Gottesdienst am dritten Sonntag nach Trinitatis, 06.07.2025 10:00 Uhr in Lichtenau mit Prädikant M. Bannwarth
A Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Begrüssung
Liebe Gemeinde,
„Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade!
Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast.“
(Micha 7, 18-20)
Seien Sie mit den Worten aus dem Buch des Propheten Micha begrüßt.
Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen.
Ich heiße Michael Bannwarth und ich bin Prädikant.
LIED zum Eingang
„Nun lob, mein Seel, den Herren“.
Wir singen die Strophen 1 bis 3, im Gesangbuch Nummer 289.
Gemeinde mit Orgel: Eingangslied: „Nun lob, mein Seel, den Herren …“
1) Nun lob, mein Seel, den Herren,
was in mir ist, den Namen sein.
Sein Wohltat tut er mehren,
vergiss es nicht, o Herze mein.
Hat dir dein Sünd vergeben
und heilt dein Schwachheit groß,
er rett' dein armes Leben,
nimmt dich in seinen Schoß,
mit reichem Trost beschüttet,
verjüngt, dem Adler gleich;
der Herr schafft Recht, behütet,
die leidn in seinem Reich.
2) Er hat uns wissen lassen
sein herrlich Recht und sein Gericht,
dazu sein Güt ohn Maßen,
es mangelt an Erbarmung nicht;
sein' Zorn lässt er wohl fahren,
straft nicht nach unsrer Schuld,
die Gnad tut er nicht sparen,
den Schwachen ist er hold;
sein Güt ist hoch erhaben
ob den', die fürchten ihn;
so fern der Ost vom Abend,
ist unsre Sünd dahin.
3) Wie sich ein Mann erbarmet
ob seiner jungen Kindlein klein,
so tut der Herr uns Armen,
wenn wir ihn kindlich fürchten rein.
Er kennt das arm Gemächte
und weiß, wir sind nur Staub,
ein bald verwelkt Geschlechte,
ein Blum und fallend Laub:
Der Wind nur drüberwehet,
so ist es nimmer da,
also der Mensch vergehet,
sein End, das ist ihm nah.
Votum
Wir feiern Gottesdienst
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Gemeinde mit Orgel: Amen
Gruss
Der Herr sei mit Euch
Gemeinde mit Orgel: Und mit deinem Geist
Psalm
Vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat
Lasst uns beten mit Worten des Psalms 103.
Das ist im Gesangbuch die Nummer 755.1.
Wir sprechen im Wechsel.
Lobe den HERRN, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
der deinen Mund fröhlich macht
und du wieder jung wirst wie ein Adler.
Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht
allen, die Unrecht leiden.
Er hat seine Wege Mose wissen lassen,
die Kinder Israel sein Tun.
Barmherzig und gnädig ist der HERR,
geduldig und von großer Güte.
Er wird nicht für immer hadern
noch ewig zornig bleiben.
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind;
er gedenkt daran, dass wir Staub sind.
Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras,
er blüht wie eine Blume auf dem Felde;
wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da,
und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.
Die Gnade aber des HERRN währt
von Ewigkeit zu Ewigkeit
über denen, die ihn fürchten,
und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind
bei denen, die seinen Bund halten
und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun.
Psalm 103, 1-18
Gloria Patri
Gemeinde mit Orgel: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen (EG 177.1)
Bussgebet
Wir beten weiter:
Gott. Du liebst mich von Ewigkeit her.
Du hast mich gewollt.
Du rufst mich.
Du wartest auf mich.
Ich vergesse dich oft.
Stelle mich taub.
Laufe davon.
Hör nicht auf, mich zu suchen, Gott.
Geh mir nach.
Bringe mich zurück zu dir,
damit ich lebe.
Ich glaube, dass dein Erbarmen mir gilt.
Und so bitten wir:
(ein Moment Stille / Pause)
Herr, erbarme dich!
Kyrie - Herr, erbarme dich
Gemeinde mit Orgel: Kyriegesang
Herr erbarme dich, Christe erbarme dich, Herr erbarm dich über uns
Gnadenspruch
Hört das Wort der Vergebung:
Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt und vergibt uns durch Jesus Christus unsere Schuld.
Denn im Buch des Propheten Hesekiel steht:
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen
und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
(Hesekiel 34, 16a)
Gloria in excelsis
Ehre sei Gott in der Höhe…
Gemeinde mit Orgel:
…und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefallen.
Zeichen zum Setzen / Gemeinde setzt sich
Loblied
„Nun lob mein Seel den Herren.“. Wir singen aus dem Gesangbuch Lied Nummer 289, die Strophen 4 und 5.
Gemeinde mit Orgel: Loblied: „Nun lob mein Seel den Herren....“
4) Die Gottesgnad alleine
steht fest und bleibt in Ewigkeit
bei seiner lieben G'meine,
die steht in seiner Furcht bereit,
die seinen Bund behalten.
Er herrscht im Himmelreich.
Ihr starken Engel, waltet
seins Lobs und dient zugleich
dem großen Herrn zu Ehren
und treibt sein heiligs Wort!
Mein Seel soll auch vermehren
sein Lob an allem Ort.
5) Sei Lob und Preis mit Ehren
Gott Vater, Sohn und Heilgem Geist!
Der wolle in uns mehren,
was er aus Gnaden uns verheißt,
dass wir ihm fest vertrauen,
uns gründen ganz auf ihn,
von Herzen auf ihn bauen,
dass unser Mut und Sinn
ihm allezeit anhangen.
Drauf singen wir zur Stund:
Amen, wir werden's erlangen,
glaubn wir von Herzensgrund.
Kollekte / Tagesgebet
Lasst uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott.
Neu anfangen.
Du machst es möglich, Gott.
Du streckst deine Hand nach mir aus.
Du ziehst mich hoch und stellst meine Füße auf weiten Raum.
Du zeigst mir den Weg, den ich gehen kann.
Und hoch wie der Himmel spannt sich über mir deine Gnade.
Bitte steh uns in Deiner Gnade bei.
Das bitten wir dich durch unsern Herrn Jesus Christus,
deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gemeinde mit Orgel: Amen
B Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung
Die Lesung für den Sonntag heute steht geschrieben im Evangelium des Lukas. Er steht dort im 15. Kapitel in den Versen 1 bis 3 und 11b bis 32 und ist überschrieben mit:
Vom verlorenen Sohn
Es nahten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.
Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.
Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:
Ein Mensch hatte zwei Söhne.
Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.
Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.
Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben
und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten.
Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.
Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!
Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.
Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich!
Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.
Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße
und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein!
Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.
Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen
und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre.
Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.
Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.
Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
Lobspruch mit Halleluja
Barmherzig und gnädig ist der HERR, /
geduldig und von großer Güte.
(Psalm 103, 8)
Halleluja!
Gemeinde mit Orgel: Halleluja, Halleluja.
Glaubensbekenntnis
Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:
Ich glaube an Gott / den Vater / den Allmächtigen /
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus / seinen eingeborenen Sohn, unsern
Herrn / empfangen durch den Heiligen Geist / geboren von der
Jungfrau Maria / gelitten unter Pontius Pilatus /
gekreuzigt, gestorben und begraben /
hinabgestiegen in das Reich des Todes /
am dritten Tage auferstanden von den Toten /
aufgefahren in den Himmel /
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters /
von dort wird er kommen /
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist /
die heilige christliche Kirche /
Gemeinschaft der Heiligen / Vergebung der Sünden / Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.
Lied Vor der Predigt / Hauptlied
Wir singen „Jesus nimmt die Sünder an“. Wir singen vom Lied Nummer 353 aus dem Evangelischen Gesangbuch die Strophen 1 bis 4.
Gemeinde: Predigtlied: „Jesus nimmt die Sünder an…“
353:1 Jesus nimmt die Sünder an.
Saget doch dies Trostwort allen,
welche von der rechten Bahn
auf verkehrten Weg verfallen.
Hier ist, was sie retten kann:
Jesus nimmt die Sünder an.
353:2 Keiner Gnade sind wir wert;
doch hat er in seinem Worte
eidlich sich dazu erklärt.
Sehet nur, die Gnadenpforte
ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an.
353:3 Wenn ein Schaf verloren ist,
suchet es ein treuer Hirte;
Jesus, der uns nie vergisst,
suchet treulich das Verirrte,
dass es nicht verderben kann:
Jesus nimmt die Sünder an.
353:4 Kommet alle, kommet her,
kommet, ihr betrübten Sünder!
Jesus rufet euch, und er
macht aus Sündern Gottes Kinder.
Glaubet's doch und denket dran:
Jesus nimmt die Sünder an.
Predigt
Kanzelgruß:
Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da ist und der da war und der da kommt, unser Heiland, Jesus Christus, in Ewigkeit. Amen
Liebe Gemeinde,
Der Predigttext für den Sonntag heute steht geschrieben im 1. Brief des Paulus an Timotheus, Sie steht dort im Kapitel 1 in den Versen 12 bis 17. Sie ist überschrieben mit:
Lobpreis der göttlichen Barmherzigkeit
12 Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt,
13 mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben.
14 Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist.
15 Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.
16 Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben.
17 Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.
Predigtbitte
HERR wir danken Dir für Dein Wort und bitten dich:
Führe Du auch uns, die wir auch Sünder sind, zur ewigen Seligkeit.
Heilige uns in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.
Amen
I. Lebensretter
Liebe Gemeinde,
was macht ein Mensch, der aus größter Lebensgefahr gerettet wurde?
Von einer Lawine verschüttet und lebend gefunden worden. Aus einem brennenden Haus in letzter Minute herausgeholt. Im Meer fast ertrunken und von einem Rettungsschwimmer an Land gebracht. Was macht solch ein Mensch, wenn ihm dann klar geworden ist, was passiert war?
Nun, er wird seinen Rettern danken. Überschwänglich. Mit sich überschlagenden Worten. Vielleicht ist er so überwältigt von seinem Glück, dass er nur noch sagen kann: »Ich weiß gar nicht, wie ich euch danken kann.« Und er wird immer wieder davon erzählen. Bei Freunden, in der Verwandtschaft, am Stammtisch, auf Reisen, seinen Kindern und auch noch seinen Enkeln, und immer voll des Lobes sein für die Menschen, die ihn gerettet haben.
Und vielleicht – weil ihm diese Menschen so imponiert haben – sagt er sich: Ich will die unterstützen. Irgendwie.
Lebensretter genießen bei uns höchste Anerkennung: Feuerwehrleute, Bergrettung, Rettungssanitäter. Denn unter Umständen begeben sie sich selbst in höchste Gefahr, um ein Menschenleben zu retten.
II. Der gerettete Paulus
Der Apostel Paulus ist auch so einer, der immer wieder von neuem davon erzählt, wie er gerettet wurde. In diesem Brief an seinen Freund und Mitarbeiter Timotheus fängt er gleich mit einem überschwänglichen Dank und Lob für seinen Retter an.
Im Grunde sagt er: Ich war in höchster Gefahr. Ich hatte einen verkehrten Weg eingeschlagen. Und diesem falschen Weg folgte ich, unbeirrbar. Ich jagte Menschen nach, die an Jesus glaubten. Ich war sicher: das ist der richtige Weg. Das ist meine Aufgabe. Mit Eifer und rücksichtslos bin ich dem nachgegangen.
Und dann hat sich Christus mir in den Weg gestellt. Und ich konnte keinen Schritt mehr weitergehen auf meinem Weg, der mich und andere in den Abgrund geführt hätte.
Er hätte das nicht tun müssen. Er hätte mich vollends ins Verderben laufen lassen können. Er hätte sich sagen können: Ist mir doch egal. Aber nein, er ist mir nachgegangen. Er hat mich daran gehindert, meinen verderblichen Weg weiterzugehen. Es war seine freie Entscheidung.
Dieses Erlebnis bringt den Paulus zu der alles überragenden Einsicht, die ihn nie mehr loslässt: Christus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen.
Christus ist der Lebensretter. Dafür hat er sein eigenes Leben dahingegeben.
III. Der Gerettete geht in den Rettungsdienst
Warum schreibt Paulus das an Timotheus?
Die beiden sind befreundet. Timotheus ist der Jüngere. Zusammen waren sie auf Reisen. Miteinander haben sie Gemeinden besucht und gestärkt. Jetzt hat Timotheus eine eigene Aufgabe. Er ist nicht mehr der jüngere Mitläufer des Paulus. Er hat selbst eine Gemeinde zu leiten. Das ist keine leichte Aufgabe. Und der väterliche Freund will ihn unterstützen und stärken.
Darum geht er noch einen Schritt weiter. Ich habe Christus noch mehr zu danken als die bloße Rettung meines Lebens vor dem Verderben. Er hat mir nicht einfach nur gesagt. »Mach nie mehr solche Sachen.« Nein, er ging weit darüber hinaus. Er hat mich eingestellt. Er hat mich in seinen Dienst genommen. Ausgerechnet mich! Wo ich doch so ein schlimmer Lästerer und Frevler war. Mich wollte er dabeihaben bei seinem großen Unternehmen der Lebensrettung.
Weißt du, was das heißt? Er stellt mich als Vorbild hin, um Vielen zu zeigen, wie unvorstellbar groß seine Liebe und seine Barmherzigkeit sind. Ich hab das gar nicht verdient. Ich habe ihm ja nur Mühe gemacht. Aber umso mehr will ich ihm danken und Gott loben.
IV. Vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat
Liebe Gemeinde, nicht alle sind wie Paulus. Nicht alle können so überschwänglich von der eigenen Lebensrettung erzählen und so ins Schwärmen kommen wie er. Das ist kein Mangel. Das tut der Größe Gottes keinen Abbruch.
Drei Einsichten, die für uns alle, auch wenn wir nicht Paulus sind, lebensnotwendig sind. Die möchte ich Ihnen ans Herz legen.
»Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.« Vielleicht möchten Sie über manches, was Ihnen Gutes geschehen ist in Ihrem Leben, gar nicht reden. Aber Sie bewahren es in Ihrem Herzen. Es leuchtet. Es leuchtet aus all dem heraus, was auch an Not und Leid und Enttäuschung in Ihrem Leben sein mag. Beim einen ist es das, dass er einen Menschen gefunden hat, der ihm treu und liebevoll zur Seite steht. Beim anderen ist es vielleicht eine unerwartete Hilfe in einer Zeit, in der er dachte: ich kann nicht mehr. Alles ist zerbrochen. Mein Leben ist zusammengestürzt.
Bewahren Sie das Gute, das Sie erlebt haben, in Ihrem Herzen. Es ist ein Zeichen dafür, wie groß und nah Gottes Barmherzigkeit auch in Ihrem Leben am Werk ist.
Und das Zweite: Christus nimmt auch Sie in seinen Dienst. Auch wenn Sie kein herausragendes Amt haben. Jeder Mensch, der in Dankbarkeit lebt, kann das gar nicht verstecken. Andere werden das wahrnehmen. Auch ohne oder mit nur wenig Worten. Wer in seinem Herzen etwas bewahrt, wofür er dankbar ist, der strahlt das aus. Und Menschen, denen Sie begegnen oder mit denen Sie zusammenleben, merken auf. Sie werden vielleicht angeregt dazu, sich auch ihrerseits an die vielleicht tief verborgenen Schätze des Guten in ihrem Leben zu erinnern. Und aufleben.
Und ein Drittes noch: Seien Sie offen für Hilfe von anderen. Trauen Sie sich auch, um Hilfe zu bitten. Ich weiß, es fällt vielen Menschen schwer, zu sagen: »Könntest du nicht …?« Oder: »Du, ich brauch deinen Rat. Hör mal zu.« Oft denken wir: »Ich muss da allein durch. Da kann mir keiner helfen.« Doch wer sich gänzlich jeder Hilfe verschließt, der macht es womöglich auch Christus schwer, ihm Gutes zu tun.
Unmöglich ist es ihm nicht. Er hat es sogar geschafft, Paulus’ Leben vor dem Abgrund zu retten und ihn in seinen Dienst zu nehmen. Und rückblickend konnte dieser Gott darüber überschwänglich loben:
Gott, dem ewigen König,
dem Unvergänglichen und Unsichtbaren,
der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit!
Friedensgruss
Der Friede Gottes / welcher höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen
Lied nach der Predigt
„Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe“. Wir singen vom Lied Nummer 628 aus dem Evangelischen Gesangbuch die Strophen 1 bis 3.
Gemeinde und Orgel: Lied nach der Predigt: „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe…“
der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe
Ich lobe meinen Gott,
der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin
Refrain:
Ehre sei Gott auf der Erde
in allen Straßen und Häusern,
die Menschen werden singen,
bis das Lied zum Himmel steigt:
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Frieden auf Erden.
2. Ich lobe meinen Gott,
der mir den neuen Weg weist, damit ich handle.
Ich lobe meinen Gott,
der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.
Refrain: Ehre sei Gott auf der Erde…
3. Ich lobe meinen Gott,
der meine Tränen trocknet, dass ich lache.
Ich lobe meinen Gott,
der meine Angst vertreibt, damit ich atme.
Ref.: Ehre sei Gott auf der Erde…
d Sendung und Segen
Fürbittengebet
Im Vertrauen auf Gottes Liebe lasst uns zu ihm sprechen, lasst uns beten.
Gott, du bist zu uns wie ein guter Vater.
Dankbar erinnern wir uns an alles,
was du uns Gutes getan hast in unserem Leben.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die nicht mehr weiter wissen mit ihrem Leben
und nur noch den Abgrund vor sich sehen.
Such sie auf, stell dich ihnen in den Weg.
Hilf ihnen, neue Schritte zu wagen auf deinen Wegen.
Wir bitten dich für die Menschen, die zu leiden haben unter dem Eigensinn, der Starrköpfigkeit und
Rechthaberei ihrer Mitmenschen. Stärke sie.
Bewahre sie vor Verzweiflung.
Wir bitten dich für die Opfer von gewalttätigen
Machthabern überall in der Welt.
Wir bitten dich für die Menschen,
die wegen ihres Glaubens verfolgt und bedrängt
und mit dem Tod bedroht werden.
Bewahre sie und wehre allem Hass.
Wir bitten dich für uns alle:
Hilf unserem Gedächtnis,
damit wir nicht vergessen,
was du uns Gutes getan hast.
Mach uns zu Zeugen deiner Güte
und deiner Barmherzigkeit.
Fürbitte Trauerfall
Herr, und ganz besonders bitten wir Dich nun für die,
die in diesen Tagen um einen lieben Menschen trauern:
Umgib sie von allen Seiten.
Wenn die dunklen Gedanken sie bedrängen,
dann lass sie etwas spüren vom Trost und vom inneren Frieden,
den Du den Deinen verheißen hast.
Und lass sie dann dessen innewerden und fest darauf vertrauen können,
dass Du der Herr bist und bleibst – auch und erst recht über
die, die Du von unserer Seite genommen hast.
Was wir Dir sonst noch sagen wollen, das sagen wir Dir in der Stille.
(Gebetsstille)
Alle Gebete vereinen wir im Gebet unseres HERRN und Heilands, dem Vater unser:
gebet des herrn – Vater unser
Vater unser im Himmel /
geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. /
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. /
Unser tägliches Brot gib uns heute. /
Und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. /
Und führe uns nicht in Versuchung /
sondern erlöse uns von dem Bösen. /
Denn dein ist das Reich / und die Kraft / und die Herrlichkeit /
in Ewigkeit. Amen.
GESANG ZUM AUSGANG / Schlusslied
„Bei dir, Jesu, will ich bleiben“. Wir singen aus dem Gesangbuch die Nummer 406, die Strophen 1 bis 3.
Orgel: Schlusslied: „Bei dir, Jesu, will ich bleiben,…“
1
Bei dir, Jesu, will ich bleiben,
Stets in deinem Dienste steh’n;
Nichts soll mich von dir vertreiben,
Will auf deinen Wegen geh’n.
Du bist meines Lebens Leben,
Meiner Seele Trieb und Kraft,
Wie der Weinstock seinen Reben
Zuströmt Kraft und Lebenssaft.
2
Könnt’ ich’s irgend besser haben
Als bei dir, der allezeit
So viel tausend Gnadengaben
Für mich Armen hat bereit?
Könnt’ ich je getroster werden
Als bei dir, Herr Jesu Christ,
Dem im Himmel und auf Erden
Alle Macht gegeben ist?
3
Wo ist solch ein Herr zu finden,
Der, was Jesus tat, mir tut:
Mich erkauft von Tod und Sünden
Mit dem eig’nen teuren Blut?
Sollt’ ich dem nicht angehören,
Der sein Leben für mich gab?
Sollt’ ich ihm nicht Treue schwören,
Treue bis in Tod und Grab?
Abkündigungen
Der Wochenspruch für die neue Woche steht im Evangelium des Lukas im Kapitel 10 im Vers 16a und heißt:
"Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich."
Vielen Dank für die Musik und für den Kirchendienst.
Vielen Dank für die Schriftlesung.
Vielen Dank, dass ich mit Ihnen Gottesdienst feiern konnte.
Vielen Dank für Ihr Kommen,
so dass wir gemeinsam Gottesdienst feiern konnten.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und eine gute Woche.
Segen
Gemeinde erhebt sich
Gehet hin im Frieden des Herrn:
Der Herr segne euch und behüte euch. /
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.
Gemeinde mit Orgel: Amen, Amen, Amen.
Gemeinde setzt sich oder verlässt die Kirche
Musik zum ausgang (Orgel)


