Gottesdienst mit Vorstellung der neuen Konfis beim Kirb-Gottesdienst am 20.10.2024 10:00 Uhr in Scherzheim mit Pfarrerin Ute Braun
Orgelvorspiel/Posaunenchor
Lied: EG 334,1-6: Danke
Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)
Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)
Ich begrüße Sie alle zu unserem Gottesdienst heute Morgen.
Wir feiern wieder Scherzheimer Kirb – und auch in diesem Jahr stellen wir in diesem Rahmen wieder unsere Neuen Konfis vor. Denn was wäre Kirche ohne die jungen Menschen, die in unseren Gemeinden heimisch werden sollen und die hoffentlich auch die Zukunft unserer Kirche sind.
Wie Sie hier vorne sehen, werden sich unsere Konfis in diesem Jahr mit ihren Handabdrücken vorstellen.
Gottes Hände werden im Psalm 8 besungen. Wir beten ihn im Wechsel.
Psalm: Psalm 8 – NL 902
Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen,
der du zeigst deine Hoheit am Himmel!
Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge /
hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,
mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan:
Schafe und Rinder allzumal,
dazu auch die wilden Tiere,
die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer
und alles, was die Meere durchzieht.
Herr, unser Herrscher,
wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Ehre sei dem Vater...
Eingangsgebet:
Herr,
ich freue mich, denn du kennst mich. Du siehst nach mir, du begleitest mich, du hast mich zu einem besonderen und einmaligen Menschen gemacht.
Manchmal aber denke ich nicht dran. Bin unsicher, wer ich wirklich bin. Höre auf das, was andere sagen – und achte nicht mehr auf das, was du zu mir sagst.
Du Herr hast mich gemacht, kennst mich ganz genau. Du hast meinen Namen in deine Hände gezeichnet, damit ich nicht vergessen bin. In deinen Augen bin ich wertvoll.
Lass mich aus diesem Geschenk heraus leben – glücklich und zufrieden als dein Kind – und zeige mir, wo ich selbst für andere einstehen kann, wo ich Hand anlegen kann oder anderen meine Hand reichen kann. Amen.
Gottes Hände halten uns, schützen und segnen uns, so erinnert uns die Bibel.
Unsere Namen sind in Gottes Hände eingezeichnet, damit wir nicht vergessen sind, heißt es an anderer Stelle.
Wenn wir aus dieser Liebe Gottes heraus leben, dann wirkt sich das auch aus auf unsere Leben und Handeln, auf das was wir mit unseren Händen tun.
In der Bergpredigt nimmt Jesus diesen Gedanken auf:
Schriftlesung: Matthäus 5,38-48
»Ihr wisst, dass gesagt worden ist:
›Auge für Auge und Zahn für Zahn!‹
Ich sage euch aber:
Wehrt euch nicht gegen Menschen,
die euch etwas Böses antun!
Sondern wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt,
dann halte ihm auch deine andere Backe hin!
Wenn dich jemand verklagen will,
um dein Hemd zu bekommen,
dann gib ihm noch deinen Mantel dazu!
Wenn dich jemand dazu zwingt,
seine Sachen eine Meile zu tragen,
dann geh zwei Meilen mit ihm!
Wenn dich jemand um etwas bittet,
dann gib es ihm!
Und wenn jemand etwas von dir leihen will,
dann sag nicht ›Nein‹.«
»Ihr wisst, dass gesagt worden ist:
›Liebe deinen Nächsten‹ und hasse deinen Feind!
Ich sage euch aber: Liebt eure Feinde!
Betet für die, die euch verfolgen!
So werdet ihr zu Kindern eures Vaters im Himmel.
Denn er lässt seine Sonne aufgehen
über bösen und über guten Menschen.
Und er lässt es regnen
auf gerechte und auf ungerechte Menschen.
Denn wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben:
Welchen Lohn erwartet ihr da von Gott?
Verhalten sich die Zolleinnehmer nicht genauso?
Und wenn ihr nur eure Geschwister grüßt:
Was tut ihr da Besonderes?
Verhalten sich die Heiden nicht genauso?
Für euch aber gilt:
Seid vollkommen,
so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!«
Loblied: NL 176,1+2: Liebe ist Leben
Vorstellung der Konfis
Lied: EG 612,1-6: Damit aus Fremden Freunde werden
PREDIGT zu Hand/Hände und Römer 12,21
Mit euren Händen stellt Ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, euch in diesem Jahr vor. Jeder auf seine Weise, mit seinen Worten, seinen Hobbys, seinen Erwartungen an die Konfi-Zeit.
Jeder also, der mehr über euch erfahren will – oder eure Namen mit euren Gesichtern verbinden möchte, kann es hier nachlesen…

Und dann kamen die persönlichen Dinge hinzu, was euch wichtig ist, Freude macht, guttut, wie Musizieren oder Malen, mit dem Computer spielen oder Sport machen oder nochmal anderes.
Als wir die vielen Hände dann auf das Plakat legten, war sofort sichtbar, dass sich eure Hände auch in vielem unterscheiden – große und kleine Hände, schmalere und breitere. Und die Besonderheiten, die sich in euren Händen schon zeigen, wurden noch deutlicher in dem, wie ihr die Hände beschriftet habt.
Da kam doch einiges zusammen. Ja, ich denke, ihr habt gemerkt, was ihr alles ganz selbstverständlich mit euren Händen macht – und was Besonderes dabei ist, das nur euch auszeichnet.
Die andere Fragestellung zu euren Händen war: was könnt ihr mit euren Händen tun, das der Gemeinschaft dient? – also uns als Konfi-Gruppe – aber auch uns als Gemeinde – als Ort – als Gesellschaft?
Im Rahmen der Kirb wird es schön sichtbar, dass es viele Hände braucht, die anpacken, damit das ganze Fest gelingt.
Da gibt es die, die Zelte und Buden aufbauen, andere, die für Wasser und Strom sorgen und wieder anderen, die Bude oder Zelt schön dekorieren. Es gibt die, die Kuchen backen, der dann nachher verkauft wird, Kaffee kochen, Essen ausgeben, Getränke ausschenken, Geld kassieren, bedienen, Tische abwischen, Geschirr spülen und was noch so an kleinen und großen Handgriffen nötig ist. Dann gibt es die, die fürs Programm sorgen, Musik machen, mit den Kindern basteln und spielen, vielleicht auch eine Rede halten. Und wieder andere sind für die Orga im Hintergrund nötig, damit alles mit Aufbau, Durchführung und nachher auch dem Abbau wieder klappt – und es genügend Hände hat, die mit anpacken.
Bei so einem Fest wie der Kirb ist es wirklich ganz augenscheinlich, was es braucht. Und wir sind froh, um die vielen Hände, die sich auch in diesem Jahr wieder in vielfältiger Weise hier einbringen.
Aber im Blick auf unser Leben insgesamt ist es dann gar nicht mehr so einfach.
Was kann denn ich kleiner Mensch einbringen für die Gemeinschaft, die Gesellschaft, meinen Ort, mein Land, die Welt?
Das war auch für euch Jugendliche in der Vorbereitung gar nicht so einfach.
Aber ihr habt dann doch viele Sachen gefunden – und dabei auch gemerkt: Es muss eigentlich gar nichts Großes sein, was ich da mache. Auch kleine Handgriffe zählen und haben ihre Auswirkungen auf das Ganze.
So kann man auf euren Händen dann z.B. lesen: einander die Hand reichen – zur Versöhnung, einander helfen, für jemanden einkaufen, ein Pflaster aufkleben, trösten, sich bei der Feuerwehr engagieren, Kuchen backen – für andere, ein Geschenk basteln, jemandem aufhelfen, der gestürzt ist, jemandem Halt geben – ganz konkret, in dem ich ihn festhalte und stütze – aber auch im übertragenen Sinn.
Auch eure Freizeitaktivitäten flossen da ein, denn da leisten viele von euch auch einen Dienst an der Gemeinschaft – sei es in Kampfsport, Selbstverteidigung oder im Mannschaftssport, wo Fairness ganz groß geschrieben und eingeübt wird, oder sei es bei der Feuerwehr, wo es ausdrücklich darum geht, der Gemeinschaft zu dienen.
Auch die christliche Dimension haben viele auf ihre Hände geschrieben: eine Kerze anzünden für jemanden, sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, spenden, beten! Für Menschen, aber auch für Frieden.
Es ist schon sehr bunt und vielfältig, was auch da alles eingefallen ist – was ihr tun könnt – jeder einzelne von euch.
Ein kleiner Beitrag, ein kleiner Handgriff – der aber ganz viel bewirken kann.
Im Vers, der über der kommenden Woche steht, finde ich diesen Gedanken auch wieder! Da heißt es in Römer 12,21: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Das ist unser Auftrag – als Christen – aber eigentlich als Gemeinschaft insgesamt.
Wir erleben um uns herum viel Unrecht – auch Gewalt, Hoffnungslosigkeit und an manchen Stellen auch eine gewisse Resignation. Und die Versuchung ist groß sich davon anstecken zu lassen und zu sagen: „Da kann ich ja eh nix machen.“
Oder auf Gewalt und Unrecht mit Gegengewalt zu reagieren.
Aber an den vielen Krisenherden unsere Zeit kann man erkennen, dass es nie etwas verbessert, wenn man auf Gewalt mit Gegengewalt reagiert.
Es macht den Konflikt nur noch größer – treibt die Gewaltspirale immer weiter.
Und in dem Film, den wir letztens zusammen mit den Firmanden gesehen haben, wurde euch vor Augen gestellt, dass auch kleine Veränderungen sich schon nachhaltig aufs Klima, auf Bildung, auf eine bessere Umverteilung der Lebensgüter auswirken… Dass es immer noch mehr Optionen gibt, als sich der Resignation zu ergeben.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Davon war Paulus überzeugt, der diesen Auftrag der Gemeinde in Rom schrieb, die natürlich ganz andere Herausforderungen zu meistern hatten als wir heute.
Und aus dem Anschnitt der Bergpredigt, den wir vorhin gehört haben, wurde deutlich, dass auch Jesus davon überzeugt war.
Ja, beide waren der Meinung, wenn uns Unrecht begegnet, dann dürfen wir nicht mit gleicher Münze zurückzahlen – wir müssen anders reagieren, den Gegner damit auch ein stückweit verunsichern, verblüffen.
Wenn jemand deine Jacke will, gib sie ihm – und den Pullover noch dazu.
Wenn jemand dich schlägt, schlag nicht zurück…
Das ist nicht leicht, was Jesus da von seinen Jüngern fordert – und auch von uns – aber es war seine Lebensüberzeugung bis zuletzt.
Jesus hätte sich wehren können, als man ihn verhaftete, verspottete, schlug und anspuckte – aber das tat er nicht.
Er trug es, hielt es aus.
Da könnt ihr Jugendlichen vielleicht sagen: „das würde ich nicht mit mir machen lassen – ich würde mich da wehren.“
Aber für andere, die Gewalt ausgesetzt sind, ist es auch ein Trost, dass Jesus sich an ihre Seite gestellt hat – mit ihnen und so auch irgendwie für sie, die Gewalt und das Unrecht ertragen hat. Und damit gezeigt hat, dass er sich nicht brechen ließ. Seine Feinde konnte ihn schlagen, verspotten, ja sogar töten – aber sie haben nicht geschafft, dass er seine Überzeugung verleugnete.
Und wieder andere sagen vielleicht: eigentlich hat Jesus sehr weise und bedacht reagiert. Hätte er sich gewehrt und mit seinen Jüngern einen Kampf gegen die römischen Mächte geführt, dann wäre nicht nur er gestorben sondern auch viele seiner Anhänger. Es hätte Unruhen gegeben, es hätte noch sehr viel mehr Leid und Not gegeben und vermutlich wäre Jesus bald danach vergessen worden, weil er ebenso handelte, wie es gemeinhin Menschen tun.
Er wäre einer von vielen gewesen.
Aber Jesus war anders. Und er lehrte Menschen, anders zu leben, anders zu handeln – und damit die Welt zu verändern, sie friedlicher zu machen, gerechter – damit sie ein Platz sein kann für Starke und Schwache.
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Dieser Leitsatz ist es auch, der uns Christen immer bestimmen soll.
In allem, was uns begegnet, sollen wir prüfen: was dient dem Guten – was hilft dem Anderen – was bringt unserer Gesellschaft Frieden und Gerechtigkeit?
Ich schau hier vorne auf eure Hände – da steht schon ganz viel drauf, was ihr tun könnt und teilweise auch jetzt schon tut.
Es gibt aber sicher noch vieles mehr, was euch noch gar nicht bewusst ist – und was ihr vielleicht on den kommenden Monaten als Konfis zusammen entdeckt.
Am Ende eurer Konfi-Zeit werdet ihr dann gefragt werden, ob ihr bereit seid, als Christen in dieser Welt zu leben.
Und damit ist dann auch gemeint, dass in eurem Handeln sichtbar wird, wovon ihr überzeugt seid. Dass ihr auf eure Weise lebt und weiterführt, was Jesus und auch Paulus begonnen haben. Was sie mit ihrem Satz gemeint haben: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Als Christ in dieser Welt zu leben – das ist aber nicht nur eure Aufgabe als Konfis – oder nachher als Konfirmierte. Sondern es ist die Aufgabe von uns allen anderen hier auch.
Die meisten von uns sind konfirmiert und haben damals zu dieser Frage: „Willst du als Christ in dieser Welt leben?“ mit „Ja!“ geantwortet.
Andere sind vielleicht nicht konfirmiert – glauben aber an Jesus Christus und versuchen so zu leben, wie er es aufgetragen und vorgelebt hat.
Das heißt, wir alle, die wir heute da sind – haben den Auftrag, Böses mit Gutem zu überwinden – und so zu handeln, wie Jesus es tat. Unsere Hände einzusetzen für andere – mit solchen kleinen Handgriffen, wie sie auf euren Händen stehen. Oder auch mit solchen konkreten Dingen, wie sie uns Jesus vorgelebt hat. Jesu Hände waren Hände, die für andere da sind, die helfen und heilen, die trösten und umarmen, die teilen und geben. Alles Dinge, die wir als Christen nachmachen sollen und können.
Ihr seht – es gibt viel zu erfahren, zu lernen und auch in gewisser Weise einzuüben. Für euch – aber auch für uns alle.
Unser gemeinsames Anliegen muss es sein, dass nicht das Böse in unserer Welt triumphiert, sondern das Gute, der Friede, die Gerechtigkeit.
Dafür braucht es euch und uns – und jeden einzelnen Handgriff, den wir FÜR andere tun.
Amen.
Predigtlied: NL 220,1-4: Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn
Fürbittengebet:
Guter Gott, wir sind gemeinsam – jung und alt – erfahrene und Neueinsteiger - auf dem Weg – um unser Christsein zu leben, in deinem Sinn zu leben und zu handeln.
Für alle Glaubende bitten wir dich um Kraft und Orientierung auf ihrem Weg.
Für unsere Kinder bitten wir dich: lass sie geborgen sein in deiner Liebe und hineinwachsen in das Haus des Vertrauens.
Für unsere Jugendlichen, die Konfirmandinnen und Konfirmanden bitten wir dich: hilf ihnen den Glauben an dich zu entdecken, lass sie mit ihren Fragen nicht allein. Sende ihnen Menschen, die sie ernst nehmen in allem, was sie bewegt.
Für alle, die an ihrem Glauben zweifeln, bitten wir dich um Vergewisserung. Lass ihnen Quellen neuer Zuversicht entspringen. Sende ihnen Menschen, die ihnen zu glaubhaften Zeugen unseres Glaubens werden.
Für alle, die sich mit ihren Sorgen, ihrer Angst und ihrer Trauer allein gelassen fühlen, bitten wir dich: sei ihnen spürbar nahe.
Für hilflose, einsame und kranke Menschen bitten wir dich: lass uns ihnen die Hand reichen, mit anpacken, sie weiterführen und ein Stück auf ihrem Weg begleiten.
Für alle Orte, in denen Gewalt und Krieg herrschen bitten wir, dass Menschen lernen, Frieden zu denken und ihn zu leben – dass sie nach Wegen suchen, die nicht zu noch mehr gewalt führt – sonden z Frieden und Gerechtigkeit.
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Und der Frieden Gottes, der höher ist….
Abkündigungen
Schlusslied: NL 189,1-3: Sei behütet
Segen
So segne und behüte euch der liebende Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
(Amen, Amen, Amen)
Nachspiel


