Gottesdienst am fünften Sonntag nach Trinitatis, 20.07.2025 10:00 Uhr in Scherzheim mit Pfarrerin Ute Braun
Orgelvorspiel
Lied: Danke (EG 334,1-6)
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)
Psalm: Ps 73 im Wechsel (EG 739)
Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens
Trost und mein Teil.
Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte
und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN,
dass ich verkündige all dein Tun.
Ehre sei dem Vater...
Eingangsgebet:
Du, Herr, hältst mich in deiner rechten Hand.
Dir vertraue ich meine Sorgen an, ich bin zuversichtlich: bei dir sind sie gut aufgehoben.
Dir vertraue ich meine Fehler an und hoffe, du verurteilst mich nicht.
Dir vertraue ich meinen Kummer an und bin getrost: du verwandelst ihn.
Dir vertraue ich meine Zweifel an, weil ich glaube: du kannst sie beantworten
Dir vertraue ich meine Geheimnisse an, weil ich weiß, bei dir sind sie geschützt.
Dir vertraue ich meine Hoffnung an und weiß, du hältst sie wach.
Dir sage ich meine Freude und Dank, weil ich glaube, dass du mir schenkst, was mein Leben reich und bunt macht.
Amen.
Begrüßung/Vorstellung d. Tauffamilie:
Lesung: Mk 10,13-16 – aus der Kinderbibel
Jesus ist mit seinen Jüngern im Tal des Flusses Jordan unterwegs.
Das Volk läuft in großen Gruppen zusammen. Sie wollen ihn sehen und hören, was er zu sagen hat.
Die Leute bringen auch ihre Kinder zu Jesus.
Er soll seine Hände auf ihren Kopf legen und sie segnen.
Als die Jünger das sehen, werden sie ärgerlich.
Sie schimpfen und sagen: „Was soll denn das? Jesus hat jetzt keine Zeit für Kinder!“
Das gefällt Jesus gar nicht. Er sagt zu seinen Jüngern:
„Lasst sie! Die Kinder sollen alle zu mir kommen!
Denn diese Kinder werden wachsen und stark werden in der Zeit des Heils, die jetzt beginnt.
Das wird eine Zeit sein, in der Gott ganz nahe ist.
Meine Freunde, seht sie euch an!
Wie sie gelaufen kommen und sich in den Arm nehmen lassen.
Wenn ihr nicht genauso wie diese Kinder in die Arme Gottes lauft, wird die Zeit des Heils an euch vorübergehen.“
Und Jesus nimmt die Kinder in seine Arme. Er legt seine Hände auf ihren Kopf und spricht mit ihnen wie ein Vater, der seine Kinder liebt.
Taufgebet:
Herr, unser Gott,
Ursprung allen Lebens,
wie deutlich wird uns an der Geburt von diesen beiden Kindern, welches Wunder das Geschenk des Lebens für uns ist. Wir wollen dir dafür danken,
weil unser Dank am besten ausdrückt, wie wir gestaunt haben, wie wir angerührt waren vom Geheimnis des Lebens.
Wir danken dir, weil du unser Leben hältst und halten wirst,
weil du auch das Leben dieser Kinder tragen willst,
mit deiner Kraft und deinem Segen.
Und wir danken dir, nicht nur indem wir es dir sagen, wir wollen dir auch danken, indem wir mit unserer Kraft für diese Kinder da sein wollen. Wir wollen zu den Menschen gehören,
die für diese beiden Kinder in besonderer Weise sorgen.
Was ist unsere kleine Kraft ohne deine Kraft, was ist unsere Liebe ohne deine Liebe? Lass uns miteinander leben, und darauf vertrauen, dass du bei uns bist. Amen.
Lied/CD: Der ewige Kreis..
Taufansprache
Anrede und Verpflichtung:
Taufbefehl
Glaubensbekenntnis:
Taufen
Lied/CD: Dir gehört mein Herz
PREDIGT über Lukas 5,1-11
Wann haben Sie das letzte Mal so richtig gestaunt?
So gestaunt, dass Sie förmlich Augen und Mund aufgesperrt haben?
Staunen ist was Tolles – denn es geschieht jedes Mal, wenn uns ein kleines oder größeres „Wunder“ begegnet.
Und wir innerlich oder auch tatsächlich sagen: Wow, ist das toll! Und zugleich ein bisschen sprachlos sind – oder auch berührt – oder auch erschreckt.
Kinder können ganz besonders gut staunen, finde ich. Besonders die Kleinen.
Sie nehmen ein Schneckenhäuschen draußen im Garten in die Hand und staunen es an… fühlen die Form, die glatte Schale, gucken, ob da jemand drin wohnt und sie sind dabei ganz vorsichtig…
Sie bestaunen eine Blume und schnuppern ganz sacht daran – sie bestaunen Tiere im Gras – den kleinen Marienkäfer oder die Ameise. Sie haben noch den Blick für die ganz alltäglichen Wunder um uns herum, der uns Großen dann schon verloren geht…
Bei uns muss es dann schon etwas sehr Besonderes sein, das wir staunen!
Eine tolle Erfindung vielleicht – eine große Bewahrung – oder auch die Geburt eines Kindes… dann sind auch wir berührt und können staunen – denn auch das sind Wunder, die uns begegnen.
Manchen von Ihnen, die heute da sind, ging es vielleicht so, als sie die Lebenserinnerungen an Ihre Mutter oder Großmutter oder an Ihren Vater und Großvater zusammen getragen haben – was haben diese Menschen mit ihren über 80, 90 oder 100 Jahren doch alles erlebt – was haben sie überstanden – was haben sie geschaffen und erreicht. Da staunen wir über die Lebensleistung, die ein Mensch in seinem Leben geschafft hat.
Und manchmal bleiben wir auch da etwas sprachlos zurück und sagen: Wow – was für ein Leben – was für eine Kraft, was für ein Mut… was für eine glückliche Fügung oder Bewahrung… ich weiß nicht, ob ich in einer ähnlichen Lebenssituation das auch so geschafft hätte…
…und dann können wir staunen.
Auch in dem Evangelium, das zu diesem Sonntag heute gehört, staunt jemand. Ich lese es mal aus Lukas 5,1-11
1Einmal drängte sich die Volksmenge um Jesus
und wollte hören, wie er Gottes Wort verkündete.
Jesus stand am See Gennesaret.
2Da sah er zwei Boote am Ufer liegen.
Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten die Netze.
3Jesus stieg in das Boot, das Simon gehörte.
Er bat Simon, ein Stück vom Ufer wegzufahren.
Dann setzte er sich
und lehrte die Leute vom Boot aus.
4Als Jesus seine Rede beendet hatte,
sagte er zu Simon: »Fahre hinaus in tieferes Wasser!
Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen.«
5Simon antwortete:
»Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet
und nichts gefangen.
Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.«
6Simon und seine Leute warfen die Netze aus.
Sie fingen so viele Fische,
dass ihre Netze zu reißen drohten.
7Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei.
Sie sollten kommen und ihnen helfen.
Zusammen beluden sie beide Boote,
bis sie fast untergingen.
8Als Simon Petrus das sah,
fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte:
»Herr, geh fort von mir!
Ich bin ein Mensch, der voller Schuld ist!«
9Denn er und die anderen, die dabei waren,
waren sehr erschrocken.
So riesig war der Fang, den sie gemacht hatten.
10Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus,
erging es ebenso.
Die beiden arbeiteten eng mit Simon zusammen.
Jesus sagte zu Simon: »Hab keine Angst!
Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!«
11Da zogen sie die Boote an Land,
ließen alles zurück und folgten ihm.
Petrus staunt. Über die übervollen Netze, die er gemeinsam mit diesem Fremden aus dem See zieht.
Er staunt aber auch, dass dieser Jesus will, dass er mit ihm geht. Menschenfischer soll er werden?
Was hat er denn zu bieten, dass dieser Jesus brauchen kann.
Petrus staunt – denn er hat in dieser kurzen Szene am See schon so viel mit Jesus erlebt, dass er sich eigentlich nicht vorstellen kann, dass dieser Jesus ihn brauchen kann. Ihn den einfachen Fischer – der auch manchmal stur und bockig sein kann.
Aber es ist wahr: dieser Jesus, dem so viele Menschen nachlaufen – die ihm an den Lippen hängen, seine Geschichten hören wollen, ihre Kranken zu ihm bringen, ihn um Hilfe bitten – dieser Jesus beschenkt Petrus und seine Familie erst mit diesem überwältigenden Fischfang und dann will er auch noch, dass er mit ihm mitgeht.
Diese Geschichte mit dem Fischzug des Petrus ist auch ein Anfang – ein Anfang der Geschichte, die die Jünger mit Jesus erleben.
Sie werden in den drei Jahren, die sie ihm folgen, noch viel mehr erleben, dass sie staunen lässt – auch mal erschrecken – oder ganz besonders berührt sein…
Sie erleben Heilungen, Naturwunder, dass Menschen satt werden oder wieder lebendig – sie erleben, dass Jesus mutig den Mächtigen die Stirn bietet und seine Überzeugungen vertritt – sie erleben, dass er Macht hat – über Sturm und Wellen – über Leben und Tod. Sogar über seinen eigenen Tod.
Es ist der Anfang einer Geschichte, die sich seither über viele Jahrhunderte hinweg fortsetzt. Bis heute.
Unser Taufmeer hier an der Seite erinnert uns genau an diese Geschichte – und auch daran, dass auch wir als Getaufte von diesem Jesus gerufen werden: Komm! Ich brauch dich!
Du gehörst doch zu mir – durch deine Taufe – durch deinen Glauben. Ich brauche dich – mit deinen Gaben und Fähigkeiten – aber auch mit deinen Grenzen und Ängsten.
Komm mit – und staune, was dir begegnen kann, wenn du mit offenen Augen durch die Welt gehst – wenn du deinen Glauben lebst – und dich aus diesem Glauben heraus für andere einsetzt – anderen hilfst – für sie da bist – ihnen Liebe, Wärme und ein Stück Heil-sein schenkst.
Unseren Täuflingen heute geben wir es mit – dass sie den Glauben entdecken sollen – dass sie spüren sollen, wie er ihr Leben bereichert.
Aber wie ist das mit uns – können wir es auch noch – den Glauben entdecken – die Spuren Gottes in unserem Leben sehen – wo wurden wir beschenkt, bewahrt, gebraucht?
Ich möchte uns heute gerne ein bisschen die Augen wieder dafür offenen – dass es auch für Große Grund genug zum Staunen gibt, wenn wir unsere Welt und unser Leben mit Kinderaugen anschauen – mit den Augen der Kinder Gottes.
Wieder staunen können über den Sonnenuntergang am Abend – über den Flug der Libelle mit ihren schillernden Flügeln – über die dicke Hummel, die in eine winzige Blüte krabbelt um darin nach Nektar zu suchen…
Über Weggefährten, die an unserer Seite bleiben, auch wenn wir nicht immer einfach sind – die uns begleiteten auf leichten und auf steinigen Wegen. Dankbar staunen über Menschen, die uns mit Mut und Liebe umhüllten, die uns für unseren Lebensweg stärkten. Für Bewahrungen, die wir erfuhren – Segen, den wir geschenkt bekommen haben, Glück und Lebensfreude… unverdienten Erfolg, Heilung und Ganzsein…
Es ist so was Tolles zu staunen – über große und kleine Wunder - wie viel mehr noch, wenn wir sie wahrnehmen können – ganz konkret in unserem Leben.
Amen.
Predigtlied: Wir haben Gottes Spuren festgestellt (EG 665,1-3)
Sterbegedenken:
Lied: Von guten Mächten… (EG 65,1+6)
Fürbittengebet:
Gott, so vieles bewegt uns heute – an Freude und Dank – über alles neue, junge und Fröhliche – aber da ist auch der Schmerz über Abschiede und schwere Wegstrecken.
Dich Gott bitten wir um deine Begleitung – in guter und schwerer Zeit.
Wir bitten dich, hilf uns immer wieder deine Spuren in unserem Leben zu entdecken – in der Schöpfung, die uns umgibt, und die es wert ist, dass wir gut auf sie achten – in Menschen, die für uns da sind – in Worten und Melodien, die uns gut tun – in Bewahrung und Hilfe, die wir erfahren – ganz direkt von dir – auch wenn uns das nicht immer bewusst ist.
Dich Gott bitten wir um kleine und große Wunder – bewege Herzen, dass sie sich für Frieden und Versöhnung einsetzen – ganz besonders in den Kriegsgebieten unserer Zeit aber auch in Familien, Schulen und an Arbeitsplätzen.
Öffne Augen für das Glück des Lebens – für kleine Gesten der Zuneigung – für liebevolles Dasein – ganz besonders für Menschen, die sich alleingelassen oder einsam fühlen, für kranke, sorgenvolle, lebensmüde.
Dich Gott bitten wir um deine Begleitung – für Kleine und Große – für Mutige und Ängstliche – für Freie und Verschlossene – für alle deine Menschen auf der ganzen Erde.
Und die Menschen, die wir dir ganz besonders anvertrauen wollen, nennen wir dir nun in der Stille…
Stille
Miteinander und füreinander beten wir:
Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Abkündigungen
Schlusslied: Vertraut den neuen Wegen (EG 395,1-3)
Segen
Gott du bist innen und außen und um mich herum…
So segne uns alle Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
(Amen, Amen, Amen)
CD: Father and son


