Gottesdienst am Pfingstsonntag, 08.06.25

 
Gottesdienst am Pfingstsonntag,  08.06.2025  10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
Orgelvorspiel
 
Lied: EG 135,1+2+4 (Schmückt das Fest mit Maien)
 
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.             (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch          (...und mit deinem Geist.)
 
Psalm: 118, 24-29 (NL 958.2– im Wechsel)
Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O HERR, hilf!
O HERR, lass wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!
Wir segnen euch vom Haus des HERRN.
Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet.
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott und ich danke dir;
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Ehre sei dem Vater...
 
Bußgebet:
Du ferner, naher Gott, wie fühlt sich dein Geist an?
Braust er wie ein Sturm? Ist er sanft wie ein Windhauch?
Brennt er wie ein Feuer?
Ich weiß nur: Ich brauche dich und deine Kraft für mein Leben.
Ich sehne mich nach deiner Nähe – jeden Tag.
Erbarme dich.
 
Zusage: Gott hat sich erbarmt in Jesus Christus – denn so spricht Gott: Freue dich und sei fröhlich! Siehe, ich komme und will bei dir wohnen. Ehre sei Gott in der Höhe (... und auf Erden Fried...)
 
Loblied: EG 129,1 (Freut euch ihr Christen alle)
 
Tagesgebet:
Barmherziger Gott, bring uns das Pfingstfest nahe.
Gib uns Kraft und frohe Gedanken –
wie damals den Jüngerinnen und Jüngern.
Schenk uns Worte, die verbinden und Hoffnung schenken –
wie damals den Menschen aus allen Völkern.
Weck uns auf durch frischen Wind in unseren Köpfen und in unseren Kirchen. Sende deinen Geist.
Dies bitten wir dich durch Jesus Christus. (Gemeinde: Amen)
 
Lesung: Apostelgeschichte 2
Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle zusammen, die zu Jesus gehörten. Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen wie von einem starken Wind. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt.
Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten. Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Erstaunt und verwundert sagten sie: »Sind das nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden? Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? Wir kommen aus Persien, Medien und Elam. Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, aus Pontus und der Provinz Asia, aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier. Wir sind Juden von Geburt an, aber auch Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei.
Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.«
Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: »Was hat das wohl zu bedeuten?« Wieder andere spotteten: »Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«
Da trat Petrus vor die Menge, zusammen mit den anderen elf Aposteln. Mit lauter Stimme wandte er sich an die Leute:
»Ihr Leute von Judäa, Bewohner von Jerusalem! Lasst euch erklären, was hier vorgeht, und hört mir gut zu! Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr meint. Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages. Nein, was hier geschieht, hat der Prophet Joel vorhergesagt: ›Gott spricht: Das wird in den letzten Tagen geschehen: Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen. Eure Söhne und Töchter werden als Propheten reden. Eure jungen Männer werden Visionen schauen, und eure Alten von Gott gesandte Träume haben. Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen, werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen. Und sie werden als Propheten reden.
 
Spruch: Es soll nicht durch Heer oder Kraft sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.        Halleluja
 
Glaubensbekenntnis: EG 882
Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.
 
Hauptlied: NL 105,1-3 (Atme in uns)
 
PREDIGT über Johannes 14,15-19.25-27
15Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. 16Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: 17den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
18Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. 19Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.
25Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 26Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
27Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
 
Abschiedsworte am Pfingstfest? Passt das denn?
Heute werden wir hineingenommen in die Gefühlswelt der Jünger – an Pfingsten oder vielmehr bis kurz vor dem Pfingstwunder, von dem wir gerade in der Schriftlesung gehört haben.
Es ist ein bisschen wie eine Rückblende. Wir gehen ein paar Wochen zurück – als Jesus noch bei seinen Jüngern war. Als sie noch gemeinsam unterwegs waren. Als noch alles in Ordnung war. Oder die Jünger das zumindest dachten.
 
Abschiedsworte.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit Abschieden geht. Aber ich bin nicht gut darin.
So oft ich auch Menschen in Zeiten von Trauer und Abschied begleitet habe, wenn es mich selbst betrifft, bringt es mich aus dem Takt.
Dann ist es mir nach Einigeln, nach Abstand, nach Ruhe.
Ich will nicht viel reden – und eigentlich auch nicht viel hören.
Immer wieder blitzen Bilder auf und Geschichten aus der vergangenen gemeinsamen Zeit. Manchmal muss man darüber lächeln. Manchmal tut es einfach nur weh, weil der Verlust gerade dann besonders bewusst wird.
So finde ich mich gut wieder in den Jüngern, die an diesem Pfingstfest in ihrer Kammer zusammensaßen, wie es Lukas in der Pfingstgeschichte beschreibt.
Draußen feiern die Menschen ihr Erntefest – aber ihnen ist nicht nach Feiern – nicht nach Gesellschaft.
Die anderen aus ihrer Gruppe, die halten sie noch halbwegs aus – aber das pralle Leben draußen, das ist ihnen dann doch zu viel.
 
Abschiedsworte...
Wahrscheinlich fallen auch Ihnen jetzt Situationen ein, in denen Sie von jemandem Abschied nehmen mussten. Vielleicht müssen Sie im Moment gerade so einen Abschied verarbeiten, vielleicht steht er Ihnen auch noch bevor. Von einem Angehörigen, der verstorben ist, von einem Partner, von dem Sie sich getrennt haben, von Kindern, die das Wochenende bei Ihnen verbracht haben, oder von Freunden und Verwandten, die Sie besucht haben.
Von schönen Orten, heiler Zeit, einem wichtigen Lebensabschnitt, der zu Ende geht…
Und umso wichtiger uns diese Menschen oder Situationen sind, von denen wir Abschied nehmen müssen, umso mehr schmerzt es. Und je endgültiger der Abschied ist, umso tiefer geht der Schmerz.
Und dann hat jeder seine Strategie, wie er oder sie mit diesem Schmerz umgeht – der eine stürzt sich in die Arbeit, die andere igelt sich eben ein – wieder eine andere versucht den Schmerz zu verdrängen und ein anderer betäubt ihn.
Aber wir alle kennen den Schmerz über einen Verlust.
 
Und wenn wir es zulassen, dann kommen die Erinnerungen – an schöne Erlebnisse, an gemeisterte Herausforderungen, an letzte Worte, an Dinge, die man vom anderen gelernt hat – ja in gewisser Weise in sein eigenes Lebensgepäck eingepackt bekommen hat.
Und wenn man mit anderen zusammensitzt, die denselben Verlust betrauern, dann beginnt man zu erzählen: „weißt du noch… das hat er gesagt… das hat sie getan…so war das doch!“
Und manchmal versteht man erst dann, was man damals erlebt hat – oder gehört hat. Man entdeckt Worte und Aussagen, die man zwar gehört aber doch irgendwie nicht verstanden hat. Man erinnert sich an Trostworte, die einem mitgegeben wurden – die aber irgendwie nicht bis ins Innerste vorgedrungen sind.
 
Genauso geht es den Jüngern in diesen Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Sie mussten an Himmelfahrt noch einmal Abschied nehmen von dem Menschen, der ihr Leben lebenswert gemacht hat. Der sie ernst genommen hatte und sie als seine Freunde angenommen hatte – unabhängig ihrer Herkunft und ihrer Fehler, die sie hatten. Sie mussten Abschied nehmen von ihrer wichtigsten Bezugsperson. Jetzt waren sie wieder allein. Verlassen und hilflos, wie Waisenkinder.
Und dann erinnern sie sich: an Worte, die er ihnen hinterlassen hatte.
Eigentlich hatte er sie ja schon sehr früh darauf vorbereitet, dass die gemeinsame Zeit ein Ende haben wird. Immer wieder hatte er ihnen erklärt, welchen Weg er gehen muss. Und genauso hatte er ihnen immer versichert, dass er weiterhin mit ihnen verbunden bleiben wird. Dass er bei ihnen sein wird, auch wenn sie ihn nicht sehen.
Einige seiner Abschiedsworte fallen ihnen wieder ein: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“ Von einem Tröster hatte er gesprochen; einem Beistand, den der Vater ihnen schicken wird. Einer, der sie nicht mehr verlässt, sondern der für immer bei ihnen sein wird. Einen, der sie lehrt und erinnert.
Sie haben die Sätze damals nicht verstanden. Da war ja auch noch alles in Ordnung gewesen.
Aber jetzt, jetzt fallen sie ihnen wieder ein. Sie sitzen zusammen und reden darüber. Sie verbinden sie mit ihren eigenen Erfahrungen und versuchen sie sich gegenseitig auszulegen. Und da geschieht plötzlich etwas sehr Merkwürdiges. Fast kommt es ihnen so vor, als wäre Jesus wieder bei ihnen. So war es doch auch immer gewesen, wenn er ihnen Worte aus der Heiligen Schrift auslegte und ihnen erklärte, was diese Worte mit ihnen zu tun haben. Ja, es kommt ihnen fast so vor, als wären sie im Geist mit ihrem Lehrer verbunden. Und als ihnen das bewusst wird, da fühlen sie sich auch gar nicht mehr so einsam und verlassen. Sie haben sich ja gegenseitig, sie haben Menschen bei sich, die mit demselben Menschen in Liebe verbunden sind, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Und sie haben die Worte, die ihnen Jesus hinterlassen hat.
Sie spüren Trost – einen Trost von innen.
Aber dabei bleibt es nicht.
Was in der Pfingstgeschichte des Lukas wie ein Feuersturm über die Jünger hereinbricht, ist bei Johannes eher ruhig angelegt – wie ein leiser Wasserfluss, der langsam ein großes Becken füllt.
Ja, langsam füllt sich die Seele der Jünger – erst mit Erinnerungen und Trost – dann mit dem Bewusstsein, dass sie auch mit Christus verbunden sind, wenn sie ihn nicht sehen. Und dann spüren sie Mut und Zuversicht, Freude und Bereitschaft.
Und als ihre Seele sich mehr und mehr mit Hoffnungsworten und -bildern füllt, können sie nicht mehr an sich halten.
Jetzt sind sie dran – jetzt müssen sie der Welt mitteilen, was Gott getan hat.
Die Worte, die Jesus hinterlassen hatte, die müssen verbreitet werden. Noch viel mehr Menschen sollen durch diese Worte getröstet und gestärkt werden. Und auch durch ihr Handeln wollen sie deutlich machen, in wessen Geist sie unterwegs sind. Wie Jesus wollen sie anderen Menschen helfen, sie gesund machen und trösten, und wie er wollen sie auch den Mund aufmachen und das Wort ergreifen, wenn irgendwo Unrecht geschieht.
Sie waren diejenigen, die in Jesus Gott selbst erkannt haben, und sie waren es auch, die jetzt erkennen, dass Gott sich in diesem Jesus mit ihnen selbst verbunden hatte. Dieses Wissen können sie nicht für sich behalten. Sie müssen es einfach weitergeben – auch an diejenigen, die Jesus nie zu Gesicht bekommen haben. Auch an ihre Kinder und Kindeskinder.
 
Diese Jünger wurden plötzlich von so einer Begeisterung gepackt, dass sie gar nicht mehr an sich halten konnten. So erzählt es schließlich die Pfingstgeschichte.
In alle Himmelsrichtungen verbreiteten sie ihr Wissen und an vielen unterschiedlichen Orten erlebten sie das gleiche: Wenn sie die Worte Jesu weitergaben; wenn sie, wie er, von Gott erzählten und auch seine Lebensregeln vermittelten, dann wurden Menschen von ihrer Begeisterung angesteckt. Und wenn sie zusammensaßen und miteinander aßen und beteten, dann spürten sie auch, wie Menschen die traurig waren, getröstet wurden, und andere wieder neuen Lebensmut bekamen.
 
Es war ein Anfang – der Anfang einer neuen Glaubensbewegung – der Anfang einer Gemeinschaft, die wir heute christliche Kirche nennen.
Und aus dem Anfang wurde eine lange Geschichte – über zwei Jahrtausende hinweg.
Bis heute erleben Menschen, dass sie in der Begegnung mit den Worten Jesu, in seinen Erzählungen und Lebensregeln Trost, Halt und auch Orientierung finden.
In der Begegnung mit anderen, die der gleiche Glaube erfüllt, können sie die Nähe Gottes spüren.
Es gab in dieser langen Geschichte auch immer wieder Menschen, die von so einer pfingstlichen Begeisterung ergriffen wurden wie die Jünger. Die etwas Neues auf den Weg brachten, Gemeinde erneuerten, neue Wege einschlugen und andere Menschen inspirierten.
Es gab aber auch immer Dürrestrecken – für die christliche Gemeinschaft als Ganzes – aber auch ganz persönliche Lebenskrisen einzelner, die an der Glaubenszuversicht rütteln.
Und wenn wir heute auf unsere christliche Kirche mit all ihren Problemen schauen, dann ist das heute kein bisschen anders.
So wie eben auch jeder einzelne Christ Zeiten kennt, in denen es ihm und ihr nicht so leicht fällt zu glauben, zu bekennen und anderen von diesem Gott zu erzählen.
 
Abschiedsworte…
… sie sind oftmals ein Vermächtnis für die Zurückbleibenden.
Jesu Abschiedsworte waren es ganz gewiss – nein, sie sind es immer noch:
Denn der Geist, von dem er da spricht – der weht heute immer noch – um uns und in uns.
Manchmal so turbulent wie in der Pfingstgeschichte – aber meist doch eher leise und still in uns Menschen drin, wie es hier im Johannesevangelium angekündigt wird.
Wir können diesen Geist spüren – auch heute – z.B. wenn wir aus einer Trauerphase wieder auftauchen – wieder lachen können und unter die Leute gehen möchten. Wenn wir nach einer Zeit, in der wir von Gott nichts wissen wollten – wieder seine Nähe suchen. Wir können ihn spüren in Begegnungen mit anderen, die uns gut tun, die uns trösten und aufrichten und uns spüren lassen, wie wertvoll wir sind. Wir können ihn spüren in all den Situationen, wo uns Kraft zuwächst, um uns einzusetzen für das Gute – wo wir trösten können, verzeihen können, verstehen, bei einem anderen aushalten, inspiriert werden oder inspirieren.
In all den Situationen, wo wir es wie einen Hauch spüren können, dass da Leben in uns ist – Leben, das nach außen wirken möchte.
 
Abschiedsworte und Pfingsten – passt das?
Ja, denn manchmal bewirkt der pfingstliche Geist Gottes auch, dass wir uns von Altem und Festgefahrenem verabschieden können. Von alten Mustern, alten Fehlern, altem Schmerz – von alten festgefahrenen Spuren.
So wünsche ich uns allen, dass wir diesen Geist in uns spüren können – dass er in uns wirkt, wirbelt, uns aufrichtet und ermutigt – uns hinausweht zu den Menschen, die uns brauchen. Dass er auch manchen Staub abpustet, den unser Glaube und auch unsere Kirche im Laufe der Zeit angesetzt hat.
Komm, heiliger Geist – zieh ein in unsere Kirchen, in unsere Häuser, in unser Leben, in unser Herz. Amen.
 
Predigtlied: EG 133,1+5+6+8 (Zieh ein zu deinen Toren)
 
Überleitung zum Abendmahl (Präfation):
Guter Gott,
Du hast uns an Pfingsten deinen Geist geschenkt. Den Geist, der uns lebendig werden lässt, uns aufrichtet und stärkt, den Geist, der uns glauben hilft und uns zeigt, wie wir leben sollen. Im Abendmahl kommst du uns nahe – in Brot und Wein – in Wort und Lebens-Geist.
Darum ist es recht, wahrhaft würdig und heilsam, dass wir dir, Herr, heiliger allmächtiger Vater, ewiger Gott allezeit und überall Dank sagen durch Jesus Christus, unseren Herrn. Denn Du hast deinen Heiligen Geist ausgegossen in unsere Herzen, der uns mit dir verbindet und versöhnt. Darum preisen wir dich mit deiner ganzen Kirche, mit allem, was dich preisen kann im Himmel und auf Erden, singen wir den Lobgesang ohne Ende:  (Heilig, Heilig...)
 
Einsetzungsworte:
Unser Herr Jesus Christus
in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s
und gab’s den Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset,
das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.
Solches tut zu meinem Gedächtnis.
 
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl,
dankte, gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus.
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
 
Abendmahlsgebet:
Segne uns, Vater, diese Gaben und sende uns deinen Heiligen Geist; den Atem, der Leben spendet, den Tröster der Verzweifelten, den Begleiter in alle Wahrheit, der uns neu macht an Leib und Seele, der uns ein Leben schenkt, in dem wir wahrhaft frei sind, der uns Menschen versöhnt miteinander und mit dir. Der Geist, der uns zu deinen Kindern macht und uns lehrt gemeinsam zu beten: ...
 
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
 
Agnus Dei:
Sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod und die Auferstehung unseres Herrn, bis er kommt in Herrlichkeit.     (Christe, du Lamm Gottes...)
 
Erkennt euch in dem Herrn als Schwestern und Brüder.
Vergebt euch untereinander.
Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr.
Der Friede des Herrn sei mit euch allen! Amen.
 
AUSTEILUNG – dabei Orgelmusik!
Christus spricht: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich.
 
Lied: NL 125 (Du bist heilig)
 
Dank- und Fürbittengebet:
Gott,
du schickst uns deinen Geist, der uns verbindet – in aller Verschiedenheit – mit all unseren Fragen und Zweifeln – mit all unserem Sehnen und Fragen – mit unseren Hoffnungen und Ideen. Beim Abendmahl konnten wir diese Gemeinschaft erfahren und deinen Gegenwart spüren. Hab Dank dafür.
 
Gott, du schickst uns deinen Geist, der tröstet und heilt.
Wir bitten dich für Menschen, die traurig sind, weil sie sich von anderen trennen müssen.
Wir bitten dich für Menschen, die trauern, weil sie einen lieben Angehörigen verloren haben.
Sei du ihnen nahe – tröste sie, halte sie geborgen und führe sie dann zurück in ihr Leben.
Wir bitten Dich auch für Menschen, die krank sind und alleine.
Lass uns sagen, was gut tut; lass uns hören, was uns trägt.
 
Du schickst uns deinen Geist, der Leben weckt.
Wir bitten dich, für unsere Kirche und Gemeinde, dass wir hier in deinem Sinne leben und arbeiten.
Wir bitten Dich für Menschen, die das Wort ergreifen, dass sie dich glaubwürdig verkünden und ihr Wort Menschen erreicht.
 
Du schickst uns den Geist, der lehrt und vertrauen hilft.
Wir bitten dich für Menschen, denen bittere Erfahrungen das Glauben schwer machen.
Menschen, die zweifeln, weil sie deine Gegenwart nicht spüren können.
Menschen die Angst und Sorgen haben, weil sie nicht wissen was kommt. Lass sie erfahren, dass du zu ihnen stehst – auch wenn sie es vielleicht gerade nicht spüren können.
Wir bitten Dich auch für all die Menschen, die andere begleiten, dass sie die richtigen Worte haben um zu stärken und zu trösten.
 
Wir bitten dich für Menschen, die uns besonders am Herzen liegen. In der Stille Gott, nennen wir dir Namen, zeigen dir Gesichter.
– STILLE–
 
Und dein Friede, Gott, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
 
Schlusslied: EG 136,1+2+7 (O komm du Geist der Wahrheit)
 
Segen:
Es segne und behüte uns, der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
            (Amen, Amen, Amen)
 
Orgelnachspiel