Gottesdienst mit Jubel-Konfirmation, 22.06.25

 
Gottesdienst mit Jubel-Konfirmation am Ersten Sonntag nach Trinitatis,  22.06.2025  10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
Orgelvorspiel (mit Einzug!)
 
Lied: EG 317,1-3: Lobet den Herren
 
Votum: Wir feiern diesen Festgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Der Herr sei mit euch (und mit deinem Geist)
 
Begrüßung:
 
Psalm 23: (EG 710)
Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
(Ehre sei dem Vater und dem Sohn…)
 
Eingangsgebet:
Herr, du begleitest uns durch unser Leben wie ein guter Hirte. Du bist da in den hellen und schönen Stunden unseres Lebens, wenn es uns gut geht. Du bist aber auch an unserer Seite, wenn wir durch dunkle Täler unseres Leens gehen müssen.
Heute sind wir hier, um das Gedächtnis der Konfirmation zu feiern. Wir schauen zurück auf unseren Weg bis heute. Da ist Dankbarkeit für vieles, was gelungen ist und uns geschenkt wurde. Wir sehen Führung und Begleitung, Stärkung auf dem Weg, Bewahrung in schwieriger Zeit. Hab Dank dafür.
Mit dir wollen wir weitergehen, uns neu unter deinen Segen stellen. Hilf uns bei dir zu bleiben, wie du bei uns bleibst.
Lass uns vertrauensvoll weitergehen und deinen Segen weitertragen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn. (Amen.)
 
Lesung: aus Matthäus 28,16-20
Nach Jesu Auferstehung gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
 
Lied: EG 653,1+2+4: Herr, deine Liebe
 

Ansprache zu Psalm 23
Liebe Jubelkonfirmanden!
Als eine bunte Schar von Jubilaren aus 5 Jahrgängen sind Sie heute zusammengekommen, um sich gemeinsam an Ihre Konfirmation zu erinnern, die vor 50, 60, 65, 70 oder 75 Jahren hier stattgefunden hat.
Vielleicht sind Sie heute ja ähnlich aufgeregt wie damals – vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr. Denn es ist ja schon etwas Besonderes – hier mit den anderen aus Ihrem Jahrgang zusammenzukommen – sich gemeinsam zu erinnern, zu danken und zusammen zu feiern.
Ich denke, wenn Sie hier so in den vorderen Reihen sitzen, dann sind die Erinnerung an damals wieder ganz präsent. Wie unsere Konfirmanden heute haben ja auch Sie so manchen Gottesdienst hier als Konfirmanden miterlebt und sicherlich auch manche lange Predigt ertragen (oder erlitten.
 
An den Konfirmandenunterricht selbst haben Sie unterschiedliche Erinnerungen – ein paar davon haben Sie mir mitgeteilt.
Die Goldenen Konfirmanden hatten Unterricht bei Pfr. König. Der war supercool schrieb mir jemand. Sie hatten ihren Unterricht im Keller des Pfarrhauses und sind in der Zeit zu einer guten Gemeinschaft zusammengewachsen, wo sich manche Freundschaft bis heute erhalten hat.
Viele von Ihnen haben auch die Konfi-Freizeit noch in lebhafter Erinnerung. Was für ein schöner Erinnerungsschatz auch noch nach 50 Jahren.
Die Diamantenen Konfirmanden wurden von Pfr. Steger konfirmiert. Sie erinnern sich noch daran, dass er Gitarre spielte und gerne mit ihnen die Zeit verbrachte. Auch sie fuhren gemeinsam auf Konfirmandenfreizeit. Das Schloss Ortenberg erinnert manchen von Ihnen noch an diese Zeit, wenn Sie daran vorbeikommen.
Die älteren Jahrgänge wurden von Dekan Bühler durch ihre Konfirmandenzeit begleitet – er konnte manches Mal auch streng sein – aber er ließ sich auch manches einfallen, um den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten – mit Geschichten und Erzählungen, der Verbindung von Katechismus und Leben und einer gemeinsamen Wanderung am Karfreitag nach Grauelsbaum an den Rhein.
Egal in welchem Jahrgang Sie konfirmiert wurden, haben Sie wohl auch gerne ein bisschen Quatsch gemacht, wie es Jugendliche eben tun – und Sie durften oder mussten auch so manches auswendig lernen, was Sie Ihr Leben lang begleiten sollte.
Eines der Lernstücke war damals schon der Psalm 23.
Deswegen dachte ich, dass ich in meine Ansprache heute auch einige Gedanken zu diesem vertrauten Psalm aufnehme.
 
Wenn Jugendliche heute diesen Psalm auswendig lernen sollen – dann kämpfen die Armen mit der alten Sprache und den alten Bildern – und sie fragen auch immer wieder, warum sie denn um-Himmelswillen ausgerechnet diesen Psalm lernen müssen. (Vielleicht haben Sie sich das ja damals auch gefragt…) Ja, was antwortet man da? Dass es ein Psalm ist, den die Konfirmanden schon immer lernen mussten? Oder dass er so viele schöne Bilder enthält, dass man ihn zumindest sinngemäß nie vergisst? Oder dass es Zeiten im Leben gibt, in denen man froh ist, dass man ihn mal gelernt hat, weil so viel Vertrauen drin steckt, das einem dann vielleicht weiterhilft?
Ich persönlich denke, es ist von allem etwas!
Ich habe jedenfalls schon viele Menschen getroffen, die sich in manchen Lebenslagen genau an diesen Psalm aus Ihrer Konfirmandenzeit erinnert haben. Nicht mehr unbedingt Wort für Wort – aber doch dem Sinn nach. Und gerade das Bild vom „finsteren Tal“ war für diese Menschen dann besonders wichtig und besonders tröstlich – der Hirte geht mit – auch durchs dunkle Tal…
Was ich an diesem Psalm so schön finde, ist, dass er so viele Lebenserfahrungen widerspiegelt, die wir im Lauf unseres Lebens machen. Und die wir besonders beim Zurückschauen und Erinnern entdecken.
Er hat ganz viele Bilder drin, die von schönen Lebensabschnitten und Wegen erzählen – er erzählt von grünen Auen, von gedeckten Tischen und gefüllten Bechern – von Leben, von Fülle und von Freude. Und ich denke, Sie alle werden beim Blick zurück solche Lebensabschnitte sehen, in denen Sie gut versorgt und voller Freude leben konnten. Sei es schon in der Jugendzeit oder später als Sie sich Ihr eigenes Leben mit Familie und Beruf aufgebaut hatten – oder auch zu einem völlig anderen Zeitpunkt.
Beim Rückblick können Sie sehen, dass Sie von Gott begleitet und umsorgt wurden – auch wenn Sie es vielleicht nicht immer mit ihm in Verbindung gebracht haben.
Auch haben einige von Ihnen die Erfahrungen von „finsteren Tälern“ gemacht. Sei es eigene Krankheit oder Not, sei es der Abschied von liebgewordenen Wegbegleitern, sei es Angst und Unsicherheit, was die Existenz angeht. Zeiten und Wegabschnitte, auf denen es einem oft so vorkommt, als wäre man allein unterwegs – von Menschen und von Gott verlassen – ohne Wegweiser und ohne Lichtblick. Zeiten aber auch, wo man später mit einigem Abstand staunend sagen kann: ich habe es geschafft – ich bin durch dieses dunkle Tal hindurchgewandert – ich hab’s überstanden, ich wurde bewahrt! Ja, vielleicht war es ja wirklich so, dass Gott mich durchgeführt hat, wie ein guter Hirte seine Herde durch eine finstere Schlucht.
 
An Ihrer Konfirmation damals haben Sie natürlich in keinster Weise überblicken können, was Ihnen in Ihrem Leben begegnen wird – haben wahrscheinlich auch nicht recht wahrhaben wollen, dass es in Ihrem persönlichen Leben solche Erfahrungen von finsterem Tal mal geben wird – denn schließlich wünscht man sich ja mehr die schönen Wege und die grünen Auen. Aber damals schon wurde Ihnen bei Ihrer Konfirmation zugesagt, dass Gott selbst mit Ihnen geht. So hatte er es schon bei Ihrer Taufe versprochen – so wurde es an Ihrer Konfirmation wiederholt: Du gehörst zu mir – hast ein Platz in meiner Herde – in meinem Haus – an meinem Tisch. Ich sorg für dich.
Damals schon wurde mit ausgedrückt, dass diese Begleitung, dieser Segen Gottes, nicht vor allem Leid und vor allen dunklen Tälern bewahren wird – aber es wurde Ihnen gesagt, dass Gott mit Ihnen geht – Ihnen treu zur Seite steht – sogar durch die dunklen Täler hindurch. Und vielleicht können Sie es jetzt beim Blick zurück sogar an manchen Stellen erkennen!
 
Heute nun werden Sie nochmal gesegnet wie damals – wird Ihnen Ihr Konfirmationsvers erneut zugesagt, der Ihnen Wegbegleiter sein sollte und weiter sein soll. Denn der gute Hirte, der Sie bis heute treu begleitet hat, der will Sie auch weiterhin begleiten – über grüne Auen, an frischem Wasser, wohltuenden Quellen, zu gedeckten Tischen und in sein Haus. Und er will Ihnen auch nahe sein, wenn noch Schluchten zu durchwandern sind – und manches dunkle Tal vielleicht noch vor Ihnen liegt.
Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie beim Blick zurück etwas zum Staunen entdecken, wo Sie bewahrt wurden, wo Sie beschenkt wurden… – und dass Sie beim Blick nach vorne voller Vertrauen mit dem Psalm 23 sagen können – „und ob ich schon wanderte im finstern Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir – dein Stecken und Stab trösten mich!“
Amen.
 
Lied: EG 503, 1+13+14: Geh aus mein Herz
 
Vorstellung der Jubilare und Gedenken an die Verstorbenen
 
Glaubensbekenntnis mit Tauferinnerung:
Liebe Jubilarinnen und Jubilare, bei Ihrer Konfirmation haben Sie in der Gemeinde den christlichen Glauben bekannt und Ja gesagt zu Ihrer Taufe. Daran wollen wir denken und heute miteinander und mit der Gemeinde neu das Bekenntnis unseres Glaubens sprechen.
 
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.
 
Segensgebet:
Herr, unser Gott, du hast unsere Jubel-Konfirmanden bis hierher geleitet. Du warst Ihnen Schutz und Schirm, du warst Ihnen Hilfe und Kraft. Wir danken dir für alle Liebe und Güte, die sie erfahren haben, für die Gnade, die du Ihnen immer wieder entgegenbringst. Auch auf Umwegen und mühsamen Wegstrecken warst du bei ihnen, selbst dann, wenn sie es nicht immer spüren konnten. Um deinen Segen und deine Begleitung bitten wir dich nun für ihren weiteren Weg: sei und bleibe du bei ihnen – heute und alle Zeit. Amen.
 
Segnung: (in Jahrgangsgruppen – vor der Altarstufe)
 
Lied: EG 321,1-3: Nun danket alle Gott (spätere Form)
 
Überleitung zum Abendmahl (Präfation):
Gott wie ein guter Hirte führst du uns durch unser Leben. Du führst uns an grüne Auen und zu frischem Wasser, wo wir uns erholen können – du deckst uns einen Tisch, und lädst uns zu dir ein. Hier erfahren wir deinen Trost und deine Stärkung,
erfahren Zuspruch und Segen.
Im Abendmahl wird diese Einladung an deinen Tisch besonders für uns greifbar.
Darum ist es recht, wahrhaft würdig und heilsam, dass wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall Dank sagen, durch Jesus Christus unsern Herrn,
In ihm hast du uns deine Liebe gezeigt und uns den Weg zum Leben geöffnet. Durch ihn hast du uns in der Taufe angenommen als deine Kinder und willst unser Vater bleiben in Ewigkeit.
Darum preisen wir dich mit allen deinen Geschöpfen und singen mit Ihnen das Lob deiner Herrlichkeit:
 
Gemeinde: Heilig, Heilig...
 
Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus
in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s
und gab’s den Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset,
das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.
Solches tut zu meinem Gedächtnis.
 
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl,
dankte, gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus.
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
 
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von den Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Amen.
 
Agnus Dei:
Sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod und die Auferstehung unseres Herrn, bis er kommt in Herrlichkeit.
 
Gemeinde: Christe, du Lamm Gottes...
 
Christus spricht: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
 
AUSTEILUNG
 
Dank- und Fürbittengebet:
Herr, wir danken dir für diesen Tag heute, für das Fest der Jubelkonfirmation, für die vielen Jubilarinnen und Jubilare und für alle, die sie heute begleiten oder nachher mit ihnen feiern.
Wir danken dir für deine Wegbegleitung, für deinen Zuspruch und deine Stärkung im Abendmahl.
Wir bitten dich für die Frauen und Männer, die heute das Gedächtnis ihrer Konfirmation feiern, dass sie dankbar und zuversichtlich ihren Weg weitergehen unter deinem Segen.
Für alle, die sie in ihrem Leben begleiten, für ihre Angehörigen und Freunde, dass sie in Liebe mit ihnen verbunden bleiben und ihnen beistehen, wenn sie Hilfe brauchen.
Wir bitten dich für alle, die heute nicht kommen konnten, dass Sie behütet und gesegnet werden.
Für die Menschen, die gerade in schweren Lebenslagen sind, bitten wir – für Kranke und Trauernde, für alle, die deine Nähe brauchen.
 
Und dein Friede, Gott, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinn in Jesus Christus. Amen.
 
Lied: EG 171,1-4: Bewahre uns Gott
 
Abkündigungen
 
Segen
Es segne und behüte euch, der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
(Amen, Amen, Amen)
 
Orgelnachspiel und Ausgang