Gottesdienst am neunten Sonntag nach Trinitatis, 17.08.2025 10:00 Uhr in Scherzheim mit Prädikant Michael Bannwarth
A Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Begrüssung
Liebe Gemeinde,
Unser Herr und Heiland Jesus Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Johannes 15, 5
Mit diesem Jesuswort begrüße ich Sie. Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen.
Mein Name ist Michael Bannwarth und ich bin Prädikant.
LIED zum Eingang
„Tut mir auf die schöne Pforte“. Wir singen aus dem Evangelischen Gesangbuch die Nummer 166, Strophen 1 bis 4.
Gemeinde mit Orgel: Eingangslied: Tut mir auf die schöne Pforte …
1) Tut mir auf die schöne Pforte,
führt in Gottes Haus mich ein;
ach wie wird an diesem Orte
meine Seele fröhlich sein!
Hier ist Gottes Angesicht,
hier ist lauter Trost und Licht.
2) Ich bin, Herr, zu dir gekommen,
komme du nun auch zu mir.
Wo du Wohnung hast genommen,
da ist lauter Himmel hier.
Zieh in meinem Herzen ein,
laß es deinen Tempel sein.
3) Laß in Furcht mich vor dich treten,
heilige du Leib und Geist,
daß mein Singen und mein Beten
ein gefällig Opfer heißt.
Heilige du Mund und Ohr,
zieh das Herze ganz empor.
4) Mache mich zum guten Lande,
wenn dein Samkorn auf mich fällt.
Gib mir Licht in dem Verstande
und, was mir wird vorgestellt,
präge du im Herzen ein,
laß es mir zur Frucht gedeihn.
Votum
Wir feiern Gottesdienst
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Gemeinde mit Orgel: Amen
Gruss
Der Herr sei mit Euch
Gemeinde mit Orgel: Und mit deinem Geist
Psalm
Lasst uns beten mit Worten des Psalms 63.
Psalm 63, das ist die Nummer 732 im evangelischen Gesangbuch:
Wir sprechen im Wechsel.
Gott, du bist mein Gott, den ich suche.
Es dürstet meine Seele nach dir,
mein ganzer Mensch verlangt nach dir
aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.
So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,
wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.
Denn deine Güte ist besser als Leben;
meine Lippen preisen dich.
So will ich dich loben mein Leben lang
und meine Hände in deinem Namen aufheben.
Das ist meines Herzens Freude und Wonne,
wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;
wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,
wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.
Denn du bist mein Helfer,
und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Meine Seele hängt an dir;
deine rechte Hand hält mich.
Psalm 63,2-9
Gemeinde mit Orgel: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen (EG 177.1)
Bussgebet
Lasst uns beten:
Gott, wie reich wir beschenkt sind!
Wir haben viele Möglichkeiten, aber viel zu oft nutzen wir sie nicht.
Und viel zu selten danken wir dir für das,
was du in jeden und jede von uns hineingelegt hast.
Wir möchten bewusster leben auch mit dem, was wir selber sind,
möchten entdecken, welche der uns geschenkten Gaben
wir bisher zu wenig fruchtbar gemacht haben.
Hilf du uns dazu.
Gott, du gibst große Gaben.
Wie viel Gutes haben wir von dir?
Wie viel Wertvolles vertraust du uns an?
Menschen sind da, die uns liebevoll begleiten;
einen Ort haben wir, an dem wir sicher leben.
Alles, was wir sind und haben, kommt von dir.
Ob wir das wirklich begreifen und zu schätzen wissen?
Schenke uns ein dankbares Herz.
Wir bitten Dich,
Herr erbarme dich.
Gemeinde mit Orgel: Kyriegesang
Herr erbarme dich, Christe erbarme dich, Herr erbarm dich über uns
Gnadenspruch
Höret den Zuspruch der göttlichen Gnade, im ersten Brief des Petrus steht geschrieben:
Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat,
als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.
. (1. Petrus 4,10)
Gloria
Ehre sei Gott in der Höhe…
Gemeinde mit Orgel:
…und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefallen.
Zeichen zum Setzen / Gemeinde setzt sich
Loblied
Lobsingt dem Herrn und preist seine Gnade „Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen“. Wir singen aus dem Blauen Anhang zum Evangelischen Gesangbuch die Nummer 68, die Strophe 2.
Gemeinde mit Orgel: Loblied: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen …
Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.
Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.
Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.
2. Der mich im Leiden getröstet hat,
der meinen Mund wieder fröhlich macht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen.
Kollekte / Tagesgebet
Lasst uns beten:
Schenkender Gott,
wir haben Angst, wir könnten verlieren in einer Welt,
wo in erster Linie Gewinn und Verlust zählen.
Wir wollen mit dir rechnen; mach uns Mut dazu.
Gib uns Anteil an der Fülle deiner Gaben,
dann gewinnen wir durch dich das Leben.
Das bitten wir dich durch unsern Herrn Jesus Christus,
deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gemeinde mit Orgel: Amen
B Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung
Die Lesung für den Sonntag heute steht geschrieben beim Propheten Jeremia. Sie steht dort im Kapitel 1, in den Versen 4 bis 10. Sie ist überschrieben mit:
Jeremias Berufung
KGR: Schriftlesung lesen
Und des HERRN Wort geschah zu mir:
Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.
Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.
Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.
Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR.
Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.
Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.
Lobspruch mit Halleluja
Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen:
Der Herr sei hochgelobt!
. (Psalm 40, 17)
Halleluja!
Gemeinde mit Orgel: Halleluja
Glaubensbekenntnis
Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:
Ich glaube an Gott / den Vater / den Allmächtigen /
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus / seinen eingeborenen Sohn, unsern
Herrn / empfangen durch den Heiligen Geist / geboren von der
Jungfrau Maria / gelitten unter Pontius Pilatus /
gekreuzigt, gestorben und begraben /
hinabgestiegen in das Reich des Todes /
am dritten Tage auferstanden von den Toten /
aufgefahren in den Himmel /
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters /
von dort wird er kommen /
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist /
die heilige christliche Kirche /
Gemeinschaft der Heiligen / Vergebung der Sünden / Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.
Lied Vor der Predigt / Hauptlied
„Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“. Wir singen vom Lied Nummer 397 aus dem Evangelischen Gesangbuch die Strophen 1 bis 3.
Gemeinde: Predigtlied: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr …
1. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr,
Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern
mit deiner Güt und Gnaden.
Die ganze Welt erfreut mich nicht,
nach Erd und Himmel frag ich nicht,
wenn ich nur dich kann haben.
Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht,
so bist doch du mein Zuversicht,
mein Teil und meines Herzens Trost,
der mich durch sein Blut hat erlöst.
Herr Jesu Christ,
mein Gott und Herr, mein Gott und Herr,
in Schanden lass mich nimmermehr!
2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab
mein Leib und Seel und was ich hab
in diesem armen Leben.
Damit ich's brauch zum Lobe dein,
zu Nutz und Dienst des Nächsten mein,
wollst mir dein Gnade geben.
Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr,
des Satans Mord und Lügen wehr;
in allem Kreuz erhalte mich,
auf dass ich's trag geduldiglich.
Herr Jesu Christ,
mein Herr und Gott, mein Herr und Gott,
tröst mir mein Herz in Todesnot.
3. Ach, Herr, lass dein lieb' Engelein
an meinem End die Seele mein
in Abrahams Schoß tragen.
Der Leib in seim Schlafkämmerlein
gar sanft, ohn alle Qual und Pein,
ruh bis zum Jüngsten Tage.
Alsdann vom Tod erwecke mich
dass meine Augen sehen dich
in aller Freud, o Gottes Sohn,
mein Heiland und mein Gnadenthron.
Herr Jesu Christ,
erhöre mich, erhöre mich,
Ich will dich preisen ewiglich!
Predigt
Kanzelgruß:
Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da ist und der da war und der da kommt, unser Heiland, Jesus Christus, in Ewigkeit. Amen
Liebe Gemeinde,
heute ist der Neunte Sonntag nach Trinitatis. Der Predigttext für heute nach der Ordnung unserer Kirche steht im Brief an die Philipper. Er steht dort im Kapitel 3 in den Versen 4b bis 14, und ist überschrieben:
Warnung vor Rückfall in die Gesetzesgerechtigkeit und Das Ziel
Der Apostel Paulus schreibt da an die Gemeinde in Philippi:
Wenn ein anderer meint, er könne sich aufs Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, der ich am achten Tag beschnitten bin, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen.
Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet.
Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott kommt durch den Glauben.
Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.
Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.
Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich's ergriffen habe.
Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
Predigtbitte
HERR wir danken Dir für Dein Wort und dass Du uns durch die himmlische Berufung ein Ziel weist. Segne du nun alles Reden und Hören. Heilige uns in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.
Amen
Liebe Gemeinde!
Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Gott hat für uns einen Plan. Im Brief an die Philipper spricht Paulus von einer himmlischen Berufung durch Gott. Aber vielleicht beginnen wir, indem wir uns die Geschichte der Gemeinde in Philippi anschauen.
[I. Geschichte von Philippi]
Philippi war in der Antike eine Stadt und Festung im Osten von Makedonien. Philippi liegt im Nordosten von Griechenland. Die alte römische Stadt und christliche Gemeindegründung wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt.
In der Apostelgeschichte steht: Paulus und Silas gründeten in Philippi eine christliche Gemeinde. Das war so etwa im Jahr 50 nach Christi Geburt. Es ist die erste Gemeinde, die Paulus in Europa gründete. Als erste Christin wird die Purpurhändlerin Lydia genannt, die aus Thyatira in Kleinasien stammte. Sie hatte sich als „Gottesfürchtige“ bereits vorher zur jüdischen Gemeinde gehalten. Paulus hatte eine jüdische Gebetsstätte am Fluss aufgesucht. Da hat er zu den Frauen, die sich dort versammelt hatten, gesprochen. Lydia und alle Angehörigen ihres Hauses ließen sich taufen. An die Gemeinde in Philippi schrieb Paulus den Brief an die Philipper. Wir nehmen an, dass er den Brief aus der Gefangenschaft schrieb. Es war so etwa um das Jahr 60, also zehn Jahre nach der Gemeindegründung.
Vielleicht hat man in der Gemeinde in Philippi sehr darauf geachtet, die Gesetze zu halten. Das ist ja auch wichtig, die Gesetze zu halten. Aber Paulus erinnert sich daran, wie er als junger Mann auch sehr auf die Gesetze geachtet hat. Später wird ihm klar, dass er vieles falsch verstanden hat. Er schreibt an die Philipper:
„Wenn ein anderer meint, er könne sich aufs Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, der ich am achten Tag beschnitten bin, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen.“
Dass ihm das Gesetz so wichtig war, war aber schädlich für ihn. Das hat Paulus erkannt, es hat seinen Blick weg von Jesus Christus geleitet. Es hat ihn böse Dinge tun lassen. Paulus schreibt an die Philipper:
„Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet.“
[II. Erfüllung in Jesus Christus]
Paulus will den Punkt klar machen, was uns weg von Jesus Christus leitet, ist Schaden. Paulus schreibt an die Philipper:
„Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn.“
„Überschwängliche Erkenntnis“ – hier scheint die Freude des Apostels Paulus durch, Jesus Christus gefunden zu haben. Paulus macht klar: Der Gedanke, dass wir uns nur an die Gesetze halten müssen, ist ein Irrweg. Er schneidet uns ab von der rettenden Nähe Jesu Christi. Paulus schreibt an die Philipper:
Wegen meines Herrn Jesus Christus „ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott kommt durch den Glauben.“
Das ist ein anderer Weg, der Weg des Glaubens. Jesus war anders. Wenn andere Angst hatten, sich anzustecken, ist er hingegangen, um den Kranken beizustehen. Jesus wollte zeigen: wir gehören zusammen und gemeinsam zu Gott. Er hat auch mit denen gegessen, die ausgeschlossen waren, weil sie die falsche Meinung hatten.
Jesus hat die Sanftmütigen und Friedfertigen seliggepriesen. Bis zum Ende ist Jesus seinem Weg treu geblieben und schließlich am Kreuz gestorben. Aber Gott hat ihn auferweckt und uns zugerufen: Fürchtet euch nicht, anders zu leben, vertraut mir! Der Weg Christi führt euch in das neue Leben.
Paulus möchte diesen Weg Christi gehen. Er will dass die Philipper ihn gehen, dass alle Menschen ihn gehen, er schreibt:
Jesus „möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.“
Viele sind diesem Weg seitdem gefolgt. Der Glaube an Jesus Christus hat das Leben der Gemeinde damals in Philippi grundlegend verändert. Die Trennungen zwischen den Sklaven und den Freien wurden in Frage gestellt. Wir sind eins in Christus.
Wir sind nicht vollkommen, wir sind gemeinsam auf dem Weg. Noch sind wir nicht da, wir wissen nicht alles, schon gar nicht besser. Trotzdem lassen wir uns von dem Schwung, der Menschenfreundlichkeit und der Gastfreundlichkeit von Jesus mitreißen.
Paulus schreibt an die Philipper:
„Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.“
Aber Paulus weiß, dass es noch ein Weg für ihn und auch uns alle ist. Er schreibt an die Philipper:
„Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich's ergriffen habe.“
Der Weg der Nachfolge von Jesus Christus ist Ziel und bleibenden Aufgabe.
[III. Das Ziel: Jesus Christus]
Jesus Christus hat uns einen neuen Weg in das Leben, in das Reich Gottes eröffnet. Dieser Weg fordert von uns, das Gottvertrauen zu stärken, den Glauben ins Leben zu ziehen. Dieser Weg fordert von uns, dass wir in Verbindung mit Jesus bleiben. Jesus kennt unseren Weg, er kennt unser Ziel. Jesus ist der, der das Ziel vorgibt, für jeden einzelnen von uns.
Paulus schreibt an die Philipper:
„Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“
Dass wir den Siegespreis bekommen, dazu braucht es eine klare Ausrichtung an Jesus Christus. Er versöhnt uns und hilft uns zu einem gerechten und friedlichen Miteinander. Dazu gibt es viele unterschiedliche Zugänge, viele unterschiedliche Berufungen der einzelnen Menschen. Das ist so weil die Menschen mit ihren Geschichten und Erfahrungen sehr unterschiedlich sind. Aber jeder einzelne soll das Ganze mit seiner Berufung nach vorne bringen, vorne ist Jesus.
In verschiedener Weise tragen wir das „Fürchte dich nicht!“ Gottes in unsere Welt. Wir leben verantwortungsvoll miteinander, wir leben unseren Glauben, der uns durch die Zeit trägt. Gott überwindet die Menschenverachtung; die Gewalt wird nicht siegen. Friedensstifterinnen und Friedensstifter werden selig. Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern unsere Hoffnung auf die Auferstehung der Toten. Vielleicht gibt es sogar erst da den Siegespreis, im ewigen Leben.
Dass Glaube und Hoffnung im Leben helfen, davon legen Christen Rechenschaft ab.
Hier wird die Kraft der Auferstehung spürbar. Keiner, der an Jesus glaubt, soll verloren gehen. Die, die ein Kreuz zu tragen haben, sollen sich getragen wissen.
Gott, fülle unsere leeren Hände, mach unsere Schritte fest auf dem Weg der himmlischen Berufung.
Lass uns gewiss werden: Du führst uns, du liebst uns, du willst uns brauchen.
Friedensgruss
Der Friede Gottes / welcher höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen
Lied nach der Predigt
„Die Erde ist des Herrn“. Wir singen das Lied Nummer 659 aus dem Evangelischen Gesangbuch alle vier Strophen.
Gemeinde mit Orgel: Predigtlied: „Die Erde ist des Herrn…“
1. Die Erde ist des Herrn. Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Drum sei zum Dienst bereit, gestundet ist die Zeit, die uns gegeben.
2. Gebrauche deine Kraft. Denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen. Vertraue auf den Geist, der in die Zukunft weist. Gott hält sie offen.
3. Geh auf den andern zu. Zum Ich gehört ein Du, um wir zu sagen. Leg deine Rüstung ab. Weil Gott uns Frieden gab, kannst du ihn wagen.
4. Verlier nicht die Geduld. Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke. Denn der in Jesus Christ ein Mensch geworden ist, bleibt unsre Stärke.
Abkündigung Trauerfall
Es gibt einen Trauerfall abzukündigen.
Falls Sie können, bitte ich Sie, Sich für die Abkündigung des Trauerfalls und zum Gebet zu erheben.
Zum Gedenken an die Verstorbene singen wir „Meine Zeit steht in deinen Händen“, Lied Nummer 644 aus dem Gesangbuch, Strophe 1.
Totengedenklied: „Meine Zeit steht in deinen Händen“
Refrain: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.
Refrain: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
D Sendung und Segen
Fürbittengebet
Wir beten weiter:
Quelle des Lebens,
Barmherziger,
Liebe, die uns rettet,
deine Güte setzt du über unser Versagen.
In diesen sommerlichen Tagen bitten wir
für alle Reisenden.
Behüte sie auf ihren Wegen,
stell ihnen deine Engel an die Seite.
Schenke ihnen Erholung und eine gute Rückkehr.
Bleib mit deiner Güte bei denen,
die mit ihrer Arbeit die Freude der anderen ermöglichen.
Die Daheimgebliebenen segne,
die Obdachlosen schütze,
die Trauernden tröste.
Um deine Barmherzigkeit bitten wir
und rufen:
Erhöre uns.
In diesen Wochen des Streits bitten wir
um Weisheit für alle Mächtigen.
Mahne sie,
rühre ihr Gewissen an,
richte ihre Herzen auf den Weg der Versöhnung,
Wir bitten dich für die Herrscher in der Welt,
für die Worte, die sie wählen,
für die Taten, die sie planen.
Richte ihre Füße auf den Weg des Friedens.
Erbarme dich.
Die Kriegsbereiten halte fern von den Waffen
und lass sie den Frieden suchen.
Wir bitten dich für alle,
die mit ihrem Leben für den Frieden einstehen.
Um deine Barmherzigkeit bitten wir
und rufen:
Erhöre uns.
Als deine Gemeinde bitten wir
um deinen Segen
für alle, die zu uns gehören,
für alle, die nach deinem Wort fragen
und deine Gegenwart suchen.
Mach uns zum Zeichen des Friedens in dieser Welt,
damit die Welt Einheit und Versöhnung findet.
Dein Evangelium,
treuer und barmherziger Gott,
verwandelt die Welt.
Mit deinem Evangelium gewinnt der Frieden Raum in dieser Welt.
Mit deinem Evangelium gewinnt die Liebe.
Wir bitten dich für unsere Lieben,
für unsere Trauernden in ihrem Schmerz,
für unsere Kranken und ihre Sehnsucht nach Heilung.
Sprich das eine Wort, das ihre Seelen erreicht.
Erbarme dich.
Durch dein Evangelium lebt die Kirche.
Wir bitten dich für die weltweite Gemeinschaft aller,
die deinem Sohn Jesus Christus folgen.
Behüte die Verfolgten.
Segne ihr Zeugnis.
Erhöre ihre Gebete.
Vereine uns alle in der Liebe zu dir und untereinander.
Dein Evangelium verwandelt die Welt.
Komm mit deinem Heiligen Geist.
Führe Du uns zum Siegespreis.
Lass uns unsere Berufung erkennen.
Lass uns unserer Verantwortung gerecht werden.
Erneuere uns und deine Schöpfung,
durch Jesus Christus.
Füreinander und miteinander beten wir weiter:
Gebet des Herrn – Vater unser
Vater unser im Himmel / geheiligt werde dein Name. /
Dein Reich komme. /
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. /
Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. /
Und führe uns nicht in Versuchung /
sondern erlöse uns von dem Bösen. /
Denn dein ist das Reich / und die Kraft /
und die Herrlichkeit / in Ewigkeit.
Amen.
GESANG ZUM AUSGANG / Schlusslied
Wir singen aus dem blauen Anhang zum Evangelischen Gesangbuch die Nummer 39, „Freunde, dass der Mandelzweig“, Strophen 1-4.
Gemeinde mit Orgel: Schlusslied: Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig,
dass die Liebe bleibt?
2. Dass das Leben nicht verging,
soviel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering,
in der trübsten Zeit.
3. Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.
4. Freunde, dass der Mandelzweig
sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig,
wie das Leben siegt.
Abkündigungen
Der Wochenspruch steht im Evangelium des Lukas im Kapitel 12, im Vers 48 und lautet:
„Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern."
Segen
Gehet hin im Frieden des Herrn:
Der Herr segne euch und behüte euch. /
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.
Gemeinde mit Orgel: Amen, Amen, Amen.
Gemeinde setzt sich


