischen Gesetze: er hat einen Menschen geheilt (am Sabbat! im Tempel!) er hat Kontakt mit Unberührbaren, umgibt sich mit Sündern… Er erhebt den Anspruch zu wissen, was Gott von den Menschen will – und er legt sich dabei immer häufiger mit den Schriftgelehrten an.
„Er muss verrückt geworden sein!“ so denkt seine Familie nur wenige Verse vorher.
Eigentlich finde ich es zutiefst menschlich, dass sich die Mutter und die Geschwister einfach Sorgen um Jesus machen – aus ihrer Sicht redet er sich um Kopf und Kragen – sie müssen ihn aufhalten, heimholen, bevor Schlimmeres passiert…
 
Zugleich wissen wir aber auch, dass nicht jedes Hilfsangebot von außen willkommen ist… nicht jeder gute Rat kommt an, nicht immer ist die Sicht auf die Dinge dieselbe.
Und auch die beste Familie weiß nicht immer, was den anderen umtreibt, bewegt und zum Handeln motiviert.
 
Auf der anderen Seite kann ich mich auch gut in Jesus hineinversetzen: er hat nicht vor, sich aufhalten zu lassen und in den Schoß der Familie zurückzukehren. Er hat seinen Platz gefunden – hier bei diesen Menschen, die um ihn sitzen – bei den Menschen, die ihn verstehen, ihn respektieren…
Bei seiner Familie erlebt er es gerade anders: sie scheinen ihn nicht so akzeptieren zu wollen, wie er ist. Ihren Besuch empfindet er als Einmischung und auch als Einengung.
Ich glaube, das können wir alle irgendwie nachempfinden – egal wie alt wir sind – ihr Konfis sicher auch: Wir mögen es auch nicht immer, wenn unsere Familie in unser Leben reinreden will, wenn Menschen meinen, sie wüssten, was gut für uns ist. Solche Einmischungen lehnen wir auch ab oder machen innerlich dicht, wenn jemand so bei uns ankommt. Und wenn wir dann noch das Gefühl haben, nicht akzeptiert zu werden, in dem was wir sind und tun, dann reagieren wir genauso abweisend, wie es von Jesus hier erzählt wird.
 
Und doch: das Verhalten Jesu gegenüber seiner Familie irritiert – uns heute, wenn wir die Geschichte lesen – aber auch die Menschen, die in dem Moment um Jesus herumsitzen.
Ich glaube, die erste Irritation wird dadurch ausgelöst, dass dieses Verhalten Jesu nicht zu dem passt, wie sie ihn im Umgang mit sich erleben. Kann ein Mensch, der so freundlich und liebevoll mit Fremden umgeht, so abweisend zu seiner eigenen Familie sein?
Das andere hängt mit ihrer Tradition zusammen: Sie sind es aus ihrer Kultur gewohnt, dass man als Familie füreinander da ist, Verantwortung übernimmt, sich trägt, stützt und auch schützt. Ja, man war schlicht und einfach aufeinander angewiesen. Da,s was heute Versicherungen, soziale Dienste, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Pflegeheime übernehmen, all das gab es ja damals nicht.
Man hatte nur seine Familie – seine Sippe.
Sie kümmerte sich um die Bildung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen – sie kümmerte sich um die Altersversorgung, der Pflege der Altgewordenen – sie kümmerte sich um Familienmitglieder, die krank wurden oder ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen konnten. Sie waren ganz anders aufeinander angewiesen als wir heute.
Ganz gut kann man das in den Geschichten des Alten Testaments sehen – vor allem im 1. Buch Mose. Die Vätergeschichte wird als Familiengeschichte erzählt – von Abraham bis zu seinem Urenkel Josef.
Es waren keine heilen Familien – auch da gab es Konflikte, Neid, Eifersucht, Brüche, Trennungen, ja sogar Gewalt – zugleich wird in diesen Geschichten aber auch immer wieder erzählt, wie eng das Familiengefüge war. Was es bedeutete, keine Kinder zu haben, die später für einen sorgen würden – wie wichtig der Segen der Eltern für die nachkommende Generation war und vieles mehr.
Auch die Familiengeschichte Jesu wird erzählt – zumindest im Lukasevangelium – und ein wenig anders bei Matthäus.
Und wir haben bei Matthäus darüber hinaus einen langen Familienstammbaum Jesu, der zurückreicht bis Abraham…
Anders macht es das Markus, aus dem unser Text heute stammt.
Für ihn ist die Kindheitsgeschichte nicht wichtig – und auch nicht die Familie Jesu. Er setzt von Anfang an einen anderen Akzent. Er beginnt seine Erzählung mit der Taufe Jesu und dem Zuspruch Gottes: „Du bist mein lieber Sohn!“.
 
Und so ist es für das Markusevangelium wohl auch ganz folgerichtig, dass Jesus hier die Gemeinschaft seiner Anhänger, oder vielmehr die Glaubensgemeinschaft, über die leibliche Familie stellt. Jesus schaut die Menschen an, die da um ihn herumsitzen und sagt: »Das sind meine Mutter und meine Brüder! Wer tut, was Gott will, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.«
 
Doch was sind das nun für welche, die da vor ihm sitzen? Was zeichnet sie eigentlich aus – diese neue Familie Jesu?
Auf den ersten Blick sind es Menschen, die zu ihm halten, sich an ihm orientieren, ihn als Vorbild respektieren, ihn in seiner Andersheit akzeptieren.
Auch diese neue Familie ist keine perfekte Familie, denn da gibt es die Menschen am Rand der Gesellschaft, Menschen, die abgelehnt werden, Menschen, die nicht mithalten können, Kranke, Alte, Ausgeschlossene. Menschen, die Fehler gemacht haben – Menschen, die immer wieder schuldig werden. Ja sogar Menschen, die Jesus später im Stich lassen werden.
Es sind aber Menschen, für die er sich verantwortlich fühlt – oder vom Beginn des Evangeliums her gedacht: Menschen, die ihm anvertraut wurden: eigentlich noch viel mehr als Geschwister – eher wie Kinder.
Ich glaube zum Zeitpunkt dieser Geschichte ist es keine Beziehung auf gleicher Ebene – da sind die Menschen, die Jesus nachfolgen, von ihm lernen, ihn bewundern – und da ist Jesus, der sie lehrt und für sie sorgt – mit seelischer und leiblicher Nahrung.
 
»Das sind meine Mutter und meine Brüder!«
In gewisser Weise sitzen auch wir um Jesus herum – als Gemeinde. Als die Gemeinde, für die Markus im 1. Jahrhundert nach Christus schreibt – als die Gemeinde in Lichtenau, in Scherzheim, in Baden-Baden, in Kehl, in  Russland, in Polen…
Als Christen versuchen wir uns nach Jesus auszurichten – versuchen nach seinen Worten zu handeln und Gottes Willen zu tun. Wir sind miteinander verbunden – durch unseren Glauben, durch unsere Taufe. Wir sind Kinder Gottes – so zumindest wurde es uns bei unserer Taufe zugesagt. Und insofern sind wir dann auch Brüder und Schwestern Jesu!
 
Die christliche Gemeinde als Familie?
Ich merke, wie sich da unweigerlich ein Idealbild von Familie bei mir einstellt – voller Harmonie und in friedlichem, liebevollem und achtsamem Miteinander. Ähnlich wie es ja auch in der Schriftlesung anklang: „Lasst uns untereinander lieb haben, denn wer liebt, der ist aus Gott geboren!“ (1.Joh 4,7)
Doch so nehme ich Gemeinde und Kirche nicht wahr. Wie in den häuslichen Familien gibt es auch in der christlichen Großfamilie Konflikte aller Art – es gibt Zusammenhalt und Fürsorge – es gibt aber auch Ablehnung, Neid und Streit.
Es gibt Machtstreben und Machtmissbrauch, es gibt Grenzverletzungen und andere Verletzungen.
Es gibt Menschen, die uns nahe sind, wie unser Lieblingsbruder – und es gibt Menschen, um die würden wir im Normalfall wahrscheinlich einen Bogen machen, weil uns eigentlich nichts miteinander verbindet. Es gibt Menschen, die uns am Herzen liegen, und welche, die uns eher im Magen liegen. Ja, oftmals ist das einzige, was uns verbindet, tatsächlich unsere Taufe und unser Glaube - und wenn es gut geht, verbindet uns noch eine gemeinsame Vision von christlichem Leben in der Gemeinde und christliche Verantwortung in unserer Welt.
 
Familie – ich überlege mir, welche Bilder von Familie wir heute haben…
Unsere familiären Bindungen sind schon lange nicht mehr das typische Familienbild von Vater, Mutter, Kind…
Wir haben auch kaum mehr Großfamilien oder gar solche Sippen wie zu biblischen Zeiten. Bei uns zersplittert es vielmehr und Familie ist oft zerstreut über viele Kilometer hinweg.
Wir haben Patchworkfamilien und Regenbogenfamilien.
Wir haben Familien, die sehr liebevoll und wertschätzend miteinander umgehen. Die Orte der Geborgenheit sind – die Kinder fördern, Senioren mittragen, die einfach füreinander da sind.
Wir machen aber auch Erfahrung mit Familien, die nicht funktionieren. Wo es Konflikte gibt, Beziehungsabbrüche, auch Gewalt – körperlicher und psychischer Art.
Familien, die kein Ort der Geborgenheit sind, sondern unsichere Gebilde, die als einengend empfunden werden oder auch angstbesetzt sind.
 
Ich behaupte aber, wir alle tragen ein Idealbild von Familie in uns?
Woher dieses Bild kommt, weiß ich nicht – vielleicht aus der Tradition – vielleicht aber vor allem aus einer persönlichen Sehnsucht heraus.
In unterschiedlichen Färbungen – je nachdem eben, welche konkreten Familienerfahrungen wir gemacht haben.
Wenn ich Kinder oder Jugendliche frage – dann ist ihr Idealbild von Familie ein Ort, wo sie geborgen sind. Ein sicherer Ort, wo sie sein dürfen, wie sie sind. Wo sie Verständnis finden, wo sie hinkommen können mit ihren Fragen und Nöten. Wo sie Hilfe bekommen – und umgekehrt auch Hilfe geben.
Und ich glaube – dieses Idealbild tragen auch wir Erwachsenen mehr oder weniger so in uns.
Unsere Sehnsucht ist es, einen Ort zu haben – in einer Beziehung oder Familie zu leben – wo wir uns aufgehoben und sicher fühlen. Wo es friedlich zugeht – möglichst harmonisch.
Wir suchen Menschen, denen wir vertrauen, und Beziehungsgefüge, wo man füreinander Verantwortung übernimmt.
Und umso „unsicherer“ wir unser Umfeld erleben – umso mehr suchen wir so einen sicheren Ort, wo wir aufgehoben sind. In Bildern gesprochen: im Schoß der Familie, in Gottes Hand, in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
 
Wir alle suchen ihn – und manche finden diesen „sicheren Ort“ zumindest in Anklängen. Manche in ihrer Herkunftsfamilie, aus der sie stammen, andere in der Familie, die sie sich selbst aufgebaut haben und in der sie aktuell leben.
Für andere sind solche Orte eher ganz kleine Gefüge – in der Partnerschaft und im engen Freundeskreis – und für wieder andere die Peergroup in Schule, Arbeit, Verein oder auch Gemeinde…
Das Entscheidende ist, dass es ein Ort ist, eine Beziehung, wo wir uns aufgehoben fühlen – akzeptiert und getragen – es ist aber auch ein Ort/eine Beziehung, wo wir selbst bereit sind, uns einzubringen – den andern mitzutragen…
 
Das Modell, das Jesus vom Zusammenleben hat, das ist eines, das gelingen könnte.
Zumindest, wenn wir immer wieder versuchen, uns daran zu halten:
Sein Leitgedanke ist: »Wer tut, was Gott will, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.« und im Johannesbrief wird es noch zugespitzt: „Lasst uns einander liebhaben, denn wer liebt, der ist von Gott geboren…“
Eigentlich doch zwei ganz klare Sätze – ja, Handlungsanweisungen:
Und im Umkehrschluss würde es in unserem heutigen christlichen Verständnis heißen: wer durch seine Taufe und seinen Glauben Bruder und Schwester Jesu ist, der tut, was Gott will!
Und wenn wir das ernst nehmen, hat es seine Auswirkungen: nicht nur auf unsere Familien und Gemeinden, sondern auch auf unsere Gesellschaft.
Eine Gesellschaft, die sich auf christliche Werte beruft, sollte getragen sein von gegenseitiger Wertschätzung und einem fairen Umgang miteinander.
Sie müsste daran interessiert sein, dass Lebenschancen gleich verteilt sind. Dass Menschen am Rand – egal mit welchem kulturellen, religiösen oder auch nationalen Hintergrund – integriert werden.
Sie dürfte nicht müde werden, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung unserer Schöpfung einzusetzen. Und intern füreinander einstehen – zu trösten, zu ermutigen, zu stützen, zu helfen.
 
Wir leben in keiner heilen Welt (das wird uns ja Tag vor Tag vor Augen geführt) aber umso wichtiger ist es, dass wir an so einem Idealbild von Zusammenleben (von „Familie“ im weitesten Sinn) weiterbauen – in unserem privaten Umfeld, in unseren Gemeinden, in unserer Gesellschaft.
Und selbst wenn wir scheitern, dürfen wir uns davon nicht entmutigen lassen oder resignieren – sondern sollen es immer wieder neu versuchen, immer wieder neu danach leben – uns orientieren an Jesus als unserer Mitte – verbunden mit anderen, die dasselbe denken und wollen wir – den Brüdern und Schwestern Jesu. Amen.
 
Predigtlied: EG 612, 1-6: Damit aus Fremden Freunde werden
 
 
Fürbittengebet:
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, Bruder von uns Menschen – du zeigst uns den Weg zum Leben, lehrst uns wie wir dir nachfolgen können - zu dir kommen wir mit unseren Bitten.
 
Wir bitten dich für unsere Gemeinde, für die Kirche, für die ganze Christenheit. Sei unter uns gegenwärtig, damit wir deine Liebe in Wort und Tat glaubwürdig bezeugen.
 
Wir bitten dich für alle Leidenden auf dieser Welt; für alle die Schrecken und Not am eigenen Leib zu spüren bekommen; für diejenigen, die auf der Strecke bleiben und kaum Beachtung finden.
Besonders denken wir an die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten unserer Zeit. Für Menschen in Angst und auf der Flucht, für Verletzten, Ausgebombte, Angsterfüllte.
Herr, fördere und begleite du alle Bemühungen um Frieden, Versöhnung, Hilfe und Rettung.
 
Wir bitten dich für unsere Gesellschaft, für Politiker und Meinungsmacher, für Schweigende und Angstmacher, für Aufwiegler und Unsichere – Herr, hilf uns auch im Fremden deine Kinder zu sehen und nach deinem Willen zu handeln – schnelle Entscheidungen zu treffen, die Hilfe bringen, uns einzusetzen für Menschen in Not, den Mund aufzumachen, wenn Menschen hetzen und Unwahrheiten verbreiten.
 
Wir bitten dich für unsere Welt. Wehre denjenigen, die Hass, Gewalt und Zerstörung säen. Stärke alle Bemühungen um Frieden, Verständigung und Versöhnung über alle Grenzen hinweg.
 
Vor dich Gott bringen wir auch die Menschen in unserer Gemeinde, denen es nicht gut geht.
Wir bitten um Stärkung, Zuversicht und Heilung für unsere Kranken,
um Kraft und Stärke für alle, die andere pflegen und versorgen,
um Trost und Wärme für alle Trauernden.
 
In der Stille bringen wir vor dich, was uns ganz persönlich bewegt…
 
Wir beten miteinander und füreinander:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
 
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
 
Schlusslied: NL 86,1-5: Wenn das Brot, das wir teilen
 
Abkündigungen
 
Segen
Der Herr segne euch und behüte euch,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig
der Herr erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.
(Amen, Amen, Amen)
 
Orgelnachspiel