Ökumenischer Gottesdienst am Festwochenende „50 Jahre Rheinmünster“, 23.06.24

 
Ökumenischer Gottesdienst am Festwochenende "50 Jahre Rheinmünster", Sonntag, 23.06.2024  10:00 Uhr in Greffern mit Pfarrerin Ute Braun, Gemeindereferentin Bettina Brugger und Pfarrer Manfred Woschek
 
 
Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch  ausdrucken und weitergeben. Bitte nutzen Sie dafür die Druckfunktion Ihres Browsers.)
 
Koinonia: Und ein neuer Morgen
https://www.youtube.com/watch?v=uFAJlsCxEdQ
 
Begrüßung/Votum
 
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes,
der die Fülle des Lebens für uns bereithalt,
im Namen Jesu Christi, der gelebt, gelitten und gefeiert hat,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet -
im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
 
Unsere Gemeinde Rheinmünster kann in diesem Jahr
auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken.
Der Gemeindezusammenschluss war, wie ich hörte,
zugegebenermaßen nicht ganz freiwillig,
hat sich jedoch rückblickend absolut bewährt
und Rheinmünster vorangebracht.
Die Ortsteile haben sich ihre Traditionen
und ihren individuellen Charme bewahrt
und damit einen sehr wertvollen Beitrag zur Integration
und zum Zusammenhalt in der Gemeinde leisten können.
 
Unseren Dank dafür wollen wir heute in diesem Gottesdienst
in ökumenischer Verbundenheit vor Gott bringen.
Lasst uns ihn loben im folgenden Lied.
 
Lied: GL 392,1-3 Lobe den Herren…
https://www.youtube.com/watch?v=JSSkG0oSwcI
 
Psalm 150 in 2 Gruppen
 
Lobt Gott mit euren Festen,
lobt ihn mit euren mächtigen Taten.
Lobt Gott mit der Kraft eurer Hände,
lobt ihn mit der Schärfe eurer Gedanken.
Lobt Gott mit euren Fragen,
lobt ihn mit euren Fehlern.
Lobt Gott mit eurer Offenheit,
lobt ihn mit eurer Gastfreundschaft.
Lobt Gott mit den Worten fremder Völker,
lobt ihn mit den Klängen ferner Länder.
Lobt Gott mit eurem Schweigen,
lobt Gott mit allen Stimmen, mit eurem Atem.
Lobt Gott mit euren Körpern,
Alt und Jung, lobet den Herrn.
 
Eingangsgebet
Herr, wir danken für die Gemeinschaft, die du uns schenkst –
sei es in Freundschaft, Kirchengemeinde
oder anderen sozialen Gruppen.
Segne diese Bindungen und lass sie
Quellen von Liebe, Unterstützung und Freude sein.
Hilf uns, die Schönheit der Gemeinschaft zu schätzen
und im Miteinander zu wachsen.
Amen.
 
Kurze Hinführung zum Thema „Gemeinschaft in aller Vielfalt“
 
50 Jahre Rheinmünster – zusammen denken, verwalten, wirken… aber zugleich, so hat es mein Kollege Manfred Woschek bei der Begrüßung gesagt, hat jeder Teilort sich seinen individuellen Charme bewahrt.
Vielfalt höre ich da heraus – aber auch Gemeinschaft. Individualität aber auch Zusammenhalt. Man könnte auch sagen: eine bunte Gemeinschaft in aller Vielfältigkeit.
Diesen Gedanken möchten wir nun mit zwei Geschichten und einigen Eindrücken aus unseren Ortsteilen zum Klingen bringen. Wir hören zunächst ein Märchen aus Ghana:
 
Geschichte: Das Lied der bunten Vögel –
       ein Märchen aus Ghana
In einem Wald lebten fünf Vögel nahe beieinander,
der eine hatte weiße Federn,
so weiß wie die Wolken am Himmel;
der zweite hatte flammend rote Federn,
so rot wie die Blüten der Jacaranda Bäume;
der dritte hatte ein tiefblaues Gefieder,
so blau wie der Himmel über Ghana;
der vierte hatte gelbe Federn,
so leuchtend gelb
wie die saftigsten Zitronen an den Bäumen;
und der fünfte hatte grüne Federn,
so grün wie die Blätter im Wald.
 
Auf der Suche nach Essen, so erzählen die Alten,
entdeckten die Vögel,
dass mit ihnen im Wald ein alter Mann lebte.
Er sei, so hieß es, sehr großzügig.
Also spannten die fünf prächtigen Vögel ihre Flügel aus
und machten sich auf dem Weg zu ihm.
Als sie von oben sein Häuschen entdeckten,
stimmten sie ihren Kanon an:
Tse Tse Kule sangen die einen, Tse Tse Kunsa die anderen,
immer im Wechsel und immer schneller.
Es klang, als würde ein fröhlicher, vielstimmiger Chor
durch die Luft tanzen.
„Wir sind Geschwister, keiner kann uns trennen,
einer für alle und alle für einen.“
 
Der alte Mann war hingerissen von dem Gesang
und überhäufte die gefiederten Freunde
mit dem besten Futter.
 
So kamen sie jeden Morgen bei Tagesanbruch wieder
und ernteten als Dank für ihren betörenden Gesang
reichlich zu fressen.
 
Doch irgendwann
kam dem Vogel mit den weißen Federn der Gedanke:
Wenn ich früher als die anderen da bin und alleine singe,
bekomme ich die köstlichsten Körner für mich alleine.
 
Als gerade
die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont strichen,
flog der weiße Vogel alleine los.
Als er zur Hütte kam, stimmte er sein Tse tse an,
doch es gab keinen Kanon,
kein vielstimmiges, fröhliches Lied,
sondern nur ein einstimmiges tse, tse.
Der alte Mann stürmte nach draußen,
um zu sehen, wer den Lärm veranstaltete.
Er erkannte den einsamen weißen Vogel nicht wieder
und verscheuchte ihn.
 
Nur kurz darauf kam der rote Vogel
und stimmte sein einsames Lied an.
Dann kam der blaue, der gelbe und der grüne Vogel,
jeder versuchte für sich alleine,
mit seiner Kunst den Alten zu betören,
und jeder wurde von dem Alten fortgejagt.
 
Betrübt flogen sie zurück zu ihren Nestern.
Es dauerte eine Weile,
bis der weiße Vogel von seinem Misserfolg erzählte,
dann berichteten auch die anderen
von ihrem missratenen Versuch.
Erst herrschte betretenes Schweigen,
dann mussten alle lachen, weil sie so töricht gewesen waren.
 
Die Fünf beschlossen,
künftig nur noch gemeinsam zu singen.
Sie machten sich auf zu dem alten Mann,
schließlich hatten alle lange nichts gegessen
und waren sehr hungrig.
Der Alte freute sich schon,
als er die fünf prächtigen Vögel kommen sah.
Er berichtete ihnen von den „komischen Vögeln“,
die über seiner Hütte aufgetaucht waren
und so gelärmt hatten.
 
So schön wie an diesem Abend
hatten die fünf Freunde noch nie gesungen;
sie waren wieder vereint und sie hatten gelernt:
„Jedem von uns geht es nur gut,
wenn wir alle zusammenhalten.“
 
Koinonia: Auf Schwingen getragen und frei
https://www.youtube.com/watch?v=IdBnnjJrakg
 
Epistel: Römer 12 in Auszügen:
 
Der Geist schenkt verschiedene Gaben.
Es gibt zwar verschiedene Gaben,
aber es ist immer derselbe Geist.
Es gibt verschiedene Aufgaben,
aber es ist immer derselbe Herr.
Es gibt verschiedene Kräfte, aber es ist immer derselbe Gott.
Er bewirkt das alles in allen Menschen.
 
Das Wirken des Geistes
zeigt sich bei jedem auf eine andere Weise.
Es geht aber immer um den Nutzen für alle.
Der eine ist durch den Geist in der Lage,
mit Weisheit zu reden.
Ein anderer kann Einsicht vermitteln –
durch denselben Geist!
Einem Dritten wird durch denselben Geist
ein besonders starker Glauben gegeben.
Wieder ein anderer hat durch den einen Geist
die Gabe zu heilen.
Ein anderer hat die Fähigkeit, Wunder zu tun.
Ein anderer kann als Prophet reden.
Und wieder ein anderer kann die Geister unterscheiden.
Der Nächste redet in verschiedenen unbekannten Sprachen,
ein weiterer kann diese Sprachen deuten.
Aber das alles bewirkt ein und derselbe Geist.
Er teilt jedem eine Fähigkeit zu, ganz so, wie er es will.
 
Es ist wie beim menschlichen Körper:
Er bildet eine Einheit
und besteht doch aus vielen Körperteilen.
Aber obwohl es viele Teile sind, ist es doch ein einziger Leib.
 
So ist es auch mit Christus.
Denn als wir getauft wurden,
sind wir durch den einen Geist
alle Teil eines einzigen Leibes geworden –
egal ob wir Juden oder Griechen,
Sklaven oder freie Menschen waren.
Und wir sind alle
von dem einen Heiligen Geist erfüllt worden.
 
Der menschliche Körper
besteht ja nicht aus einem einzigen Teil, sondern aus vielen.
Selbst wenn der Fuß sagt:
„Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Körper.“
Gehört er nicht trotzdem zum Körper?
Und wenn das Ohr sagt:
„Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Körper.“
Gehört es nicht trotzdem zum Körper?
Wenn der ganze Körper ein Auge wäre,
wo bliebe dann das Gehör?
Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruchssinn?
 
Nun hat Gott aber jedem einzelnen Körperteil
seinen Platz am Körper zugewiesen, so wie er es wollte.
Wenn aber das Ganze nur ein Körperteil wäre,
wie käme dann der Leib zustande?
Nun sind es zwar viele Teile, aber sie bilden einen Leib.
 
Deshalb kann das Auge nicht zur Hand sagen:
„Ich brauche dich nicht.“
Oder der Kopf zu den Füßen: „Ich brauche euch nicht.“
Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers,
die schwächer zu sein scheinen, umso notwendiger.
Denn im Leib darf es keine Uneinigkeit geben,
sondern alle Teile sollen füreinander sorgen.
Wenn ein Teil leidet, leiden alle anderen Teile mit.
Und wenn ein Teil geehrt wird,
freuen sich alle anderen Teile mit.
 
Ihr seid nun der Leib von Christus!
Jeder Einzelne von euch ist ein Teil davon.
Und Gott hat jedem in der Gemeinde
seine Aufgabe zugewiesen.
 
Lied: KR 161,1-3 Gut, dass wir einander haben…
https://www.youtube.com/watch?v=SyUBBoWn5X4
 
Stark in Vielfalt: Was wir an unseren Teilorten besonders schätzen – Stimmen aus den Ortschaftsräten
(Pinnwand mit dem Ortsplan; nach dem jeweiligen Beitrag wird ein bunter Vogel mit Ortsname und Ortswappen darauf gepinnt)
 
Was ist das Besondere an unserem Ort? Was macht ihn und die Bewohner aus? Und warum leben wir gerne in unserem Ort? So haben wir Kommunale Vertreter aus unseren Teilorten gefragt. Hören wir, was Sie aus den Ortschaften zusammengetragen haben:
 
 
Greffern:...
Was ist typisch für Greffern?
Die Lage direkt am Rhein, der Hafen,
viel Natur und dabei besonders der Wald,
und der Chemie-Park.
Wer Anschluss finden will,
muss aber etwas dafür tun.
 
Was macht Greffern aus?
Die Vereine
und das Engagement der Vereinsmitglieder für ihren Verein.
Aber auch darüber hinaus: das Engagement der Vereine
für die gesamte Dorfgemeinschaft.
 
Auch eine Dorfgemeinschaft entwickelt sich:
Über 50 Jahre hinweg sind Vereine kleiner geworden,
wie beispielsweise der Kirchenchor und der Gesangverein.
Aber andere Vereine sind entstanden,
wie beispielsweise der Narren-Club
und die Waldmännle mit ihrer Jugendarbeit.
Auch die Wirtschaft entwickelte sich:
Vor 50 Jahren war Greffern noch ein Schifferdorf,
heute ist es ein Industriestandort.
Die ausgeübten Berufe haben sich drastisch geändert.
 
Wieso lebt man in Greffern?
Es ist alles da: Vereine für die Freizeit, Arbeitsplätze,
Ärzte, Kirche, Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten.
Eine Grundschule und ein Kindergarten sind vor Ort
und auf kurzem Weg von überall her erreichbar.
 
(Vorleser aus Greffern pinnt roten Vogel auf den Ortsplan.)
Liedruf: KR 248/nur Refrain) Wir knüpfen aufeinander zu…
https://www.youtube.com/watch?v=OJXUGkst8eI
 
 
Schwarzach:..
 
Fast 1200 Jahre besteht Schwarzach 
und seit 86 Jahren
gehört Hildmannsfeld dazu.,
Sie haben gemeinsam
viel Schönes und Lebenswertes zu bieten.
 
Das Schwarzacher Münster
mit den einmaligen Münsterkonzerten
und einem Klostergarten,
in dem immer mehr wunderschöne Trauungen stattfinden.
Das Ambiente um das ehemalige Klosterareal
mit der jährlich stattfindenden Kirwe
und dem Handwerkermarkt,
der weit über die Region bekannt ist.
 
In Schwarzach und Hildmannsfeld lässt es sich gut leben.
Es gibt einen Einkaufsmarkt als Vollversorger,
eine Apotheke, Ärzte, einen Kindergarten
und eine beliebte Realschule mit großer Sporthalle
und einer Schulsportanlage.
 
Wir haben in Schwarzach sehr viele Vereine,
die eine ausgezeichnete Jugendarbeit leisten.
So ist für jeden etwas geboten.
 
Der Hildmannsfelder Dorfverein ist der beste Beweis,
wie ein Dorf zusammenhält und vieles auf die Beine stellt.
 
Wir haben kurze Wege in das neu renovierte Rathaus
und für die Senioren
eine sehr schön gelegene Seniorenwohnanlage,
die bevorzugt ortsansässige Senioren aufnimmt.
 
Hier in Schwarzach und Hildmannsfeld
gibt es wunderschöne Wanderwege,
Naherholung auf der sehenswerte Kamel- und Straußenfarm,
viele idyllisch gelegene Biotope,
ein Teufelsloch, Anglerseen und Wälder,
um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
 
Die Zusammengehörigkeit
zwischen Schwarzach und Hildmannsfeld
war nicht immer so.
So kann man lesen, dass 1758 Hildmannsfelder Bürger
sich oft von den Schwarzacher Bürger übergangen fühlten,
als Schwarzacher die althergebrachten Ordnungen
ausgeschlossen haben
und im Niederwald, ohne die Hildmannsfelder zu fragen,
drei Wagen voll Binsen abfuhren.
Diese Aktion kam am 10. März 1758 vor Gericht.
Schwarzach musste an Hildmannsfeld als Entschädigung
1 Kreuzer und ein Fass Wein zahlen.
Heute trinken wir den Wein gemeinsam,
ob bei einem Fest in Schwarzach
oder beim Weißwurst-Frühstück in Hildmannsfeld.
 
Hier lässt es sich einfach gut leben.
 
(Vorleser aus Schwarzach pinnt grünen Vogel auf den Ortsplan)
Liedruf: KR 248/nur Refrain) Wir knüpfen aufeinander zu…
https://www.youtube.com/watch?v=OJXUGkst8eI
 
 
Söllingen:..
 
Söllingen liegt nur ca. 600 Meter entfernt vom Vater Rhein. 
Durch den Staustufenbau
und den Polderbau
ist der Ort vor Hochwasser gut geschützt,
trotz der geringen Entfernung zum Rhein.
 
Zwischen dem Rhein und Söllingen 
liegen fünf Baggerseen.
Am kleinsten See gibt es die Möglichkeit zu campen
und es wurde offiziell eine Badestelle eingerichtet.
Der angrenzende Hanfseeblick
ist weit über die Grenzen von Söllingen bekannt
und wird gerne  Menschen von Nah und Fern besucht.
In Söllingen haben sich in den letzten Jahren
einige Vereine aufgelöst,
jedoch die noch vorhandenen sind sehr aktiv 
und kämpfen mit aller Macht,
dass sie noch lange Zeit bestehen.
 
Dass eine Grundschule in unserem Dorf besteht, 
ist für Söllingen nur von Vorteil.
Auch die Nahversorgung
ist durch einen Discounter gesichert. 
 
ALLES IN ALLEM EIN TOLLER ORT ZUM LEBEN.
 
Das ganz Besondere an Söllingen ist - 
man kann es kaum glauben und ist schwer zu toppen:
Söllingen hat 1300 Einwohner - und einen eigenen Flugplatz.
 
(Vorleser aus Söllingen pinnt gelben Vogel auf den Ortsplan)
Liedruf: KR 248/nur Refrain: Wir knüpfen…
https://www.youtube.com/watch?v=OJXUGkst8eI
 
 
Stollhofen:..
In Stollhofen haben wir Baggerseen
mit Bade- und Freizeitmöglichkeiten.
Der Campingpark Freizeitcenter Oberrhein begrüßt im Sommer
einige Tausend Gäste.
Der Flughafen verzeichnet
weit über eine Million Fluggäste jährlich.
Die Erharduskirche sticht hervor
mit ihrem markanten Zwiebelturm.
Ein historischer Rundweg
informiert über die Stollhofener Geschichte.
Die Stollhofener Platte ist
mit seiner besonderen Flora und Fauna zu bewundern.
Zahlreiche Storchennester
sind auf den Dächern zu entdecken.
Der einzige Kreisverkehr in der Gemeinde
bildet den Eingang zu Rheinmünster!
 
Zu bestaunen ist, dass Wasser über Wasser läuft: 
Der Kanalbach
fließt über den Scheidgraben in den Sulzbach,
der einige hundert Meter weiter
wieder in den Scheidgraben fließt.
 
(Vorleser aus Stollhofen pinnt blauen Vogel auf den Ortsplan)
Liedruf: KR 248/nur Refrain: Wir knüpfen aufeinander zu…
https://www.youtube.com/watch?v=OJXUGkst8eI
 
Aktion: Vier bunte Vögel, wie in dem Märchen aus Ghana, pinnen nun hier vorne auf der Karte von Rheinmünster. Vieles wurde genannt – aber vielleicht noch nicht alles? Vielleicht fällt Ihnen ja noch was ganz anderes ein – oder Sie möchten etwas der genannten Dinge nochmal extra betonen? Dazu haben Sie jetzt Gelegenheit.
 
Jede/r GottesdienstbesucherIn
schreibt auf ein buntes Papier mit Vogelmotiv,
was ihm/ihr am besten in Rheinmünster gefällt,
und pinnt den Vogel selbst vorne an die Pinnwand.
 
Dazu: Klavier-Musik
 
Kurze theologische Deutung
Wie kläglich war der Gesang der Vögel in dem Märchen vorhin, wenn nur ein einzelner Vogel sang – und wie schön war dann der vielstimmige Chor der bunten Vögel in aller Vielfalt.
 
Natürlich geht es, dass Vögel auch allein singen – aber die Vielfalt in dem Chor macht es dann so schön. Ein Wohlklang in den Ohren des alten Mannes in dem Märchen.
Da wir heute ja auch einen Chor mit dabei haben – kann man sich das sehr gut vorstellen, wie schön es vielstimmig geklungen hat!
 
Ebenso wäre es natürlich möglich gewesen, dass jeder Ortsteil hier weiterhin selbst verwaltet wird. Ja, in jederlei Hinsicht sein eigenes Ding macht.
 
Aber macht unser Leben in Rheinmünster nicht gerade diese Vielfalt aus, die wir jetzt haben?
Da gibt es eine Fähre nach Frankreich, ein historisches Münster, einen Campingplatz zum Entspannen und einen Flugplatz, der uns mit der ganzen Welt verbindet.
Es gibt Vereine, die wie heute zusammenwirken – Menschen, die sich begegnen – nicht zuletzt in unseren Kirchengemeinden.
Da gibt es alt-eingesessene und Zugezogene. Die einen sind verbunden mit der Tradition des Ortes – sei es beispielsweise die Sprache der Schifferflaggen hier in Greffern, die Geschichte des Klosters, die Verbindung nach Kanada in Söllingen – und die anderen bringen neue Impulse mit.
 
Für diese Vielfalt, die wir hier in all unseren Ortsteilen haben und für alles Miteinander, was in den vergangenen 50 Jahren gewachsen ist und noch weiterwachsen darf, dürfen wir dankbar sein.
 
Zu so einer Gemeinschaft gehört aber auch das Zusammenwirken in dem Sinn, dass man sich gegenseitig stützt. Es geht um Solidarität und gegenseitige Wertschätzung. Es geht darum, sich mit dem einzubringen, was einen besonders macht.
Das wird für mich sehr bildhaft ausgedrückt in dem Text aus dem Römerbrief.
 
Ursprünglich wurde er an eine christliche Gemeinde geschrieben, die gerade dabei ist, zusammen zu wachsen. Wo unterschiedliche religiöse Prägungen, Mentalitäten, Bräuche, soziale Schichten und auch Kulturen aufeinandertreffen und zu einer Gemeinschaft werden sollen.
 
Paulus schreibt ihnen: eine Gemeinde, ja im Grunde jede Gemeinschaft, ist ein lebendiger Organismus, ein Körper, der aus ganz vielen unterschiedlichen Gliedern besteht.
Und jedes Teil ist wichtig – so wie ein Körper nicht nur aus Augen bestehen kann oder nur aus Händen.
 
Es ist immer ein Zusammenwirken.
 
Das gelingt mal gut – und manchmal knirscht es vielleicht auch.
Manchmal würden man sich vielleicht auch gerne abkoppeln von den anderen. So wie wir auch manchmal einen Fuß, der weh tut, gerne mal für eine zeitlang abschrauben und in die Ecke stellen würden.
 
Aber die Gemeinschaft ist auch eine Chance, sich gegenseitig zu stützen. Wenn ein Glied gerade schwächer ist, gleichen die anderen es aus. Jemand der schlechter hört, gleicht manches mit den Augen aus oder der Nase oder auch dem Tastsinn seiner Hände.
Wenn ein Ortsteil sich finanziell schlechter abgesichert fühlt, ist es wertvoll, dass es in anderen Ortsteilen vielleicht gerade einen wirtschaftlichen Aufschwung gibt.
 
Wir legen unsere Möglichkeiten, Fähigkeiten und Begabungen zusammen, ebenso wie unsere Perspektiven, Gedanken, Ideen und Visionen.
 
Das gilt in allen Gemeinschaften, in denen wir unterwegs sind – in der Kommune, den Kirchengemeinden, in der Ökumene, in den Vereinen und Schulen, in der Familie und am Arbeitsplatz. Ja, sogar im Freundeskreis.
 
Aber es gilt auch für die großen Zusammenhängen – für das Zusammenspiel im Land, in Europa und in der Welt.
Das Ideal wäre: Man nimmt aneinander Anteil, ergänzt sich, und manchmal stützt man sich auch, unterstützt sich.
Was im Kleinen manchmal schon gut gelingt – ist im Großen wohl eher noch eine Vision, wie es sein könnte…
 
Umso wichtiger ist es, sich das immer wieder bewusst zu machen: was ich nicht kann, kann jemand anderes. Was ich nicht sehe, hat jemand anderes im Blick. Wo mir die Begabung fehlt, ist ein anderer dazu berufen sich gerade um so etwas zu kümmern.
 
Hand in Hand – aber mit Respekt und auf Augenhöhe.
 
Der Kirchenvater Augustin (354-430 n. Chr.) hat das vor über 1500 Jahren mit schönen Worten umschrieben, die ich gerne an den Schluss unseres Verkündigungsteiles stellen möchte. Und vielleicht entdecken Sie in diesem alten Text ja manches wieder, was Sie auch hier vor Ort miteinander leben und erleben:
 
"Miteinander reden und lachen,
sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen,
zusammen schöne Bücher lesen,
sich necken, dabei aber auch einander Achtung erweisen,
mitunter sich auch streiten ohne Hass,
so wie man es wohl einmal mit sich selbst tut;
manchmal auch in den Meinungen auseinander gehen
und damit die Eintracht würzen,
einander belehren und voneinander lernen,
die Abwesenden schmerzlich vermissen,
die Ankommenden freudig begrüßen -
lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe,
die aus dem Herzen kommen;
sich äußern in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten und wie Zündstoff den Geist in Gemeinsamkeit entflammen, sodass aus den Vielen eine Einheit wird."
 
"Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient." (Philipper 2,4) Amen.
 
Gospel-Duett: Holy Spirit, I Thirst For You
https://www.youtube.com/watch?v=9JmgCEj_ovY
 
 
Dank- und Fürbittengebet:
 
Alle:    Gott, wir danken dir
für die Gemeinschaft in Rheinmünster:
Zwischen den einzelnen Ortschaften
mit ihren Besonderheiten,
zwischen den Schulen für Kleine und Große,
zwischen den Vereinen für Alte, Junge,
Einheimische und Neuzugezogene,
zwischen unseren Kirchengemeinden
im ökumenischen Miteinander.
Gerade Vielfalt,
aber auch die freundschaftliche Nachbarschaft
machen das Leben hier bunt und wertvoll.
 
Pfr:      So eine Verbundenheit in aller Vielfalt
erbitten wir auch für unsere Welt.
So bitten wir dich, Gott, um Gerechtigkeit
 
Alle:    für alle, die zu schwach sind, sich durchzusetzen,
die immer den Kürzeren ziehen,
für die sich niemand interessiert
und auf die niemand hört.
 
Pfr:      Wir bitten dich, Gott, um Barmherzigkeit
 
Alle:    für alle, die vergeblich auf Zuwendung warten,
die sich mit dem, was sie haben,
zufriedengeben müssen,
die still und stumm ihr Schicksaal ertragen.
 
Pfr:      Wir bitten dich, Gott, um Gnade
 
Alle:    für alle,
die ihrer Vergangenheit nicht entfliehen können,
die mit der Gegenwart nicht zurechtkommen,
die sich von der Zukunft nichts erwarten.
 
Pfr:      Wir bitten dich, Gott, um Frieden
 
Alle:    für alle, die von Gewalt bedroht sind,
die Angst um ihr Leben haben müssen,
die sich nicht wehren können.
 
Pfr:      Wir bitten dich, Gott, um Vertrauen
 
Alle:    für alle, die einmal schwer enttäuscht worden sind,
die sich zurückgezogen haben,
die anderen nicht verzeihen können.
 
Pfr:      Wir bitten dich, Gott, um Liebe
 
Alle:    für alle,
die unter der Lieblosigkeit ihrer Mitmenschen leiden,
die die Herzlosigkeit anderer hart gemacht hat,
die unfähig sind, selbst Liebe zu schenken.
 
Pfr:      Wir bitten dich, Gott, um deine guten Gaben,
 
Alle:    damit unsere Welt friedlicher,
unsere Gesellschaft menschlicher
und unser Miteinander freundlicher wird.
 
Pfr:      Und alle unsere ganz persönlichen Bitten
und unseren Dank nehmen wir mit hinein
in das Gebet Jesu:
 
Alle:    Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
 
Lied: KR 414,1-3 Da berühren sich Himmel…
https://www.youtube.com/watch?v=l72k-JQUnU0
 
Segen
 
Br:       Gott segne euch mit Liebe,
die uns miteinander verbindet,
mit Freude,
die wir auf dieser Erde und untereinander haben;
mit Phantasie und Lust,
die uns beflügelt und bereichert.
 
Wo:     Gott segne euch mit Frieden,
der uns glücklich miteinander leben lässt;
mit Geduld, mit der wir an uns arbeiten
und mit der wir
mit den Unzulänglichkeiten der anderen umgehen;
mit Gemeinschaft unter uns und mit Gott, die uns trägt,
 
Br:       Gott segne euch mit Zuversicht und Glauben,
auch dem Glaube an uns selbst.
Er segne euch mit Hoffnung,
die selbst den Tod überwindet.
 
So segne euch der liebende Gott,
der Vater + und der Sohn + und der Heilige Geist.
Amen.
 
Koinonia/Segenslied: An Irish Blessing
https://www.youtube.com/watch?v=WiHkUrX9I0k
 
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